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26.10.2001 - 

Neue Chipdesigns auf dem Microprocessor Forum

Im Reich der Prozessoren

26.10.2001
SAN JOSE (IDG/CW) - Auf dem Microprocessor Forum (MPF) im kalifornischen San Jose gab sich die Halbleiterbranche wie jedes Jahr die Ehre: Neben Intel und seinem Erzrivalen AMD enthüllten dort unter anderen IBM, Transmeta, Sun sowie ARM ihre jüngsten Kreationen rund um den Mikrochip. Entsprechend bunt geriet das Spektrum an Neuheiten.

Ein "Hammer" war AMDs Beitrag zum diesjährigen Branchen-Happening: Der Intel-Konkurrent lüftete den Schleier über dem so genannten Blueprint seines kommenden 64-Bit-Prozessors. "Dies ist nicht einfach nur ein neuer Mikroprozessor", versichert Fred Weber, Chief Technology Officer (CTO) von AMD. Vielmehr werde die unter dem Codenamen "Hammer" entwickelte Technik eine komplette Linie von Workstation- und Server-Produkten ermöglichen - ein Terrain, in dem AMD seinem Erzrivalen Intel noch kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Anders als Halbleiterhersteller Intel, der mit "IA64" gemeinsam mit Hewlett-Packard eine völlig neue Plattform entwickelte, hat AMD die x86-Architektur von 32 auf 64 Bit aufgebohrt und damit deren Speichergrenze von 4 Gigabyte überwunden. Die Hammer-CPUs sollen damit sowohl bestehende 32- als auch künftige 64-Bit-Anwendungen unterstützen, während Intel zwischen der Pentium- (32 Bit) und Itanium-Linie (64 Bit) unterscheide.

Der Hammer enthält einen Controller für DDR-Speicher (DDR = Double Data Rate), der die Zugriffszeit auf den Arbeitsspeicher deutlich reduzieren soll, und unterstützt ECC-Hauptspeicher (ECC = Error Correcting Code). Darüber hinaus nutzt er die im Februar vorgestellte AMD-Bustechnik "Hypertransport" (siehe CW 8/01, Seite 41), die eine Bandbreite von bis zu 12,8 Gigabit pro Sekunde zwischen CPU und anderen Rechnerkomponenten ermöglichen soll, und ist - in Ergänzung zum "Athlon MP" - für Vier- und Acht-Wege-Systeme konzipiert. Erste Hammer-Chips sollen in der zweiten Hälfte 2002 auf den Markt kommen.

Pentium 4 lernt das LaufenZu den Neuheiten aus dem Hause Intel zählte die Ankündigung der ersten Mobilvariante des Pentium 4, die der Hersteller im ersten Halbjahr 2002 mit einer Taktfrequenz von gut 1,5 Gigahertz ins Rennen schicken will. Anders als ihr zunächst ausschließlich auf teuren Rambus-Speicher ausgelegter Desktop-Bruder wird sich die im 0,13-Mikrometer-Verfahren gefertigte Notebook-CPU gleich von Geburt an mit DDR-SDRAM verstehen. Dafür sorgt laut Intel der zeitgleich verfügbare Chipsatz "845MP".

Ferner soll der mobile Pentium 4 eine verbesserte Version von Intels Stromspartechnik "Speedstep" enthalten, mit deren Hilfe die Taktfrequenz dynamisch an die Prozessorauslastung angeglichen wird. Ende kommenden Jahres wird die Mobil-CPU dann mit zwei Gigahertz zu haben sein.

Eher geizig zeigte sich Intel in Bezug auf Informationen zu "Banias", einem neuen mobilen Stromsparprozessor, der im Jahr 2003 von der Leine gelassen werden soll. "Banias wird von Grund auf neu konzipiert sein und aus einem spezifischen mobilen Prozessor sowie einem mobilen Chipset bestehen", lautete die etwas vage Beschreibung. An Banias arbeiten derzeit rund 500 Entwickler in Intels Development Center in Israel.

IBM nutzte das MPF als Plattform für die Vorstellung seiner bislang schnellsten Embedded-Power-PC-Variante. Der "Power PC 750FX", der zunächst mit 700 Megahertz debütieren soll, wird der erste Chip sein, der in Big Blues neuem Fertigungsverfahren "CMOS 9S" hergestellt ist. Dabei handelt es sich um eine Kombination von technischen Neuerungen wie Kupfer-Leiterbahnen, der SOI-Technologie (SOI = Silicon on Insulator) sowie "Low-K Dielectric" - einer IBM-Technik zur Isolierung von Leiterbahnen, die Mikrochips um rund 30 Prozent beschleunigen soll - mit dem 0,13-Mikrometer-Prozess. Damit soll sich der Chip in den Folgeversionen zu einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigahertz aufschwingen können und dabei mit einem Stromverbrauch von lediglich fünf Watt begnügen. Testmuster des 750FX werden voraussichtlich Anfang 2002 verfügbar sein.

Seinen ersten System-on-Chip-Prozessor kündigte Halbleiterhersteller Transmeta an. Der "Crusoe TM6000", der "embedded" seinen Dienst in unterschiedlichster Hardware von Routern und Settop-Boxen bis hin zu DVD-Playern und Highend-Print-Servern verrichten soll, wird nach Angaben der Chipschmiede eine Leistungslücke im Eigenangebot zwischen Highend- und Lowend-Prozessoren schließen. Der Intel-kompatible Baustein wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2002 auf den Markt kommen. Die Hauptspeichergröße liegt bei 2 GB, integriert sind ECC-Memory-Chips sowie die Unterstützung für DDR-RAM mit einer Taktrate von 333 Megahertz. Trotz Taktraten von bis zu einem Gigahertz wurden die Stromspareigenschaften weiter verfeinert: So soll sich die hauseigene "Long-Run"-Technik im neuen Chip auch auf die "North"- und "South"-Bridge sowie die Grafikeinheit erstrecken. Ferner verspricht Transmeta noch für dieses Quartal die Auslieferung des verspäteten 0,13-Mikrometer-Crusoe "TM5800", der ursprünglich für Juni angekündigt war.

Sun stellt "Jalapeno" vorNeues gab es auch von Sun Microsystems: Der Hersteller zauberte seinen "Ultrasparc IIIi" aus dem Ärmel, der für den Einsatz in Ein- bis Vier-Wege-Servern gedacht ist. Der von Texas Instruments im 0,13-Mikrometer-Prozess gefertigte Chip verfügt über 1 MB Level-2-Cache und soll 2002 mit Taktraten von über einem Gigahertz und einem Stromverbrauch von weniger als 60 Watt erhältlich sein.

Als diesjähriger Beitrag zum kalifornischen Chipforum stellte ARM seine Prozessorarchitektur "ARMv6" vor. Von der per SIMD-Technik (SIMD = Single Instruction, Multiple Data) gesteigerten Multimedia-Performance sollen in erster Linie Handheld-ähnliche Geräte profitieren. Ein verbessertes Level-One-Speichersystem inklusive DMA-Controller bringe gegenüber der aktuellen Chipgeneration 30 Prozent Mehrleistung, so der Hersteller. Prozessorkerne auf Basis der neuen Architektur sollen im kommenden Jahr erscheinen.