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04.05.1990 - 

Kontakte zum Ost-Markt machen DDR konkurrenzfähig

Im ostdeutschen Softwaremarkt liegen verborgene Qualitäten

Professor Völker Kempe lehrt am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse (ZIK) der Akademie der Wissenschaften in der DDR.

Im Gegensatz zum Hardwaremarkt ist die ostdeutsche Softwarebranche nicht auf ein Unternehmen fixiert. Zwar bietet Robotron die wichtigsten Betriebssysteme an, doch Standardsoftware, CAD/CAM-Lösungen oder !intelligente Systeme" kommen aus anderen Quellen. Eine entscheidende Rolle spielen der universitäre Bereich und die Kombinats-Rechenzentren. Über den gegenwärtigen Zustand und über die Potentiale des ostdeutschen Softwaremarktes berichtet Volker Kempe*.

Die Erkenntnis, daß Informatik und Informationstechnologie mit ihren Komponenten Rechen-, Kommunikations- und Automatisierungstechnik zu entscheidenden Intensivierungsfaktoren der modernen Wirtschaft geworden sind, ist auch in den Comecon-Ländern nicht neu.

So leiteten etwa 1977 in der DDR staatliche Maßnahmen den Aufbau einer Mikroelektronik-Industrie ein, um eine Voraussetzung für die Produktion informationstechnischer Erzeugnisse vor allem im Bereich Rechen- und Automatisierungstechnik zu schaffen.

Software mit großem Aufwand eingeführt

Heute beschäftigt diese Industrie 120 000 Mitarbeiter und hat aus eigenen Kräften ein beachtliches Niveau erreicht. Schon in den 60er Jahren initiierte man in der DDR umfassende Programme zum Einsatz der Rechentechnik, vor allem im Bereich der technischen Produkionsvorbereitung. Zum Teil wurde die Software mit großem Aufwand eingeführt, ohne daß die technischen Voraussetzungen für eine interaktive, dezentrale Arbeit mit Rechnern gegeben waren.

Für eine administrativ und zentral geleitete Wirtschaft spielt die Informationstechnik eine besondere Rolle. Namhafte UdSSR-Kybernetiker wie Gluschkov machten sie in ihren Konzepten zum Ausgangspunkt großer Programme, die den Aufbau umfassender staatlicher Computernetze zum Ziel hatten, bisher aber nur in Ansätzen verwirklicht wurden.

Aus diesen Denkansätzen entstand in den 60er Jahren die erste für die Softwarebranche relevante Einrichtung - das Kombinat für Datenverarbeitung (KDV). Es beschäftigt etwa 13 000 Mitarbeiter, war bisher der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik zugeordnet und verfügt über Rechenzentren in allen Bezirken, die über Datenfernübertragung miteinander verbunden sind.

Das Kombinat führt rechentechnische Dienstleistungen für große Handelseinrichtungen, Betriebe und das Transportwesen durch. Vielfältige Projekte auf den Gebieten betriebswirtschaftliche Organisation, Abrechnung, Bilanzierung, Lagerhaltung und Bestellung sowie im Dienstleistungsbereich wurden erarbeitet.

In letzter Zeit gab es außerdem Ansätze zur Unterstützung des ingenieurtechnischen Bereichs. Der Stand der Rechentechnik entspricht im wesentlichen der Organisationsform externer Rechenzentren.

Die Ausrüstung umfaßt ESER-Mainframes - die Abkürzung steht für "Einheitliches System der elektronischen Rechentechnik". Die Rechner stammen überwiegend aus der Produktion des Kombinates Robotron ebenso wie die entsprechende Basissoftware. Es handelt sich um eine Eigenentwicklung, orientiert an der IBM 370-Linie und der entsprechenden Betriebssystem-Umgebung.

Im Kombinat für Datenverarbeitung existiert als spezialisierter SW-Betrieb das Leitzentrum für Anwendungsforschung (LfA). Dort sind insgesamt 420 Mitarbeiter in der SW-Entwicklung und der EDV-Projektierung beschäftigt, davon 300 in Berlin sowie 120 in den drei Außenstellen Karl-Marx-Stadt Leipzig und Schwerin. 80 Prozent der Mitarbeiter verfügen über eine Hoch- oder Fachschulausbildung.

Das LfA ist auf Basisprodukte wie Betriebssystem-Komponenten oder Kommunikations- und Datenbanksoftware spezialisiert. Darüber hinaus wird Querschnittsoftware, zum Beispiel für Textverarbeitung und Büroautomatisierung hergestellt. Das Leitzentrum offeriert außerdem nachnutzungsfähige Anwendungslösungen .

Viele Produkte kommen aus den Kombinat-RZs

Seit 1986 wird CAD/CAM-Software, zum Beispiel als Erweiterung und Betreuung von Geometrie-Paketen, angeboten. Hinzu kommen Beratungsleistungen für moderne Rechentechnik und Software. Ähnliche Entwicklungen vollziehen sich in allen Rechenzentren des KDV mit typischen Software-Entwicklungskapazitäten zwischen 30 und 80 Beschäftigten.

Neben dem KDV bilden die Organisations- und Rechenzentren der Betriebe und Kombinate ein zweites wesentliches Element. Entstanden in den 60er Jahren, entwickelten sie sich in den 70ern zu Hauptanwendern der Rechentechnik.

Die Hardwarewelt wurde in der zweiten Hälfte der 80er Jahre durch dezentrale Rechner und durch Arbeitsplatzsysteme ergänzt. Eine Integration dieser Systeme fand nicht selten in Form von Terminalnetzen statt. Die Modernisierung der Technik erfolgt im Maschinenbau sowie in der Elektrotechnik/ Elektronik schneller und umfassender als zum Beispiel in den Rechenzentren des Kombinats Datenverarbeitung. Im Zusammenwirken mit Forschungseinrichtungen der Akademie der Wissenschaften (AdW) und Hochschulen oder Universitäten entstanden hier in den 80er Jahren Individualsoftware-Pakete beachtlichen Niveaus und hoher Akzeptanz.

Aus der Fülle seien nur einige herausgegriffen:

- DES ist ein komplexes Entwurfspaket für VLSI-Schaltkreise. Es wurde in mehrjähriger umfassender Projektarbeit gemeinsam von der Mikroelektronik-Industrie und von Forschungseinrichtungen entwickelt.

- Das CAD-Paket Grafis ist ein Produkt des Forschungsinstituts für Schuhindustrie (16-Bit-Technik).

- Autent ist ein SW-Paket zur Tragwerk- und Karosserieberechnung vom Institut für Leichtbau in Dresden. Später beteiligten sich die WTZ Automobilbau und das LfA daran (ESER-16-Bit und -32-Bit-Technik).

- Bei Roscha/Nischa handelt es sich um ein hocheffizientes Paket zur Schalenberechnung von der TUD (32-Bit-Technik).

- Cosar ist ein FEM-Paket für ESER-Technik von der Technischen Hochschule Magdeburg.

- Numath heißt ein mathematisches Grundpaket vom Institut für Mathematik von der AdW (ESER-32-Bit-Technik).

- Die integrierte CAD/CAM-Software Blech CAD entwickelten das Kombinat "7. Oktober" und das Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der AdW (ZKI), um den Entwurf und die Fertigung von Blechteilen in 32-Bit-Technik zu ermöglichen. Neben diesen Paketen gibt es noch eine Reihe anderer Softwarelösungen.

Das Kombinat Robotron muß Basissoftware bieten

Die meisten Beschäftigten im Softwaresektor der DDR arbeiten in den Betrieben und Kombinaten. So waren nach der Analyse des ersten Halbjahres 1989 genau 18 840 Beschäftigte unmittelbar mit des Herstellung von Software befaßt, davon 7775 mit Kundensoftware (41 Prozent) und 11 065 mit Anwendungslösungen im eigenen Betrieb.

Der größte Hersteller ist der Bereich Elektrotechnik/Elektronik mit knapp 20 Prozent des Softwarepotentials der DDR.

Dabei sind allein im Kombinat Robotron knapp 1400 Mitarbeiter in 11 Betrieben als Software-Entwickler beschäftigt.

Die Softwarespezialisten des Kombinats Robotron (KR) im Projekt Dresden fungieren als drittes Element in der Softwarelandschaft der DDR. Die besondere Rolle des KR als Softwareproduzent liegt in seiner staatlich festgeschriebenen Verantwortung für die Bereitstellung von Basissoftware.

Im Bereich ESER-Technik werden traditionell Betriebssysteme wie OS/ES 6.1 für R-1040/1055-Rechner oder MVS/ES für R-1057-Rechner entwickelt und vertrieben. Darüber hinaus bietet das Kombinat UNIX-kompatible Betriebssysteme wie Mutos für die Rechner K 1600 (16 Bit) EC 1034 und K 1840 (32 Bit) an. Hinzu kommen MS-DOS-kompatible Systeme wie DCP für den 16-Bit-PC und VMS-kompatible wie SVP 1800 für den K 1840-Minirechner.

Auch Sprachen wie Fortran, C, Modula-2, Pascal oder Cobol stellt das Kombinat Robotron bereit. Eine eigene LISP-Entwicklung - eine Standard-Common-LISP-Implementierung aus dem ZKI - ist für den Vertrieb vorgesehen, ebenso eine Prolog-Variante. Außerdem werden Datenbank-Management-Systeme (DBMS) angeboten, darunter sowohl rechtsmängelfreie Adaptionen als auch Eigenentwicklungen wie Topas vom LfA.

Informationsrecherche-Systeme wie Aidos basieren auf einer langjährigen Entwicklung durch Robotron. 1984 wurde im Kombinat ein spezieller Softwarebetrieb, das Robotron Projekt Dresden (RPD) gegründet, das mit etwa 1000 Beschäftigten für die Entwicklung von System- und Standardsoftware sowie für die Projektierung komplexer Anwendungslösungen verantwortlich ist.

Die Schwerpunkte liegen bei Datenbanksystemen, Informationsrecherche-Systemen und ausgewählten Branchenpaketen, zum Beispiel für numerische Mathematik, mathematische Statistik, Transportoptimierung, Textverarbeitung, Geschäftsgrafik und LAN-Software.

Die Auftragsprojektierung erfolgt sowohl für Robotron-Hardware als auch für IBM- und DEC-kompatible Technik. Erfahrungen sind vor allem in den Bereichen Auskunftssysteme, Dispositionssysteme - zum Beispiel für den Hotelbetrieb und Leitungsinformations-Systeme vorhanden.

Hochschulen bieten großes SW-Know-how

Ein wichtiges Potential für die gegenwärtige Umstrukturierung der DDR-Softwarebranche ruht in den Lehreinrichtungen (Hochschulen und Universitäten) und den Forschungseinrichtungen der Akademie der Wissenschaften (AdW). Dazu einige Bemerkungen: Sehr oft scheitert der Einsatz der Rechentechnik an der ungenügenden wissenschaftlich-technischen Durchdringung des Anwendungsproblems. Brute-force-Methoden helfen hier auch nicht.

Vor allem bei der Erschließung neuer Anwendungen ist die Innovationsunterstützung der Wissenschaft nötig. Viele Hochschulen der DDR stehen in einer guten Tradition: Wissenschaft und Praxis arbeiten Hand in Hand, ein Verfahren, das in westeuropäischen Ländern unüblich ist.

Dabei geht es nicht um den Mißbrauch von Forschungseinrichtungen für die Lösung von Tagesaufgaben der Industrie, sondern um die sehr oft in hoher Perfektion bewußt gepflegte Verzahnung von Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung und Entwicklungsanwendung, die zu anerkannt guten Ergebnissen geführt hat.

Im ZKI wird zum Beispiel auf den Gebieten Bildverarbeitung, Systementwurf Fertigungsautomatisierung oder Systemanalyse großer Wert auf die für Forschung und Praxis nützliche Ausgewogenheit zwischen Grundlagenforschung und Anwendung gelegt.

Die Lösungen haben ein hohes Niveau

Für die Entwicklung moderner Softwarelösungen spielen die Einrichtungen der AdW und des Hochschulwesens sowie neben dem ZKI das Institut für Informatik und Rechentechnik der AdW, die Technischen Universitäten von Dresden, Magdeburg und Karl-Marx-Stadt sowie die Technische Hochschule Ilmenau eine große Rolle.

Aus diesen Bereichen stammen vor allem Produkte für ingenieurtechnische Anwendungen, zum Beispiel für CAD, CAM, Berechnungs- und Optimierungssoftware, aber auch KI-Sprachen, Expertensysteme für Diagnose und Entscheidungsunterstützung, Tools für den Software-Entwurf und viele Anwendungslösungen. Das Niveau dieser Lösungen ist hoch und genügt zumindest bezüglich der algorithmischen Grundlagen durchweg höchsten Ansprüchen.

Gerade aus diesem Bereich heraus könnten Einzelpersonen oder Gruppen in den Vordergrund treten, die mit innovativen Softwarefirmen die Branche schnell beleben können.

Technische Isolation hat Programme geprägt

Fassen wir zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:

1. Die sich heute rasch entwickelnde Software-Branche der DDR blickt auf eine komplizierte und zum Teil widersprüchliche Entstehungsgeschichte zurück. Die ehrgeizigen Programme zur Anwendung der Rechentechnik in den 60er Jahren wurden von oben nach unten geplant und geleitet, ebenso wie in den 80er Jahren die Pläne für einen eigenständigen Aufbau- und Ausbau der Mikroelektronik-Industrie und in der darauf basierenden Informationstechnik.

Damit entsprachen diese Programme in ihrer Umsetzung nicht den vielfältigen Anforderungen der Anwender, sondern erfaßten im besten Fall Bedarfssegmente. Die jahrzehntelange technologische Isolation von der internationalen Arbeitsteilung hat diese Programme geprägt; es kam zu einem Wettlauf mit den vereinten internationalen Hochtechnologie-Entwicklungen, der zwar mit enormen Kraftanstrengungen verbunden, aber doch hoffnungslos war.

2. Ein hoher Spezialisierungsgrad und eine zu geringe Produktvielfalt haben in der DDR zu einem relativ schmalen Angebot an Endprodukten geführt. Das wird in der Rechen- und der Automatisierungstechnik sichtbar.

Gegenwärtig bahnt sich eine Umstrukturierung der Branche und eine Neuorientierung auf gewinnträchtige Marktprodukte an, wobei staatliche Subventionen für die Mikroelektronik weitgehend reduziert werden dürften. Diese Entwicklung führt zur Freisetzung von sehr vielen Ingenieuren, Technikern und Wissenschaftlern, die unter anderem ein Potential für die systematische Erweiterung der Softwarebranche darstellen könnten.

Eine positive Rolle kann dabei die Kenntnis des Comecon-Marktes, insbesondere des sowjetischen Marktes, spielen: Sprachkenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Partnern aus diesen Gebieten sind optimale Voraussetzungen.

3. Bisher war in der DDR die Softwarebranche nicht marktorientiert organisiert. Zentrale Regelungen schrieben die Verantwortung des Kombinats Robotron für Basissoftware, des KDV für bereichsübergreifend nutzbare Anwendersoftware und des Werkzeugmaschinen-Kombinats "Fritz Heckert" für Software zur Steuerung von Werkzeugmaschinen fest.

Software-Vertriebsnetz als Investitionsfeld

Trotz recht gut ausgebauter Verbindungen des Kombinats Robotron und des KDV zu den Hauptanwendern und trotz eines relativ guten Vertriebs- und Schulungssystems des KR - vor allem in der UdSSR und DDR - gibt es kein auf den breiten Nutzerkreis der PC-Technik orientiertes Software-Vertriebsnetz. Bei etwa 150 000 Arbeitsplatzrechnern und ungefähr 500 000 Heimcomputern sowie angesichts der enormen Dynamik dieses Sektors ist dies eine vordringliche, gewinnträchtige Aufgabe und ein erfolgversprechendes Investitionsfeld.

4. Problemfelder bei der Entwicklung von Software waren und sind zum Teil noch heute:

- die ungenügende Versorgung mit Entwicklungshardware, mit international eingeführter Basissoftware und mit softwaretechnologischen Werkzeugen. Als Gründe sind die Cocom-Liste und fehlende Investitionsmittel anzuführen.

- In vielen Fällen entsprachen die Zielsysteme nicht dem internationalen Niveau, zum Beispiel bezüglich verwendeter Rechentechnik und verfügbarer informationstechnischer Infrastruktur.

- Der Zugriff auf internationale Datenbanken und Informationssysteme ist nach wie vor ungenügend.

- Die Kooperationsbedingungen für ein aktives Auftreten auf dem internationalen Softwaremarkt gestalten sich schwierig. Es fehlt an Kapital, vor allem für wissenschaftlich-technische Einrichtungen und Einzelunternehmer.

Gezielte Abwerbemaßnahmen

Diesen Problemen stehen niveaustimulierende Faktoren gegenüber wie

- eine hohe Motivation für die Arbeit im High-Tech-Bereich,

- Ideen- und Trickreichtum - Not macht erfinderisch - und meist bessere wissenschaftliche Durchdringung der algorithmischen Grundlagen,

- enge Kunden- beziehungsweise Anwendernähe wissenschaftlich-technischer Softwareteams und Kenntnis der Kundenprobleme in einem oft höheren Maße als bei Softwarehäusern oder akademischen Einrichtungen in Westeuropa.

Diese Vor- und Nachteile existieren für die verschiedenen Einrichtungen der SW-Branche in unterschiedlichem Maße. Vor allem einige Forschungsinstitutionen haben durch zielgerichtete Selbstversorgung und gewährte Unterstützung ein hohes Niveau bei der Entwicklung konkurrenzfähiger Individualsoftware erreichen können. Die Qualität der Software-Entwickler wird leider auch durch gezielte Abwerbemaßnahmen einiger Unternehmen unter Beweis gestellt.

Wichtige Aufgaben zur Förderung der SW-Branche

Zu den dringendsten Aufgaben beim Versuch, die Entwicklung der Softwarebranche zu fördern, gehören:

- die schnelle Einführung international üblicher Formen des Softwareschutzes,

- Stimulierung des Ausbaus eines PC- und PC-Software-Vertriebsnetzes, vorwiegend auf der Basis von gemischten oder Fremdunternehmen,

- Förderung von Unternehmensgründungen für die Entwicklung und den Vertrieb von Individualsoftware sowie für die Projektierung und Auftragsausführung von Anwenderlösungen. Der Markt für Standard- und Individualsoftware in der DDR ist gerade erst im Entstehen und bietet in Verbindung mit der Modernisierung, Effektivierung und Umstrukturierung der Wirtschaft in der DDR große Möglichkeiten.

- Unterstützung der Vermarktung von DDR-Software in Europa und gegebenenfalls auf anderen Kontinenten. Leistungsfähige Forschungs- und Entwicklungsteams sind vor allem im Bereich der Wissenschaft vorhanden.

Ich hoffe, daß gerade dieser Intelligenz-intensive Bereich der Software-Entwicklung in der DDR bald einen schnellen Aufschwung nehmen wird und damit zur Gesundung der Wirtschaft beiträgt.