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17.08.1990 - 

Unisys-Anwender aufgeschlossener als IBM-User

Im Mainframe-Sektor wächst langsam die Unix-Akzeptanz

KRONBERG (CW) - Die Dynamik, die von offenen Systemen ausgeht, wirkt sich langsam aber sicher auch auf den Mainframe-Markt aus. Dieses Fazit zieht die IDC Deutschland GmbH mit Sitz in Kronberg/Taunus aus einer Reihe von Anwenderbefragungen zum Thema Unix.

Die Leiter großer Rechenzentren gehören laut IDC zu den eingefleischtesten Kritikern des Betriebssystems. Insbesondere die Anwender von IBM-Mainframes, so die Analysten, zweifeln mehrheitlich daran, daß sich Unix für den Betrieb "kritischer Applikationen" eigne. Dennoch verzeichnete das Marktforschungs-Unternehmen auch bei dieser Benutzergruppe in den vergangenen zwei Jahren eine positive Tendenz bei der Beurteilung des Betriebssystems.

Die Grundlage der IDC-Auswertung bildeten unter anderem zwei Befragungen von Mainframe-Anwendern, die die Marktforscher in den Jahren 1988 beziehungsweise 1989 vorgenommen hatten. Für die erste der beiden Untersuchungen waren 154 Anwender befragt worden, von denen 100 eine IBM-Maschine der Serie 3090, 54 einen Mainframe der inzwischen unter dem gemeinsamen Namen Unisys firmierenden Hersteller Sperry und Burroughs installiert hatten.

Ein Jahr später wiederholte IDC diese Befragung. Von den insgesamt 100 Interview-Partnern kamen diesmal 69 aus der 3090-Welt und 31 aus dem Lager der Unisys-Kunden

Wie die aktuellere der beiden Erhebungen ausweist, nutzt lediglich ein Bruchteil der untersuchten Zielgruppe Unix heute schon im Großrechner-Bereich. In dieser Beziehung ist die IDC-Studie allerdings nicht unbedingt repräsentativ, da sie die Anwender von Amdahl-Großrechnern außer acht läßt, neben Cray Research gehört Amdahl zu den wenigen Herstellern, die ein Unix-Derivat im Native-Modus auf ihren Mainframes anbieten.

Jüngsten Untersuchungen zufolge schätzt IDC den Anteil der Unix betriebenen Maschinen oberhalb der Preisgrenze von zwei Millionen Mark auf lediglich vier Prozent, wovon fast die Hälfte auf das Konto der für wissenschaftlich-technische Anwendungen eingesetzten Cray-Rechner geht. Allerdings erwarten die Marktforscher, daß das Unix-Stück vom Mainframe-Kuchen innerhalb der kommenden fünf Jahre deutlich zunimmt.

Zwar wird im fraglichen Zeitraum, so prophezeien die Marktforscher aus dem Taunus, der gesamte Großrechner-Markt lediglich um vier Prozent wachsen. Doch könnten die steigenden Verbreitungszahlen von Unix auf kleinen und mittleren Systemen sowie die Unterstützung des Betriebssystems durch namhafte Hersteller auch die Nachfrage nach Unix-Umgebungen auf Mainframe-Basis ankurbeln.

IBM-Anwender sind skeptisch gegenüber Unix

Allerdings entdeckte IDC bislang wenig Bereitschaft, ein 3090-System gegen einen Unixbasierten Supermini einzutauschen. Überhaupt ist die kritische Einstellung gegenüber dem Betriebssystem bei IBM-Anwendern offensichtlich stärker ausgeprägt als bei Unisys-Kunden. Während 26 Prozent der ehemaligen Sperry- und Burroughs Anwender die Frage, ob sie sich Unix für den Betrieb kritischer Anwendungen vorstellen könnten, bejahten, lehnten 96 Prozent der 3090-User diese Möglichkeit ab.

Kritik an dem Betriebssystem äußerten die befragten Anwender vor allem in zwei Punkten: Zum einen wurden die Systemverfügbarkeit und die Möglichkeit zur Speicherung umfangreicher Datenbanken als unzureichend bezeichnet; zum anderem mußte Unix eine Rüge wegen mangelnder Benutzerfreundlichkeit hinnehmen - ein Punkt, dem sich die Hersteller mittlerweile jedoch erfolgreich angenommen haben.