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14.01.2005

Im Fokus: IT-Dienstleistungsmarkt

Die Geschäfte für "Dienstleister der Informationsgesellschaft" sind im vierten Quartal 2004 ins Stocken geraten. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausfand, liegt der aus aktueller Geschäftslage und Zukunftserwartungen errechnete Stimmungsindex mit 59 Punkten unter dem Wert des Vorquartals (62,2). Auffällig ist dabei, dass die gegenwärtige Geschäftslage mit 56,1 kaum schlechter beurteilt wird als im vorhergehenden Dreimonatszeitraum (56,5). Die Wachstumsaussichten hingegen fallen mit 62,1 gegenüber 69,4 Punkten im Vergleichszeitraum stark ab.

Das ZEW bezieht in seine Untersuchungen allerdings nicht nur den Servicemarkt für Informations- und Kommunikationstechnik, sondern auch für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Architekten, technische Beratung und Planung sowie für Werbung ein. Insgesamt wurden 1000 Dienstleister interviewt.

In der Kategorie TK-Serviceunternehmen rechnen knapp 70 Prozent der Befragten mit einer steigenden Nachfrage; an sinkendes Interesse glaubt hier niemand (siehe Grafik oben). Im Segment IT-Dienste und -Vermietung sind 51,1 Prozent optimistisch, 17,5 Prozent fürchten eine fallende Nachfrage. Und unter den ITK-Fachhändlern sorgen sich nur 1,5 Prozent um einen möglichen Rückgang der Geschäfte, 46 Prozent rechnen hingegen mit wachsender Nachfrage.

Der Gesamtindex wurde demnach stark durch die schlechten Perspektiven der Architekturdienstleister beeinträchtigt, die zu 72 Prozent mit einem sinkenden Kundeninteresse kalkulieren. Hierfür mitverantwortlich ist die generell schwache Nachfrage im Bauhauptgewerbe. Negativ ist die Entwicklung auch für Technische Berater und Planer, die zu 32,4 Prozent von einer Nachfrageflaute ausgehen.

Trotz allem rechnen für das erste Quartal 2005 insgesamt noch immer mehr Dienstleister mit einer verbesserten Nachfrage als mit einem Rückgang. Auch bei Umsatz und Ertrag wird für den laufenden Berichtszeitraum per saldo ein Anstieg erwartet. Auf die Beschäftigtenzahl wirkt sich das allerdings nicht aus. Mehr als 23 Prozent der rund 1000 Umfrageteilnehmer haben - entgegen ihrer anders lautenden Vorsätze aus dem dritten Quartal 2004 - Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Überall wurden mehr Beschäftigte abgebaut als neu eingestellt. Im Osten überstieg die Zahl der Unternehmen, die sich von Mitarbeitern getrennt haben, die Zahl derer mit Neueinstellungen um 14,6 Prozent, im Westen sogar um 24 Prozent. Damit berichten seit dem dritten Quartal 2003 erstmals mehr westdeutsche als ostdeutsche Firmen von Personalrückgängen. (hv)