Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.06.1997 - 

Kolumne

"Imageverlust durch Zickzack-Kurs"

Wird Novell nach Lotus, IBMs OS/2 und wohl auch Apple das nächste Opfer der Microsoft-Marketing-Maschine? Obwohl die finanzielle Situation mit der von Lotus vor der Übernahme durch IBM oder von Apple noch nicht zu vergleichen ist, gerät Novell zunehmend in eine Imagekrise. Müssen die Netzwerkspezialisten doch seit dem Marktauftritt von Windows NT plötzlich begründen, welche Vorteile das eigene Netz-Betriebssystem Netware beziehungsweise Intranetware gegenüber NT Server bietet. Spätestens mit der Version 5.0 von NT, zu der Microsoft auch einen Directory-Service anbieten wird, drohen Novell die Argumente für das eigene System auszugehen.

Geschickt hat die Gates-Company Novells Schwäche im Application-Server-Bereich ausgenutzt. Das Unternehmen aus Provo fühlte sich - vor allem als man die Abenteuer "Unixware", "Appware" und "Wordperfect" beendet hatte - zurückgesetzt auf die ursprünglichen Netzdienste Print- und File-Services. Also hat das Novell-Management auf der Suche nach einer neuen Positionierung versucht, den Schauplatz auf Internet und Intranet-Technologie zu verlagern. Weil verzögert und halbherzig, brachte diese Initiative bisher wenig. Die nach einiger Kosmetik (noch keine native Unterstützung von TCP/IP) in Intranetware umgetaufte Netware-Version 4.11 konnte die Verkaufszahlen nicht nachhaltig in die Höhe treiben. Andere Initiativen wie die Freigabe der NDS für Windows NT oder die Border-Manager haben die Anwender noch nicht erreicht.

Ebenfalls bisher nicht geholfen haben die programmatischen Äußerungen des neuen Chefs Eric Schmidt, der nur noch Netware Directory Services, Java und Internet predigt. Im Gegenteil: Plötzlich fühlen sich die Anwender, die einen Weg in die Zukunft gewiesen haben wollten, nicht mehr sicher, weil keiner mehr über ihre Netware-Plattform spricht. Verkehrte Welt? Nein, eher Erfahrung der Kunden, die vom jahrelangen Zickzack-Kurs der Netware-Company die Nase voll haben. Novell wäre gut beraten, in nächster Zeit unmißverständlich klarzumachen, wohin die Reise geht. Sonst droht neben dem Imageverlust noch größerer finanzieller Schaden als bisher. Dabei könnte - so leidvoll das für die Betroffenen auch ist - die jetzt angekündigte Konsolidierung helfen. Für plötzliche Kurswechsel dürften künftig die Ressourcen fehlen.