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Jeder Vierte verzichtet auf DV-Ausstattung


17.08.1990 - 

Im Maschinenbau ist der DV-Einsatz noch recht dürftig

Die Durchdringung der Maschinenbaubranche mit Datenverarbeitungstechnologien im nicht-technischen Bereich läßt noch zu wünschen übrig. Nur knapp drei Viertel aller Unternehmen geben an, Datenverarbeitung einzusetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue repräsentative IDC-Studie**.

Der deutsche Maschinenbau präsentierte sich 1989 in ausgezeichneter Verfassung. Mit einer Kapazitätsauslastung von fast 93 Prozent war die Branche so gut beschäftigt wie seit Anfang der 70er Jahre nicht mehr. Doch trotz des vorläufig geschätzten Branchenumsatzes von 200 Milliarden Mark - das entspricht einem realen Umsatzzuwachs von vier bis fünf Prozent gegenüber 1988 - und dicker Auftragspolster sind Investitionen in die EDV für die Branche unumgänglich.

Daß die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus zunehmend von einer Reduktion der "time to market" abhängt, ist weitgehend bekannt. Immer höher werdende Entwicklungskosten verbunden mit kürzer werdenden Produktlebenszyklen machen eine erhöhte Entwicklungsgeschwindigkeit zur conditio sine qua non. Entsprechend zufriedenstellend ist nach Auskunft des VDMA die DV-Durchdringung der technischen Unternehmensbereiche wie Konstruktion und Fertigung, beispielsweise mit integrativen PPS-Systemen.

Doch die Branche wird nicht umhin kommen, auch im nichttechnischen Bereich Arbeitsprozesse durch die EDV zu beschleunigen, um dem Ziel einer verkürzten "time to market" näherzukommen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern oder auszubauen. Insbesondere die Unternehmensbereiche mit wichtigen Schnittstellen zum technischen Bereich wie Einkauf und Verkauf/Vertrieb können hier durch gezielten DV-Einsatz zur Zielerreichung beitragen.

Bei den größeren Unternehmen, die zwischen 100 und 1000 Mitarbeiter beschäftigen, ist die Bereitschaft zu einer solchen Denkweise unbestritten vorhanden,

bei den Kleinstunternehmen jedoch ist sie unterentwickelt. So sind die größerer Unternehmen zu 100 Prozent mit EDV ausgestattet, daß heißt, das hier eher die absolute Notwendigkeit des Einsatzes moderner Technologien gesehen wird und wohl auch eher finanzierbar ist.

Junge Unternehmen sind innovationsfreudiger

Mit abnehmender Mitarbeiterzahl sinkt allerdings der Ausstattungsgrad rapide. So haben die Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeiten nur noch einen DV-Ausstattungsgrad von knapp 80 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern ist mit DV ausgestattet. Da der Maschinenbaubereich überwiegend mittelständisch organisiert ist, macht die letztgenannte Unternehmensklasse die Hälfte aller Maschinenbauer aus.

So ergibt sich für die gesamte Maschinenbaubranche ein DV-Ausstattungsgrad von nur 72 Prozent für das Jahr 1989. Mehr als jeder Vierte in der Branche verzichtete somit nach wie vor auf eine Unterstützung durch elektronische Rechner in den Bürobereichen wie Finanzbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung und reine Textverarbeitung.

Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei der Anzahl der DV-Mitarbeiter im Unternehmen. Sind in der kleinsten Unternehmensklasse durchschnittlich drei Mitarbeiter mit DV beschäftigt, so wächst dieser Anteil kontinuierlich mit der Größe an. In der Unternehmensklasse V, mit einer Mitarbeiterzahl von 500 bis 1000 sind denn auch durchschnittlich acht Mitarbeiter mit DV-Aufgaben beschäftigt. In den beiden kleinsten Unternehmensklassen ist jedoch nicht auszuschließen, daß reine DV-Anwender in diese Angaben mit einbezogen wurden.

Unter Heranziehung des Alters der Unternehmen konnte festgestellt werden, daß vor allem in den beiden kleinsten Klassen ältere Unternehmen zwar im Produktionsbereich, aber seltener im nicht-technischen Bereich DV-Technologien einsetzen. Vor allem jüngere Unternehmen sind hier innovationsfreudiger und bestrebt, sich mit modernen Technologien auszustatten.

Insgesamt ist aber bei den kleineren Unternehmen die Investitionsbereitschaft als recht gering einzuschätzen. Während bei den großen Unternehmen für die Zukunft eindeutig mehr Investitionen geplant sind, findet sich bei den kleineren Unternehmen sogar die Absicht, in Zukunft weniger in die Büro-EDV zu investieren.

Das Fazit der Studie: Auch wenn zur Zeit dicke Auftragspolster die hohe Beschäftigung für das nächste halbe Jahr sichern, haben besonders die kleinen Maschinenbauunternehmen einen großen Investitionsnachholbedarf im EDV-Bereich. Ohne diese Investitionen ist insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Maschinenbauunternehmen nicht gewährleistet. Der Export macht, auch wenn er gesunken ist, immer noch mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes aus. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche ist also weiterhin von übergeordneter Bedeutung. Dies gilt besonders im Hinblick auf "Europa 1992".

**Die IDC-Studie mit dem Titel "Datenverarbeitungs-Einsatz im Maschinenbau in der Bundesrepublik Deutschland" ist im März dieses Jahres erschienen und zum Preis von 1000 Mark erhältlich. Zur Ermittlung des Gesamtbestandes aller im Maschinenbau tätigen Unternehmen wurde sekundärstatistisches Material in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt für das Jahr 1987 (letzte amtliche Zählung) zusammengestellt und ausgewertet. Die so ermittelten Kennziffern stellen die Grundgesamtheit für die repräsentativ ausgewählte Stichprobe dar. Diese Stichprobe von zwei Prozent der Grundgesamtheit wurde zufallsgesteuert ausgewählt. Diese Zufallssteuerung erlaubt die Anwendung der Wahrscheinlichkeitstheorie bei der Ergebnisanalyse und somit eine repräsentative Aussage für die gesamte Maschinenbaubranche im Bundesgebiet. Die Stichprobe umfaßt 96 über die gesamte Bundesrepublik verteilte Maschinenbauunternehmen.