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31.03.1989

Im Isis-Report sind alle Programme Unix

Mit ihrem Erscheinungstag ist die COMPUTERWOCHE diesmal ganz knapp an einem von vielen sehr, von wenigen weniger geschätzten Datum vorbeigeschrammt: dem 1. April. Warnung vor dem Hundling im Kolumnentext: Der Trick besteht darin, daß alles stimmt, auch wenn einige DV-Hersteller an 364 Tagen im Jahr das Gegenteil behaupten.

"ln dem jetzt erstmalig erschienenen Isis Unix Report sind 1758 Programme für Unix-Rechner verzeichnet." Dieser Satz steht in einer Pressemitteilung der Münchner Nomina GmbH, die den Isis-Report herausgibt. Für unser Thema ist er wichtig, da die Infratest-Tochter nicht der Unix-Befangenheit bezichtigt werden kann.

Die DV-Entscheider sind es nämlich leid, ständig hören zu müssen, es gäbe zu wenig Anwendungssoftware, die unter Unix läuft. Nun mag

man darüber streiten, ob 1758 Programme viel oder wenig sind. Aber man komme uns nicht mehr damit, Softwaremarkt finde nur dort statt, wo die proprietären IBM-Schrägstrich- und Nixdorf-Comet-Maschinen stehen.

Als weitere Erkenntnis aus dem Nomina-Papier ergibt sich: Unix hat sich im kommerziellen Markt durchgesetzt. Nur für Anti-Unix-Propagandisten ist das Bell-Betriebssystem noch ein technisch-wissenschafliches Entwicklungsland. Tatsächlich zeigt die Struktur des Unix-Software-Angebotes, daß lediglich 14,2 Prozent der Programme aus der Prozeßrechner-Ecke stammen.

Widerlegt wird auch die These, daß der Anwender vom proprietären Regen in die eben nur scheinbar portable Traufe komme, weil "Unix nicht gleich Unix" sei. Mehr noch: Der Derivate-Streit erweist sich angesichts des Isis-Angebotes - und nur das hat für die Anwender Relevanz - als gegenstandslos. Der leidige Zielrechnerkonflikt ist für Software- und Systemhäuser, die unter Unix entwickeln, ein für allemal ausgestanden. Das Gejammere über einen einheitlichen Betriebssystem-Standard können sie getrost den DV-Herstellern überlassen. Denen geht es um die Erhaltung der Macht, die sie über proprietäre Hardware-Architekturen und selbstverfaßte Software-Spiel-regeln ausüben. Jetzt heißt es: Rien ne va plus! Oder, um den aktuellen Bezug herzustellen:

April, April!