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15.05.1987 - 

Eclat macht Rückzieher im Kartellverfahren gegen IBM:

Im Leasingmarkt herrscht wieder Eintracht

BERLIN (CW) - Das Bundeskartellamt hat sein Verfahren gegen die IBM Deutschland GmbH eingestellt. Die European Computer Leasing and Trade Association (Eclat), die beschwerdeführende Organisation der Leasinggeber, hatte den Wettbewerbshütern seit Ihrer letzten Mitgliederversammlung keine Informationen mehr geliefert.

Mit dem Vorwurf , die IBM grabe ihnen das Wasser ab, waren die in der Eclat zusammengeschlossenen DV-Leasinggesellschaften im Oktober 1985 vors Bundeskartellamt gezogen. Ausgangspunkt der Kalkulation der IBM-Raten seien die Herstellkosten der Systeme, trug der Eclat-Anwalt der Berliner Behörde vor, während die Leasinggesellschaften mit dem listenpreis rechnen müßten.

Inzwischen scheint sich jedoch der Wind gedreht zu haben. Auf der Mitgliederversammlung, die die Eclat am 9. / 10. April in Amsterdam hinter verschlossenen Türen abhielt, fiel jedenfalls der Beschluß: "Wir verfolgen das Kartellamtsverfahren nicht weiter." Weil zu der Zeit aber vor einem Amsterdamer Gericht noch ein Verfahren von drei Eclat-Mitgliedern - Filialen der Leasinggruppen Atlantic, IBL und Econocom - gegen die IBM Nederland BV anhängig war, hielt der Verband die Nachricht zurück. Inzwischen entschieden die holländischen Richter, die IBM habe nichts Unrechtes getan.

Dem Kartellamt in Berlin waren, wie mittlerweile bekannt ist, ebenfalls die Hände gebunden. Denn die Beschwerdeführer waren nicht in der Lage, einen Geschäftseinbruch bei den Neumaschinen nachzuweisen. Zudem floriert die Nachfrage nach alten 308X-Systemen, was den Leasinggebern einen guten Return auf die Restwerte der Altmaschinen beschert. Die IBM hat außerdem das ihre getan, den Angreifern den Wind aus den Segeln zu nehmen. So hat Big Blue im vergangenen Jahr begonnen, trotz sinkender Zinssätze die Leasinggebühren zu erhöhen.

Informell, so Eclat-Anwalt Christian Melcher, habe der Konzern auch "zu verstehen gegeben, daß bestimmte Ansprüche gegen Eclat-Mitglieder nicht weiter verfolgt werden". Damit sind offenbar "Nachbelastungen in Millionenhöhe" (Melcher) gemeint, mit denen die IBM einige Leasinggesellschaften "wegen angeblich nicht erfüllter Abnahmebedingungen konfrontiert hatte, wenn sie auf Wunsch ihrer Kunden einen bei Kapazitätsanpassungen erforderlichen Austausch von IBM-Maschinen vornahmen".

Daß er jetzt von der Beschwerde zurückgetreten ist, begründet der deutsche Eclat-Verband auch damit, die "mit einer solchen Beschwerde notwendigerweise einhergehende Belastung der Geschäftsbeziehungen zwischen den Eclat-Gesellschaften und IBM" sei nicht mehr zu vertreten gewesen.