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05.07.1991 - 

Merkmale der ARC-Architektur publik gemacht

Immer mehr Firmen wollen an der ACE-Initiative teilnehmen

NEW YORK (CW) - Die ACE-Initiative, eine Herstellervereinigung, die sich bislang mehr durch die theoretische Ausformulierung als durch praktische Umsetzung ihrer Konzepte auszeichnete, konnte ihren Mitgliederstamm von 21 auf jetzt 62 Unternehmen aus der DV-Branche erweitern. Neben dieser Vergrößerung auf der New Yorker Messe "PC Expo" erfuhren Anwender durch die Bekanntgabe erster ARC-Spezifikationen für die RISC-Architektur Genaueres über die Normierungsrichtlinien zukünftiger ARC-Hardware.

Zu den 21 Unternehmen, die am 9. April 1991 die ACE-Initiative gründeten, um eine offene und standardisierte Rechnerumgebung im Client-Server-Bereich mit der Bezeichnung Advanced Computing Environment (ACE) zu schaffen, gesellten sich jetzt 41 weitere Hardware-Anbieter, Softwarehäuser und Halbleiter-Produzenten. Unter den neuen ACE-Mitgliedern befinden sich der Unix-Pionier Altos - ein Tochterunternehmen des taiwanischen Mitbegründers Acer - sowie die deutsche Itos Computer, ehemals CTM.

Außerdem schlossen sich Corollary, ein US-Hersteller von Mehrprozessor-Hard und Software sowie die beiden PC-Cloner Goldstar und Tatung dem Konsortium an. Bei den Software-Anbietern stieß zum Beispiel Banyan Systems zur ACE-Initiative. Auch Apple, so hieß es hinter vorgehaltener Hand, habe Interesse am Anschluß bekundet. Seit den Gesprächen mit Big Blue legte der Mac-Hersteller diese Aktivitäten erst ein. mal auf Eis.

Alle Mitglieder wollen gemeinsam einen herstellerübergreifenden offenen Standard sowohl auf Betriebssystem-Ebene als auch für CICS- und RISC-basierte Computersysteme schaffen - gegen marktbestimmende Unternehmen wie Sun, HP oder IBM.

Für die Wang Labs, die sich als erste zu ACE bekannten, sieht die Zukunft im Konsortium seit der Finanzspritze von IBM ungewiß aus. Mips-President Chuck Boesenberg: "Ob Wang weiterhin der Vereinigung angehören wird, ist derzeit noch in der Schwebe."

Das Konzept von ACE basiert auf vier Schlüsselkomponenten - in Sachen Software auf der Unix-Betriebssystem-Umgebung Open Desktop von SCO sowie auf Microsofts OS/2, Version 3.0, mit der New-Technology-Implementierung (NT). Bei den Hardwarevoraussetzungen einigten sich die Unternehmen weiterhin auf die CPU-Linie von Intel mit X86-Mikroprozessoren und der RISC-Prozessorlinie von Mips Computer Systems.

In New York gab das ACE-Gremium jetzt erstmals konkrete Richtlinien der Spezifikationen für Advanced-RISC-Computing (ARC) bekannt, der gemeinsamen RISC-Architektur. Danach muß in Zukunft jedes System, das ACE-konform sein soll, einen Mips-Mikroprozessor enthalten. Als Massenspeicher sieht ACE entweder das Speichermedium CD-ROM zusammen mit oder anstelle eines weiteren Wechselspeicher-Systems vor.

Vorgeschrieben sind ferner 8 MB Hauptspeicher, Schnittstellen nach der IEEE-802.3. Norm, Token-Ring-IEEE-802.5-Interfaces, SCSI, serielle und parallele Ports, Audio-Ein und Ausgabe, 8-Bit-Darstellung mit 1024 x 768 Pixel sowie die Eingabemedien Maus und Tastatur mit 101 Tasten. Eine Ergänzung zur ARC-Dokumentation schreibt zudem die Unterstützung von EISA und Turbochannel-Bussystemen vor.

Durch definierte Schnitt. stellen und Software-Ebenen zwischen den beiden Betriebssystemen bestehe den ACE-Mitteilungen zufolge für die Hersteller weiterhin die Möglichkeit, spezifische Features einzubauen und trotzdem die Binärkompatibilität vollauf zu erhalten. Erste Entwicklungssysteme auf Basis der Mips-Prozessortypen R3000 und R4000 sollen Ende 1991 herauskommen.