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24.08.1984 - 

GEI realisiert Message-Switching-System für World-Meteorological-Organisation:

Im weltweiten Verbund dreistufig ausfallsicher

AACHEN (pi) - Für mittlere bis extreme Übertragungsraten und extreme Anforderungen, was die Ausfallsicherheit anbelangt, hat das Systemhaus GEI, Aachen, ein Message-Switching-System, MSS, entwickelt und bereits mehrfach Installiert. MSS läuft auf Minis und Superminis. Ausfallsicherheit ist von der GEI in drei Stufen definiert: "Cool-Standby", "Warm-Standby" und "Hot-Standby". Die Aachener sehen ihre MSS-Kunden insbesondere wegen des modularen Aufbaus, der Menge der zugelassenen Meldungsprotokolle, Übertragungsraten und Hardwarekonfigurationen bei Verlagen, Presseagenturen oder Konzernen mit intensiver Kommunikation zwischen den einzelnen Niederlassungen.

An MSS können bis zu 192 Übertragungskanäle angeschlossen sein. Asynchrone Verbindungen bis 9600 Baud sind per V.24-Schnittstellen möglich, bei einer mit 20 mA betriebenen Stromschnittstelle werden Raten bis 200 Baud erreicht. Es können Paketübertragungen gemäß dem HDLC-Protokoll realisiert werden, dabei sind alle wichtigen Parameter der Ebene 2 per Software einstellbar.

MSS unterrichtet den Benutzer jederzeit über die Warteschlange der anstehenden Messages, und zwar differenziert nach "normalen" (das heißt automatisiert abarbeitbaren), fehlerhaften und außergewöhnlichen Nachrichten. Eine implementierte Textverarbeitung läßt Korrektur und Änderung von Nachrichten zu.

Der Empfang von Nachrichten genießt absolute Priorität über alle anderen Verarbeitungsfunktionen des Systems. Die hereinkommenden Nachrichten werden in einem Puffer abgelegt, der den jeweiligen Eingangskanälen zugeordnet ist. Alle Puffer sind zu einem dynamischen Pool zusammengefaßt. Läuft dieser Pool wegen außergewöhnlich hohem Datenaufkommen voll, so werden die Informationen auf einer zyklisch organisierten Platte zwischengespeichert, so daß im Pool wieder Platz frei wird.

Im Normalfall hält das System alle Daten bis zur Weiterverarbeitung im Puffer. In jedem Fall informiert es das Verarbeitungsprogramm über alle empfangenen Nachrichten und ordnet sie entsprechend den Eingangsleitungen.

MSS akzeptiert eine gewisse Bandbreite von Nachrichtenformaten. Gewissen Fehler und Abweichungen erkennt MSS und korrigiert sinngemäß. Auf einige "Formalitäten" legt das System jedoch großen Wert, so verzichtet es keinesfalls vollständig auf die Anfangskennung. Durch diese Maßnahmen werden Übertragungsfehler durch Kanalstörungen erkannt, die sich ja im Text an fatalen Stellen wiederholen könnten.

Anhand der Titelzeile unterscheidet MSS Standardmeldungen, die automatisch bearbeitet und anhand definierter Kennungen weitergeleitet werden, von außergewöhnlichen Meldungen, die auf der Operatorkonsole angezeigt werden. MSS erkennt Doppelmeldungen und schließt sie von der Bearbeitung aus. Alle Nachrichten, die unter gleicher Eingangsspezifikation empfangen werden, verkettet MSS untereinander und legt sie so ab, daß auf die jeweils zuletzt eingegangene Nachricht zuerst zugegriffen wird. Ältere Nachrichten findet das System, indem es die Kette bis zu ihnen hin durchgeht.

MSS vermag anhand gewisser Dateneingaben selber Standardnachrichten zusammenstellen und auf Fehlerfreiheit sowie Vollständigkeit zu prüfen. Für die Übertragung werden sie verschiedenen Prioritätsebenen zugeordnet. Wann, an wen und nach wieviel erfolglosen Versuchen welche Nachricht übertragen wurde, registriert MSS in einem Protokoll. Daß MSS alle Daten vor unberechtigtem Zugriff schützt, nach vielen Kriterien Statistiken anlegt und es beispielsweise gestattet, die "Spur" einer Nachricht durch das gesamte System nachzuvollziehen, versteht sich am Rande.

Cool-, Warm-, Hot-Standby

MSS läßt sich je nach den Zuverlässigkeitsanforderungen des Nutzers unterschiedlich ausbauen. Abgesehen vom Einzelsystem wird eine Cool-Standby-Alternative angeboten: Während die Nachrichtenvermittlung auf der aktiven CPU läuft, ist der Zweitrechner für andere Aufgaben verfügbar. Beim Zusammenbruch eines Systems wird der passive Rechner hochgefahren, der über Umschalter Zugriff auf alle Kanäle und Platten des anderen Systems hat und anhand des Log-Bandes auf das aktuelle Informationsniveau gebracht wird. Ungesichert während des Hochfahrens eingehende Daten können allerdings verlorengehen.

Mehr leistet ein Warm-Standby-System. Der Zweitrechner wird permanent über die Arbeiten des heißen Systems informiert und verfügt über eine eigene Datenbank, die ständig auf dem neuesten Stand gehalten wird. Spezielle Hardware sorgt für die automatische Umschaltung bei einem Systemzusammenbruch. Höchstens Nachrichten, die zu einem solchen Zeitpunkt auf ungesicherten Leitungen eingegangen, aber noch nicht an das Partnersystem weitergeleitet worden sind, können jetzt noch verlorengehen. Im regulären Betrieb läßt sich das Partnersystem noch teilweise für andere Anwendungen nutzen.

Hot-Standby-Systeme verhindern beim Zusammenbruch einer Komponente vollständig den Verlust von Nachrichten: Im Normalfall laufen beide Systeme parallel, jedes verfügt über eine eigene Schnittstelle zum anderen. Im Fehlerfall ist die Umschaltung ohne Zeitverlust möglich.

Die World Meteorological Organization (WMO, eine Organisation der UNO) hat bereits drei MSS-Systeme von den GEI in Lizenz genommen und setzt das Produkt zur Vermittlung von Wetternachrichten ein.

Zentralen in Washington, Moskau und Melbourne

Das weltumspannende Netz der Wetterdienste mit Zentralen in Washington, Moskau und Melbourne sowie die Regionalzentralen in den größeren Ländern der Erde sind auf schnellstmögliche, ununterbrochene Nachrichtenvermittlung extrem angewiesen. Denn die Güte von Wetterprognosen, von denen Verkehr, Landwirtschaft und viele Industrien in zunehmendem Maße abhängig sind, resultierten daraus, wie schnell und vollständig das Datenmaterial der Beobachtungsstationen zur Verfügung steht.

MSS erfüllt also die Anforderungen, die die WMO an globale Telekommunikationssysteme stellt. Als standardisiertes Produkt bietet es außerdem zu vertretbaren Kosten vielen Ländern die Möglichkeit, erstmals am automatisierten Nachrichtenverkehr der WMO teilzunehmen. Spezielle Prozeduren, die die WMO international vereinbart hat, gehören zur Grundausstattung von MSS.

Informationen: GEI-Gesellschaft für elektronische Informationsverarbeitung mbH, Albert-Einstein-Straße 61, 5100 Aachen, Telefon: 0 24 08/13 150