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Anwenderbefragung in Österreich:

Im Großen läßt sich gut mixen

04.07.1980

WIEN-Möglichkeiten EDV-Dienstleistungen zu mixen, will der Arbeitskreis "Mixware" der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) untersuchen. Anläßlich der diesjährigen Generalversammlung wurden interessante Ergebnisse aus einer zu Beginn 1980 durchgeführten Umfrage bekanntgegeben. Danach wird zu einem hohen Prozentsatz bei IBM-Installationen gemixt; die Hauptlieferanten kompatibler Hardware sind BASF, ITT und Racal/Datentechnik.

Auf den Fragebogen zur Umfrage, die auf mixende EDV-Anwender zugeschnitten waren, bekannten sich nach Abzug der "Leermeldungen" 84 der insgesamt 190 ADV-Mitglieder zu den "Mixern". Neben dem klassischen Hardwaremixen setzen die Anwender vermehrt verschiedene Anlagen unterschiedlicher Hersteller ein. Dafür wurden die Begriffe "Intra-HW-Mix" und "Inter-HW-Mix" (HW: Hardware) geprägt, wobei eine Grenze zwischen intelligentem Terminalsystem und DFÜ-Steuereinheit schwer zu ziehen ist.

Dies ist allgemein ein Problem von EDV-Statistiken, die in vielen Fällen Steuereinheiten des Mainframers nur zum Installationswert zählt, bei den Stückzahlen aber unberücksichtigt läßt. Hingegen werden fremde Steuereinheiten oft als eigene CPUs kleinerer Hersteller ausgewiesen.

Die durch die Antworten der 84 Anwender erfaßten 202 CPUs wurden aus diesem Umstand heraus in "reinrassige", "nur mit Modem versehene" und "echte Mixeinheiten" untergliedert. 86 Systeme arbeiten entweder als eigenständiges System oder online mit: Fremdsystemen zusammen, ohne daß ein Mix im klassischen Sinn vorliegt. 38 Installationen besitzen lediglich Fremdmodems, die restlichen 78 Rechner sind "Mixware" im eigentlichen Sinn.

Die Aufschlüsselung nach Herstellern spiegelt in den erfaßten Systemen gut die Marktanteile der einzelnen Lieferfirmen wider, so daß auch die Prozentsätze beim Mixen als durchaus repräsentativ gelten können.

Zusammen mit der Aufschlüsselung nach Kaufpreisen läßt sich daher sagen, daß Mixen hauptsächlich im Bereich der Großsysteme und hier wieder in mehr als der Hälfte der Fälle bei IBM-Systemen stattfindet. Die Ursache dafür liegt meines Erachtens nach erstens in der Tatsache, daß praktisch jeder Hersteller steckerkompatibler Hardware sich den größten Markt für seine Tätigkeit aussucht, und der ist im Großsystembereich bei IBM zu finden. Sicherlich ermuntert aber eine Produktionsplanung, die versucht, ihr Problem über sanften Zwang zu langfristiger Planung seitens des Kunden zu lösen - wie nicht nur IBM, sondern beispielsweise auch Siemens - diesen zum Fremdgehen.

So betrug 1979 zum Beispiel die Lieferzeit für IBM-Modems fast ein Jahr, die für Siemens-Bildschirme lag ähnlich. Die Möglichkeit, die eigene Konfiguration flexibler zu planen, dürfte eine ebenso große Rolle spielen, wie ein Preisvorteil von etwa 20 Prozent, der noch dazu durch andere Mietlaufzeiten oder die Unmöglichkeit zu mieten nicht immer voll wirksam wird.

Schließlich ist auch klar, daß weltweit operierende Hersteller mit weltweiten Dokumentations- und Wartungsproblemen vor manchen speziellen Kundenwünschen passen müssen. Der geringe Mixanteil bei Philips-Systemen zeigt, daß nur im Bereich der Großsysteme Mixen rentabel ist. Sowohl Siemens als auch Honeywell dürften sich über Schnittstellen, die von der euphemistisch "Industriestandard" genannten IBM-Kompatibilität abweichen, von kompatibler Hardware abeschottet haben.

Dies könnte sich bei weiterem Wachstum von Siemens allerdings ändern.

Eine Untersuchung der Lieferfirmen zeigt bei der Systemperipherie BASF in Front, bei der DFU-Peripherie ITT und bei Modems Racal Milgo (in Österreich: Datentechnik). Auffällig bei DFÜ-Equipment ist der starke Trend, auf mehr als einen Fremdhersteller zu setzen.

Wartungsprobleme im Einsatz von Mixed-Hardware werden allenfalls vereinzelt unter dem Tisch verhandelt. Im großen und ganzen gibt es keine Probleme, ja die Beflissenheit der Wartungstechniker der Mainframer steigt sogar.

Der Einsatz von Fremdsoftware findet mit wenigen Ausnahmen nur im Bereich der IBM-Betriebssysteme statt. Dies resultiert sicher nicht nur aus den bereits oben erwähnten Marktanteilen sondern besitzt auch quasi "evolutionäre" Ursachen. Schließlich sind auch die heutigen IBM-Standardprogramme nicht durch systematisches Design entstanden, sondern haben sich vielmehr aus den Programmen einzelner "schlauer" Kunden solange weiterentwickelt, bis sie in die Obhut des Hardware-Lieferanten zurückübernommen wurden. IBM mit der weltweit größten Zahl von Kunden mit In-house-Programmierung bietet damit auch weiterhin die breiteste Basis für standardfähige Programme in Form des "survival of the fitest".

In der Folge werden die Umfrage-Ergebnisse den Interessenten in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt werden. Ein entsprechend gestaltetes Formblatt wird die Weiterleitung von Anfragen erlauben, wobei dem jeweiligen Anwender die Beantwortung freigestellt bleibt.

Die weitere Tätigkeit des Arbeitskreises Mixware soll sich vor allem mit den bei der Umfrage etwas zu kurz gekommenen Gebieten befassen. Das Arbeitsprogramm umfaßt die Sammlung, Diskussion und Weitergabe von Erfahrungen über folgende Geräte und Dienstleistungen:

þSteckerkompatible Hardware

Dies ist selbstverständlich der älteste Ansatz des Mixens, dessen Bedeutung zwar abnimmt, der aber noch immer beträchtliche Einsparungen ermöglicht.

þNicht unmittelbar kompatible Hardware

Hier bilden Rechnernetze mit dedizierten Systemen, gegebenenfalls unter Einschaltung von Rechnern als Netzknoten interessante Möglichkeiten für die Zukunft.

þRechenzentrumsleistungen

Sie sind durchaus geeignet, eigene EDV-Komponenten zu entlasten oder zu ersetzen.

þGebrauchtanlagen und Finanzierungsformen

þSoftware, insbesondere aus den Bereichen Betriebssystem, Sprachen, Datenverwaltung, Datenfernübertragung, Hilfsprogramme und Berichtsgeneratoren

þFremdwartung

Sie ist in Österreich noch nicht bedeutend, wird aber im Ausland zunehmend diskutiert.

þSammlung von Dokumentation von Erfahrungen über das Verhalten von Lieferfirmen bei mixenden Anwendern

þUnterstützung von Mixvorschlägen durch Veröffentlichung geeigneter Rentabilitätsbeispiele und Erfahrungsberichte.

Informationen: ADV-Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung, 1010 Wien, Trattnerhof 2.

*Erich K. Surböck ist Leiter des im September 1979 gegründeten Arbeitskreises "Mixware".