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27.09.2005

Im VW-Konzern ist kein Platz für Gedas

Die IT-Dienstleistungstochter gilt als eineattraktive Übernahmekandidatin.

Gedas wird wohl künftig nicht mehr Mitglied der Volkswagen-Familie sein. Offiziell prüft der VW-Vorstand die Optionen Ausbau, Börsengang sowie Verkauf der Konzerntöchter Europcar und Gedas. Doch Marktbeobachter, etwa von Ovum, rechnen nicht damit, dass die Wolfburger am IT-Geschäft festhalten werden. Auch Ingo Marjan, Vorstand des Düsseldorfer Consulting-Hauses SMP AG und Kenner der Szene, meint: "Wenn der VW-Konzern sich gegen einen strategischen Geschäftsausbau entscheidet, ist ein Verkauf realistischer als ein Börsengang."

Kommt es zur erwarteten Trennung vom Konzern, setzt sich der Ausverkauf deutscher IT-Ausgründungen fort. In den letzten Jahren hatten sich bereits Konzerne wie Thyssen-Krupp, RAG, Rheinmetall, KarstadtQuelle, Drägerwerke und Arag von ihren IT-GmbHs getrennt. "Wenn die Muttergesellschaften Probleme im Kerngeschäft haben, konzentrieren sie sich allein darauf und nehmen dies zum Anlass, alle Randaktivitäten zu überprüfen", beobachtet Anja Schulze, Leiterin des Swiss Center für Automotive Research an der Universität St. Gallen. Auch bei Volkswagen ist das der Fall.

Gedas selbst hatte sich nach einer schwierigen Phase zuletzt wieder gefangen: Die Einnahmen des Geschäftsjahres 2004 in Höhe von 576 Millionen Euro waren gegenüber 2003 zwar noch leicht gefallen, im laufenden Jahr strebt das Unternehmen aber wieder steigende Umsätze an - wenngleich keine konkreten Zahlen genannt wurden. In den vergangenen Jahren schrieb Gedas Gewinne, die Kapitalrendite von zuletzt 6,3 Prozent soll künftig auf neun Prozent wachsen. Die Einnahmen außerhalb des Konzerns wuchsen um neun Prozent und belaufen sich nun auf 31 Prozent vom Gesamtumsatz. "Gedas hat mit IT-Lösungen im VW-Umfeld, etwa bei Händlern und Lieferanten, zuletzt gute Geschäfte gemacht", berichtet SMP-Vorstand Marjan. Aber auch außerhalb dieses Einzugsbereichs sei der Dienstleister voran gekommen.

Innerhalb des Autokonzerns ist die Rolle von Gedas dagegen weniger eindeutig. In Deutschland erbringt der hauseigene IT-Dienstleister hauptsächlich Projektdienste für die VW-Gruppe.

IT-Kosten müssen runter

Im Ausland, wo Gedas immerhin 72 Prozent der Jahreseinnahmen erzielt, übernimmt die VW-Tochter für ihre Muttergesellschaft vornehmlich Betriebsservices. Probleme hat dem Hauslieferanten die unter VW-CIO Klaus-Hardy Mühleck erstarkte interne IT-Organisation bereitet. Der nun angekündigte Schritt läuft vor allem darauf hinaus, die IT-Kosten im Konzern zu drücken.

"Der potenzielle Käuferkreis ist nicht so klein, wie bei anderen IT-Ausgründungen", vermutet die schweizer Branchenexpertin Schulze. Weil Gedas sowohl Betriebs- als auch Projektdienste liefert, dürften neben reinen Outsourcing-Spezialisten wie EDS, CSC und Hewlett-Packard auch IT-Dienstleister mit Betriebs- und Beratungsgeschäft wie IBM, Accenture und Capgemini Interesse haben. "Aus strategischer Sicht muss Volkswagen jedoch sicherstellen, dass die IT-Services zuverlässig geliefert werden und hier auch langfristig die Kostenposition verbessert wird", warnt Schulze.