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15.02.2002 - 

IT in Versicherungen/Computerspezialisten haben gute Jobchancen in Versicherungen

Imagewechsel bei den Assekuranzen

15.02.2002
MÜNCHEN - Vorsichtiger Optimismus zeichnet die derzeitige Stimmung in der deutschen Wirtschaft aus. Die Versicherungen gehören zu den Branchen, denen Analysten weiteres Wachstum prophezeien. Ein Blick in die Personalabteilungen der Assekuranzen zeigt, welche IT-Profis gesucht werden. Von CW-Mitarbeiterin Katja Müller

"Bei uns findet ein Computerspezialist nahezu jedes IT-Betätigungsfeld, das er sich vorstellen kann", sagt Reiner Wolf, Sprecher für Personalangelegenheiten bei der Allianz AG in München. Es scheint, als ob die Versicherungssparte nach wie vor ein Exot unter den Arbeitgebern für IT-Profis ist. Denn trotz IT-Flaute besteht in der Branche Fachkräftemangel. Für viele Informatiker aber gelten die Assekuranzen als verstaubt und rückständig. Dabei mussten sich die einschlägigen Firmen in den vergangenen Jahren der rasanten Entwicklung im E-Commerce beugen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

"Bei Quereinsteigern ist es uns egal, woher sie ihre Computerkenntnisse haben, wenn sie gut qualifiziert sind. Hier sehen wir sogar den Vorteil, dass sie auch über andere Kenntnisse als die aus der IT verfügen", sagt Wolf. Explizites Wissen über die Versicherungsbranche sei jedoch weder bei Quereinsteigern noch bei qualifizierten Fachkräften notwendig. Die Allianz sucht im IT-Bereich vor allem Systemspezialisten und Anwendungsentwickler mit einem Studium der Informatik oder Mathematik. Die Aufgabengebiete unterscheiden sich dabei nicht wesentlich von denen in Unternehmen anderer Sektoren: Die Computerfachkräfte können im externen IT-Bereich wie den Kontakten zu Firmen und Kunden agieren, aber auch die internen Netzwerke Intranet, Computer, Telefon betreuen. Berufseinsteigern bietet die Allianz ein Anfangsgehalt zwischen 35000 und 48500 Euro, ein höherer Salär sei Verhandlungssache, so Wolf.

Personal wird individuell geschultWer sich später für eine Fachlaufbahn entscheidet, findet bei der Versicherung ein weit verzweigtes Netz an Schulungsmöglichkeiten. "Wir betreiben Weiterbildung nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern richten uns nach den individuellen Erfordernissen", erklärt der Personalsprecher. Wer die Führungslaufbahn wählt, den schickt das Unternehmen in das internationale Allianz-Management-Institut (AMI) nach Kempfenhausen bei München. Hier wird die künftige Führungskraft für die jeweilige Hierarchieebene methodisch, fachlich und persönlich geschult.

Bei der HUK Coburg spiegelt sich der Aufstieg vorrangig in finanzieller Hinsicht wider. Personalreferent Ralf Vieweg nennt es ein "gehaltliches Hineinwachsen". Da sich häufig eine IT-Gruppe spaltet und sich ein Teil ausgliedert, entstehen so entsprechende Führungspositionen. Auch die HUK sucht wie die Allianz vorrangig Diplommathematiker und -informatiker für die Abteilungen Informatik und Informatikbetrieb (ehemals Rechenzentrum) sowie Anwendungsentwicklung. "In den meisten Fällen setzen wir einen Studienabschluss voraus - auch bei Quereinsteigern", ergänzt Vieweg. Diese benötigt die Versicherung besonders im Bereich der PC-Betreuung, denn das Haus verfügt über etwa 2000 Computer. Was an Wissen fehlt, können sich die IT-Mitarbeiter in selbstgewählten internen und externen Schulungen, unter anderem bei IBM, aneignen.

Bewerber mit Teamgeist gesuchtEigeninitiative wird auch von den IT-Profis der Münchener Rückversicherung gefordert: In Mitarbeitergesprächen beraten Chef und Antragsteller über mögliche Seminare und Zusatzqualifikationen. An Inhouse-Schulungen bietet das Unternehmen Kurse zu Sozialkompetenz und Projekt-Management. Gute Einstiegschancen haben SAP-Entwickler und -Berater, Anwendungsentwickler mit Projekt-Management-Erfahrungen und Spezialisten aus dem Systembetriebsbereich. "Wir suchen vor allem flexible Mitarbeiter, die auch mal auf eine SAP-Anwendung umsteigen können", betont DV-Personalreferentin Susanne Buchele. So sollten Bewerber weniger über ein tiefgründiges technisches Wissen verfügen, sondern vielmehr teamorientiert und kommunikativ auftreten.

Neben den qualifizierten IT-Fachkräften haben auch Quereinsteiger bei der Münchener Rück eine Chance, allerdings mit Einschränkungen. Naturwissenschaftler aus den Bereichen Biologie oder Geologie können sich beispielsweise bewerben, wenn sie eine zusätzliche IT-Ausbildung nachweisen. Computerspezialisten mit Facharbeiterabschluss haben indes nur geringe Aussichten, einen Job bei der Assekuranz zu bekommen. Die weitere Karriere kann bei dem Rückversicherer in drei Bereichen ablaufen: auf der Führungsebene, als IT-Experte innerhalb einer Fachlaufbahn und im Projekt-Management. "Die Mitarbeiter beginnen mit kleinen Vorhaben, und später agieren sie global", erklärt Buchele.

Mit weltweit mehr als 60 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Verbindungsbüros bietet das Unternehmen vor allem IT-Profis mit Ambitionen die Chance, für einige Jahre international tätig zu werden. Grundlagen für eine Karriere außerhalb Deutschlands sind gute Englischkenntnisse und im Idealfall die Drittsprache Spanisch.

Weniger streng sind auch die Einstellungsbedingungen bei der Wüstenrot & Württembergischen AG (W&W), Ludwigsburg: "Wir stehen der ganzen Sache offen gegenüber, denn warum soll ein Studienabbrecher kein guter IT-Profi sein?", fragt eine Sprecherin des Hauses. Natürlich besitzen die favorisierten Bewerber der Versicherung einen Hochschulabschluss, aber eine hausinterne Ausbildung könne ebenso Wissensdefizite ausgleichen. Wie bei der Münchener Rück übernehmen die Neueinsteiger in den Bereichen User Helpdesk für die Hotline oder Anwendungsentwicklung der Sparte Bausparverträge und Versicherungen zuerst kleinere Projekte und sind so in der Lage, immer größere Vorhaben zu bewältigen.