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13.05.1977 - 

MDT für das Handwerk:

Im Normalfall eine Nummer zu klein

MÜNCHEN - Nach der Phase der Zentralisierung in der EDV spricht heute alles von Dezentralisierung, von der "Computerleistung am Arbeitsplatz". Der Computernutzen soll nicht nur einigen wenigen betrieblichen EDV-Spezialisten offenstehen, sondern allen dispositiv Tätigen, also auch dem Sachbearbeiter direkt zugänglich gemacht werden. Wie dies aus der Sicht des MDT-Anbieters und Rechenzentrum-Dienstleisters Taylorix bewerkstelligt werden könnte, beschreibt der Autor.

Allenthalben sind die Kurskorrekturen führender EDV-Anbieter zu beobachten, die sich heute selbst für den Handwerksbetrieb nicht zu schade sind und dies auch wortreich und mit großem werblichen Aufwand beteuern. Die dabei benutzten Formulierungen, die alle auf den "Computer für jedermann" hinauslaufen, sollen das Bild einer heilen und völlig problemlosen EDV-Welt für Klein- und Mittelbetriebe erzeugen, um diesen Betrieben die "EDV-Schwellenangst" zu nehmen.

Dieser argumentatorischen Offensive steht der interessierte mittelständische Unternehmer gegenwärtig häufig etwas ratlos, zum Teil auch mißtrauisch gegenüber. Was soll er von dem plötzlichen Interesse an seinem relativ kleinen Unternehmen halten? Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Wird der ganze "Verwaltungskram" nicht sowieso schon von der Ehefrau oder vom Steuerberater erledigt? Buchhaltung und Rechnungswesen sind doch unproduktive Pflichtübungen für das Finanzamt.

Doch so oft diese und ähnliche Meinungen gerade im Handwerk auch anzutreffen sein mögen, so wenig läßt sich darauf ein Pauschalurteil über mangelndes EDV-Interesse ableiten. Ganz im Gegenteil: Schon zum Jahresanfang 1977 bedienten sich Hunderttausende von Handwerksbetrieben moderner EDV-Verfahren, dabei in erster Linie der EDV-Service-Rechenzentren. Es gibt zwar keine exakte Zahl der bereits mit EDV arbeitenden Handwerksbetriebe, doch kann man die Mehrzahl von 800 000 Rechenzentrums-Benutzern dem Handwerk zurechnen - von genereller Ablehnung kann also keine Rede sein.

Die EDV im Handwerk ist längst Realität geworden und wird sich weiter durchsetzen. Zur Utopie wird sie nur dort, wo fehlgeleitetes Prestigedenken von der Handwerkerseite aus oder "Verkauf-um-jeden-Preis-Taktiken" von seiten der Anbieter zum Einsatz falscher, das heißt nicht auf den Betrieb zugeschnittener EDV-Verfahren führen.

Man hüte sich jedoch vor "Ausschließlichkeitsansprüchen". Welches Verfahren letztlich zum Einsatz kommt, hängt ausschließlich von den betriebsindividuellen Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes ab. Eine pauschale Festlegung zugunsten eines Kleincomputers oder des Service-Rechenzentrums ohne Kenntnis der zugrunde liegenden Betriebsstruktur ist betriebswirtschaftlicher Unsinn. Im Einzelfall kann im Handwerk, zum Beispiel bei sehr geringem Datenanfall, sogar die manuelle Datenverarbeitung wirtschaftlicher als jedes EDV-Verfahren sein.

In diesem Sinne soll auch die nebenstehende, stark vereinfachte Zusammenstellung verstanden werden. Sie will und soll keine Patentrezepte, sondern einige von der Praxis bestätigte Orientierungshilfen vermitteln. Trotz EDV soll dabei auch die konventionelle Datenverarbeitung angesprochen werden.

* Gerhard J. Pleil ist Pressereferent der Taylorix Organisation, Stuttgart