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10.01.1992

Im Grunde geht es um Verkaufsargumente

Im Prinzip hört sich die Verordnung des Umweltministeriums ganz einfach an: Die Industrie, bestehend aus Herstellern, Händlern und Importeuren, muß alte Geräte zurücknehmen und soweit möglich wiederverwerten. Beim näheren Hinsehen wirft das Konzept aber mehr Fragen auf, als es beantwortet. Wie soll verhindert werden, daß alle Nachbarstaaten ihren Elektronikmüll in Deutschland zurückgeben? Wie sollen Versandhäuser, die zwar in die Bundesrepublik liefern, dort aber keine Niederlassung haben, in die Pflicht genommen werden? Was sagt die EG zu dem deutschen Alleingang? Was passiert, wenn der Hersteller bei der Rückgabe der ausgedienten Produkte schon pleite ist?

Das weitere erscheint dagegen einfach. Zur Rücknahme bildet sich ein ähnlicher Herstellerzusammenschluß wie bei der Verpackung. Die Geräte landen in der Sammelstelle, werden in verschiedene Fraktionen zerlegt, die wiederum bei Recyclingfirmen landen. Das hört sich schön an und ist auch sicher besser als Endstation Hausmüll und Verbrennungsanlage. Aber auch die werbewirksamen Broschüren der Hersteller, in denen sie ihr ultimatives Recyclingkonzept anpreisen, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß es noch viele Problemfraktionen gibt, für die noch keine Verwertungsmöglichkeiten existiere.

Zu den Sorgenkindern gehören beispielsweise Bildschirme mit ihren unterschiedlichen Glassorten und schwermetallhaltigen Beschichtungen. Bei den Recyclinglösungen kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, und jeder versucht, sich mit seinem Konzept als Retter der Menschheit darzustellen. Weil aber beim Recycling alle mit denselben Problemen zu kämpfen haben, wäre es da nicht vernünftiger, wenn alle am selben Strang zögen?

Hier stellt sich die Frage, ob es sich bei den Verwertungskonzepten nicht doch um aufwendige Imagekampagnen dreht und die Umwelt wieder mal als Verkaufsargument herhalten muß. Dieser Verdacht drängt sich auf. Nicht zu unrecht: Die Recyclingfirmen berichten, daß sie nagelneue Geräte der "umweltbewußten" Hersteller verschrotten, Auslaufmodelle, die aus strategischen Gründen nicht auf den Markt kommen dürfen. hp