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09.02.1990

Im Interesse der Anwender

Er müsse "im Interesse der Anwender" die negative Darstellung der DV-Aktivitäten von Siemens und Nixdorf in der CW zurückweisen, schreibt SAVE-Vorstandsmitglied Joachim Zeiler (CW Nr. 5 vom 2. Februar 1990, Leserbrief: "Ungeheuerliche Behauptung"). Wir fragen zurück: Wer vertritt eigentlich die Interessen der Anwender? Nicht, daß wir grundsätzlich etwas gegen Anwendervereine hätten, aber es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn ein Hersteller so massiv unterstützt und gegen vermeintlich unfaire Attacken in Schutz genommen wird.

Hätten wir in der Datenverarbeitung einen freien Markt, was auf der Anwenderseite eine konstruktiv-kritische Nachfrage voraussetzt, auf der

a n d e r e n Seite - wir betonen diesen Gegensatz -, bei den Herstellern, volle Konvertierbarkeit der Hardware- und Software-Angebote, hätten wir einen freien Markt, das mögliche Scheitern eines Produzenten müßte niemanden schrecken. Was hat die CW anderes getan, als auf dem Hintergrund des Nixdorf-Debakels naheliegende Fragen zu stellen (Sinix oder Targon?) und auf warnende Beispiele (Comparex!) hinzuweisen? Klare Antworten sind die Siemens-Verantwortlichen bisher schuldig geblieben.

Niemand unterstellt der Siemens AG unlautere Motive, niemand zweifelt an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen, das Beste aus der Situation zu machen. Klar, bei dem Siemens-Nixdorf-Deal ist mit heißer Nadel genäht worden. Gerade deshalb muß aus der Absichtserklärung zur Zusammenarbeit so schnell wie möglich ein gemeinsames Konzept werden. Trotz noch fehlender Ansätze zur Überwindung der Nixdorf-Krise ist für alle, die auf die Marktkräfte setzen, eines sicher: Die notwendigen Maßnahmen können nicht g e g e n die Anwender durchgeführt werden.

Da erscheint es geradezu grotesk, daß Siemens und Nixdorf wertvolle Zeit verstreichen lassen, indem sie sich nämlich zu möglichen Konsequenzen für die Anwender (Anpassung der Produktpalette?) nicht äußern; wertvolle Zeit, weil der Auftragseingang ins Stocken gerät, der angestrebte Erfolg, möglichst viel Substanz in die neue Organisation einzubringen, gefährdet wird. Wen wundert's, daß die IBM mit dem "Reusen"-System AS/400 (keine Umkehr möglich!) im Nixdorf-Markt Erfolg hat?

Nein, es ist nicht der Moment, zur Tagesordnung überzugehen. Nicht nur die Anwender sind betroffen. Die berufliche Existenz nicht weniger Nixdorf-Mitarbeiter steht auf dem Spiel. Es ist nicht wahr, daß alle Bescheid wußten, wie es mit der Nixdorf Computer AG weitergehen soll. So wenig sich die Nixdorfer jetzt darauf verlassen können, daß ihnen das Siemens-Management die Lösung ihrer Probleme frei Haus liefern wird, so wenig können sich die Anwender sicher sein, daß alles paletti ist.