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17.03.1989 - 

SAP sieht McCormack & Dodge nicht als echte Konkurrenz:

Im Software-Markt ist IBM SAPs Angstgegner

HANNOVER (qua) - Voraussichtlich im April wird die US-Softwareschmiede McCormack & Dodge (M&D) mit einer deutschen Version ihrer "Millenium"-Familie in den Markt für integrierte Anwendungspakete einsteigen. Der deutsche Marktführer, die SAP AG in Walldorf, fürchtet diese Konkurrenz allerdings weit weniger als die der IBM.

Spätestens seit der SAA-Ankündigung munkelt die Branche, der blaue Riese werde sich den Anwendungsmarkt nicht durch die Lappen gehen lassen. SAP-Geschäftsführer Hasso Plattner: "Wir fürchten das seit drei Jahren und tun seither alles, um dem kommenden Wettbewerb durch die IBM mit besseren Produkten zu begegnen". Zum Scheitern verurteilt sei hingegen der Versuch, mit dem weltweiten Sales-Apparat der Armonker in Konkurrenz zu treten.

Zweckoptimismus legt John Birch, Corporate Vice President bei McCormack & Dodge, an den Tag: "Um im Markt für Applikationssoftware erfolgreich zu sein, ist es notwendig, daß die Entwickler über Know-how aus dem jeweiligen Anwendungsbereich verfügen; wer sein Leben lang bei der IBM arbeitet, kann das nicht erwerben." Ergänzt Europa-Direktor Rolv Eide: "Zumindest wird dort niemand ermutigt, sich solches Wissen anzueignen".

Nach Ansicht des ehemaligen IBM-Managers Birch ist es für IBM billiger und weniger risikoreich, die Entwicklung von Anwendungssoftware den sogenannten Software-Partnern zu überlassen: "Das kostet IBM nicht einen Cent."

Anders im Bereich Datenbank-Management-Systeme: Dort habe der Hardware-Anbieter ein existentielles Interesse daran, den Markt zu kontrollieren - "nicht, um DBMS-Produkte zu verkaufen, sondern um Hardware zu verkaufen".

Bezüglich ihrer Chancen auf dem deutschen Anwendungsmarkt wollen die M&D-Manager sich derzeit noch nicht festlegen. Plattner zeigt hinsichtlich der potentiellen Konkurrenz Gelassenheit: "Ich vermute, daß wir McCormack & Dodge nicht spüren werden". Auf keinen Fall werde der US-Anbieter es auf dem deutschen Markt leicht haben; dessen Komplexität und der Perfektionismus der hiesigen Anwender sei nicht zu unterschätzen.

Etwa ein Dutzend englische "Millenium"-Versionen sind bereits im deutschsprachigen Raum installiert. Den betroffenen Kunden garantiert M&D den kostenlosen Umtausch gegen das deutsche Release, sobald verfügbar.

Installation, Wartung und Hotline-Service wird die deutsche M&D-Niederlassung in Köln übernehmen - Projektverantwortung allerdings nicht. Zu diesem Zweck pflegt McCormack & Dodge die Zusammenarbeit mit Unternehmensberatungen wie Arthur Andersen und Price Waterhouse.

Pikanterweise ist Arthur Andersen ebenfalls ein enger Geschäftspartner von SAP. Kommentiert Plattner: "Das ruft bei uns sicher keine Begeisterung hervor; aber wir werden weiter mit Arthur Andersen zusaramenarbeiten." Da zumindest bei den Großkunden das Marktpotential für integrierte Anwendungslösungen nahezu ausgeschöpft ist, vollzieht sich in diesem Markt derzeit ein Verdrängungswettbewerb. Konstatiert der SAP-Manager: "Mit dem größten Teil der Anwendungssoftware, die wir installieren, ersetzen wir vorhandene Systeme."

Ein zweites Standbein verschaffen sich die Walldorfer, indem sie ihr 4GL-Produkt "Abap 4" ausbauen. Plattner: "Es ist unser strategisches Ziel, neben der Anwendungssoftware die Tool-Umgebung zur Verfügung zu stellen. Die Software AG weiß das natürlich - genauso wie wir wissen, daß die Software AG Anwendungssoftware entwickelt."