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02.04.2007

Im Namen des Gesetzes

Im März hatten die Gerichte alle Hände voll zu tun mit der IT-Branche. Staatsanwälte ermittelten wegen Patentrechtsverstößen sowie Datenklau.

Das Hauen und Stechen um die lukrativsten IT-Weidegründe wird härter. Offenbar wird dabei nicht in jedem Duell mit sauberen Mitteln gekämpft, und immer öfter zerren sich die Kontrahenten gegenseitig vor den Kadi. Jüngstes Beispiel: die spektakuläre Klage Oracles gegen SAP. Der Datenbankriese, der stärker im Applikations-Business punkten will, wirft seinem Erzfeind vor, sich über seine Servicetochter Tomorrow Now unrechtmäßig an Oracles geistigem Eigentum bedient zu haben. Mit Softwarecode und Supportunterlagen, die sich SAP mit den Zugangsdaten von Oracle-Kunden erschlichen haben soll, versuche der Konkurrent, Wartungskunden abzuwerben, so der Vorwurf.

Was im März sonst noch geschah ...

Der Bitkom hat seine Prognose für den deutschen ITK-Markt im Jahr 2007 von 1,6 auf 2,0 Prozent Wachstum hochgesetzt. Die Handy-Hersteller verfehlten im vergangenen Jahr nur knapp die Marke von einer Milliarde verkaufter Geräte. Dell räumt Unregelmäßigkeiten ein und muss rückläufige Umsätze und Gewinne hinnehmen. Oracle legt erneut Rekordergebnisse vor und tätigt mit Hyperion eine weitere Milliarden-Übernahme. SAP verliert mit Shai Agassi den Kronprinzen.

Martin Bayer

Der ITK-Markt befindet sich in einem rasanten Wandel. CW-Redakteur Martin Bayer berichtet Monat für Monat im Branchenmonitor über die wichtigsten Ereignisse. Seine persönliche Marktsicht fasst er in der computerwoche für Sie zusammen. Noch näher am Puls des ITK-Marktes sind nur Sie, lieber Leser. Scheuen Sie sich nicht, uns über interessante Entwicklungen zu informieren und uns "die Meinung" zu sagen.

Kontakt: Martin Bayer, Tel. 089/360 86-697 oder mbayer@computerwoche.de.

Dabei dürfte es den Oracle-Verantwortlichen weniger darum gehen, einen konkreten wirtschaftlichen Schaden wieder gutzumachen, als vielmehr darum, SAP Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Tomorrow Now hat in neun Jahren Geschäftstätigkeit gerade einmal 280 Wartungskunden gewinnen können. Das dürfte einen Milliarden-Konzern mit über 250 000 Kunden etwa so viel jucken wie den sprichwörtlichen Elefanten die Mücke. Oracles Taktik ging jedenfalls auf. Weltweite Aufmerksamkeit, ein schlingernder Börsenkurs des Wettbewerbers und die bange Frage der SAP-Klientel, was an den Vorwürfen denn nun dran sei, spielen dem US-Konzern in die Hände.

Neben der Publicity geht es bei den juristischen Scharmützeln aber auch um konkrete monetäre Interessen. Als bewährte Waffe dafür eignet sich am besten eine mehr oder weniger fundierte Patentrechtsklage. Erst Ende März hat Hewlett-Packard gegen den Konkurrenten Acer geklagt. Angeblich verletzen die Taiwaner fünf Patente HPs aus dem Bereich PC-Technik. Der Wettbewerber aus Fernost hatte in den zurückliegenden Quartalen im weltweiten PC-Geschäft deutlich Boden gutgemacht.

Wie man mit Patentrechtsklagen richtig viel Geld verdienen kann, hat in der Vergangenheit die Firma NTP bewiesen. Nach einem vierjährigen zermürbenden Gerichtsstreit zahlte Research in Motion schließlich freiwillig über 600 Millionen Dollar, um die Geschichte endlich vom Tisch und aus den Schlagzeilen zu bekommen. Ob der Blackberry-Hersteller nun tatsächlich Patente verletzt hat, wurde nie bewiesen.

Die Liste der anhängigen Verfahren lässt sich beliebig fortsetzen. Bei den gerichtlichen Scharmützeln geht es in erster Linie darum, den Wettbewerbern ein Bein zu stellen. Mit ihren großen Rechtsabteilungen verstehen es die Konzerne, meisterlich auf der juristischen Klaviatur zu spielen. Nicht selten kommen Manager ungeschoren davon, und keiner muss für schmutzige Tricks geradestehen. So wurde im März 2007 die Klage gegen Ex-HP-Managerin Patricia Dunn wegen des Schnüffelskandals in allen Punkten fallen gelassen.