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25.10.2004

Im RZ gehen die Lichter aus

Amadeus automatisiert First-Level-Support.

Heute nutzen mehr als 170000 Reisebüros und -agenturen in über 200 Ländern die Buchungs- und Auskunftssysteme von Amadeus. Das Rechenzentrum des seit 1999 börsennotierten Unternehmens mit Hauptsitz in Madrid befindet sich in Erding bei München. Hier werden die Systeme und das Netz für alle Amadeus-Produkte zentral gesteuert. Das Rechenzentrum verarbeitet heute pro Tag zirka 250 Millionen Transaktionen und 1,96 Millionen Buchungen.

Mainframes stemmen Hauptlast

Um das ehrgeizige Ziel einer 99,96-prozentigen Verfügbarkeit zu erreichen, ist die gesamte Hardware auf sechs Rechenzentrums-Einheiten verteilt, die, geschützt durch feuerfeste Isolierungen, völlig autark funktionieren und über eigene unterbrechungsfreie Stromversorgungen verfügen. Im Einsatz sind 37 Mainframes verschiedener Hersteller mit einer Kapazität von rund 25 000 MIPS (Million Instructions per Second) und 250 Terabyte Plattenspeicher. Daneben sind 170 Unix-Server und rund 200 auf Intel-Chips basierende Server im Einsatz. Mit einer Fläche von 6000 Quadratmeter und einem Areal von 20 000 Quadratmetern zählt das Rechenzentrum zu den größten zivilen Datenzentren Europas.

Für die Reisedistribution in Deutschland nutzt Amadeus neben zahlreichen Unix-Servern als Kernbestandteil drei BS2000/ OSD-Hochleistungsrechner von Fujitsu Siemens, die im Jahr 2002 die bis dahin eingesetzten SR2000-Systeme, ebenfalls von Fujitsu-Siemens, ersetzt haben. "Heute laufen diese Server so solide, dass wir es wagen konnten, den Betrieb der Systeme vollständig zu automatisieren", freut sich Thomas Delica, BS2000-Systems-Manager bei Amadeus.

Ein entsprechendes, "Lights Out" getauftes Projekt konnte Anfang dieses Jahres abgeschlossen werden. Mit dem BS2000-Jobsteuerungs-Tool "Avas" (Auftragsverwaltungs- und Abwicklungssystem) von Fujitsu-Siemens und der Überwachungslösung "TOP/X" von Eye Tech Software sowie zusätzlicher Eigenentwicklungen ist es Amadeus gelungen, den First-Level-Support überflüssig zu machen. Seitdem ist die Präsenz von Systemoperatoren für die Tag- und Nacht-Überwachung nicht mehr notwendig.

Ein Tool beobachtet sämtliche Konsolen, auch die der in das System involvierten Unix-Systeme, beantwortet automatisch Fehlermeldungen und alarmiert bei Problemen den Second-Level-Support, der kleinere Probleme sofort löst beziehungsweise im Bedarfsfall die Systemprogrammierer (Third-Level-Support) informiert.

Automatisierung spart 12 Stellen

Amadeus konnte mit dieser Automatisierung zwölf Operatoren einsparen. "Diese werden an anderer Stelle dringend gebraucht", so Joachim Holleitner, Manager Advanced Technology bei Amadeus. Zum Beispiel wird das Unternehmen verstärkt neben dem klassischen Reservierungsgeschäft IT-Leistungen für Fluggesellschaften anbieten. So wurde erst vor kurzem das gesamte Abfertigungssystem der British Airways von London nach Erding verlegt und die Operatoren auf die neuen Systemumgebungen umgeschult. (rg)