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17.11.2000 - 

Oasis reagiert mit Einrichtung neuer Komitees

Immer mehr Branchen definieren XML-Formate zum Datenaustausch

17.11.2000
MÜNCHEN (CW) - Die Extensible Markup Language (XML) findet immer mehr Akzeptanz für die Beschreibung branchenspezifischer Datenformate. Zuletzt entstanden etwa Vokabulare für Finanz-Dienstleister, Arbeitsvermittler und Newsdienste. Das Herstellerkonsortium Oasis reagiert auf die steigende Nachfrage mit zusätzlichen technischen Programmen.

XML wurde von Anfang nicht nur für die Auszeichnung von Dokumenten mit Meta-Informationen konzipiert, sondern auch zur Definition von Formaten für den Datenaustausch. Zwar entstanden relativ schnell eine Reihe von Initiativen, die meist industrieübergreifende Vokabulare festlegten und dazu Dienstleistungen wie Repositories anboten. Die Definition von branchenspezifischen XML-Formaten indes kam erst in letzter Zeit richtig in Gang. Jüngste Beispiele zeigen, dass mittlerweile auch unternehmensübergreifende Standards für spezifische Anwendungen entstehen.

Das Staffing Exchange Protocol (SEP) des HR-XML-Konsortiums (http://www.hr-xml.org) wurde für die Publikation von Stellenanzeigen im Internet entworfen und soll den Informationsaustausch zwischen Personalabteilungen in Unternehmen und Arbeitsvermittlern vereinfachen. Wenn Personaler ihre Angebote im SEP-Format verschicken, können Applikationen der Jobbörsen die relevanten Daten automatisch extrahieren und in den eigenen Bestand einsortieren.

SEP für Personalabteilungen und VermittlerInformationen über das ausschreibende Unternehmen, die Bezeichnung der zu besetzenden Funktion oder geforderte Kenntnisse des Bewerbers sind nämlich als XML-Elemente ausgewiesen. Neben der einfacheren Übermittlung solcher Daten verspricht die Aufbereitung von Stellenangeboten in dieser Form auch zusätzlichen Nutzen, weil sie anschließend eine bessere Recherche erlaubt als bloße Volltextsuche.

Ähnliche Vorteile erhoffen sich die Anbieter von News, beispielsweise Nachrichtenagenturen oder Verlage, von dem News Industry Text Format (NITF). Im gleichnamigen Konsortium sind auch eine Reihe deutschsprachiger Organisationen vertreten, beispielsweise der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, die Austria Presse-Agentur oder Pro Sieben. Mit Hilfe dieses Vokabulars (http://www.nitf.org) lassen sich Struktur und Inhalt von Artikeln beschreiben. Wie schon bei SEP eignen sich solchermaßen aufbereitete News nicht nur besser für die Recherche, sie vereinfachen auch den Austausch zwischen Anbieter und Konsumenten. Interessant ist dies nicht nur für die Kommunkiation zwischen Agenturen und Verlagen, sondern auch für die so genannte Syndication. Dabei werden Infomationen aus verschiedenen Quellen und für ein bestimmtes Content-Angebot wiederverwertet.

Auf einen anderen Spezialfall von Content-Austausch zielt die Research Information Exchange Markup Language (RIXML, http://www.rixml.org) ab. Sie soll einen Standard für Studien schaffen, die Analysten der Finanzindustrie über Unternehmen veröffentlichen. Dieser soll Investoren den Zugang zu einschlägigen Informationen erleichtern. Unterstützt wird dieses Format von großen amerikanischen Finanzdienstleistern wie Goldman & Sachs, J.P. Morgan oder Merrill Lynch.

Die genannten Vokabulare werden von eigenständigen Konsortien entwickelt, in denen sich auch konkurrierende Unternehmen zusammenfinden. Dennoch bemühen sich die großen Repositories wie jenes der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (Oasis, http://www.oasis-open.org) darum, dass die resultierenden Schemata bei ihnen registriert oder hinterlegt werden.

Oasis gründete zwei neue KomiteesUm zudem die Entwicklung von Vokabularen unter dem Dach von Oasis zu fördern, rief die Organisation kürzlich zwei neue Komitees ins Leben. Eines soll sich unter der Bezeichnung "Customer Information Quality" um die Anforderungen von Branchen und Industrien kümmern. Aufgabe der "Entity Resolution" ist die Entwicklung von Tools. Diesen beiden ersten Einrichtungen sollen noch weitere folgen, um Oasis als Plattform für die Definition von übergreifenden Formaten zu etablieren.