Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.08.1985 - 

Auch Wang und Data General müssen gravierende Quartalsverluste hinnehmen:

Immer mehr US-Anbieter schreiben rote Zahlen

LOWELL (CW) - Noch immer zeichnet sich kein Ende der Konjunkturabschwächung bei den Mikro-, Minicomputer- und Main- frame-Herstellern sowie den Halbleiterproduzenten ab: Die jetzt veröffentlichten Quartalsergebnisse mehrerer US-Anbieter lassen die Zukunftsaussichten alles andere als rosig erscheinen. Besonders Wang Laboratories Inc. und Data General Corp. mußten größere Verluste einstecken, als sie erwartet hatten.

Kurz nachdem An Wang, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Office-Automation-Spezialisten, wieder den Posten als Präsident bei Wang bekleidete, gab das Unternehmen das ersten Mal in seiner zwölfjährigen Geschichte für das vierte Quartal 1984/85 einen Verlust von 109 Millionen Dollar bekannt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 73,7 Millionen Dollar erwirtschaftet. Gleichzeitig ging der Umsatz von 713,8 Millionen Dollar im letzten Vierteljahr des Vorjahres auf jetzt 635,2 Millionen Dollar zurück. Erschwerend zu dem Umsatzrückgang von elf Prozent kam hinzu, daß Abschreibungen auf Lagerbestände von insgesamt 137 Millionen Dollar vorgenommen und Abfindungen an 1600 im Juli entlassene Mitarbeiter gezahlt werden mußten. Nach Aussage von Branchenbeobachtern

sind für August weitere Entlassungen in etwa derselben Größenordnung geplant. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten wurde der Termin für die Präsentation des neuen, zu 95 Prozent IBM-kompatiblen Mikrocomputers APC erneut verschoben .

Im Gesamtgeschäftsjahr verzeichnet Wang einen Umsatzzuwachs um acht Prozent auf 2,35 (Vorjahr; 2,18) Milliarden Dollar. Noch im vergangenen Jahr schien die Stabilität des Unternehmens mit einer Wachstumsrate von 30 Prozent gesichert. Inzwischen purzelte der Gewinn je doch rapide von 210,2 Millionen Dollar in 1984 auf 15,5 Millionen Dollar.

Einen Betriebsverlust von 16 Millionen Dollar im dritten Quartal 1984/85 mußte erstmals auch die Data General Corp. (DG) hinnehmen. Im Korrespondenzzeitraum des Vorjahres erwirtschaftete das Unternehmen noch einen Betriebsgewinn von 28,6 Millionen Dollar. Anders als Wang konnte DG allerdings Steuerguthaben in die Gewinn- und Verlustrechnung miteinbeziehen, wodurch sich der Nettoverlust auf 8,3 (Vorjahr: 18,6) Millionen Dollar verringerte. An den Quartalsausgaben waren Entlassungsabfindungen für 1400 Mitarbeiter mit 6,3 Millionen Dollar sowie Abschreibungen auf Lagerbestände in Höhe von 8,2 Millionen Dollar beteiligt. Der Umsatz lag mit 285,5 Millionen Dollar sechs Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Im Zuge der geschwächten Nachfrage auf dem Halbleitermarkt nahm die Gould Inc. im zweiten Quartal Sonderabschreibungen im Wert von 160 Millionen Dollar vor, womit sich ein Nettoverlust für diesen Berichtszeitraum von 126,6 Millionen Dollar ergibt. Ohne Berücksichtigung der Abschreibungen erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 15,3 (Vorjahr: 22,8) Millionen Dollar. Der Nettoumsatz für das zweite Quartal beträgt knapp 360 Millionen Dollar gegenüber 393 Millionen Dollar im Vergleichsquartal 1984.

Auch Tandem bleibt von der Krise in diesem Markt nicht unberührt: Der Hersteller von ausfallsicheren Rechnersystemen konnte zwar seinen Umsatz im dritten Quartal auf gut 144 (Vorjahr: 141,9) Millionen Dollar steigern. Demgegenüber gingen die Produktverkäufe um zwei Prozent zurück. Der Gewinn sank von 9,2 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf jetzt 2,4 Millionen Dollar.

Auch die Sortage Technology Corp., die derzeit noch unter Schutz des Chapter 11 steht, weist für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von

fast 16 Millionen Dollar verglichen mit einem Fehlbetrag von 4,8 Millionen Dollar im selben Zeitraum des Vorjahres aus. Die Stillegung ihrer Niederlassung in Florida schlug dabei mit 3,5 Millionen Dollar zu Buche. Der Umsatz aus Verkäufen ging im Berichtszeitraum fast um die Hälfte auf rund 84 (Vorjahr: 161,4) Millionen Dollar zurück, was den Gesamtumsatz um 30 Prozent auf 172,6 (Vorjahr: 247) Millionen Dollar abrutschen ließ.

Die NCR Corp. mußte im zweiten Quartal gleich einen 13 prozentigen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Großrechnerhersteller gab einen Gewinn von 66,6 Millionen Dollar gegenüber 76,2 Millionen Dollar des Vorjahresquartals bekannt. Der Umsatz pendelte sich bei etwa einer Milliarde Dollar ein, was einem Zuwachs von drei Prozent verglichen mit 998,8 Millionen Dollar in 1984 entspricht.

Einen erheblichen Gewinneinbruch erlebte die Honeywell Inc. im zweiten Quartal, nachdem das Unternehmen im ersten Vierteljahr noch einen Zuwachs von 16 Prozent bei einer gleichzeitigen Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent verzeichnen konnte.

Der Umsatz steigerte sich um 5,3 Prozent auf 1,55 (Vorjahr: 1,47) Milliarden Dollar, der Gewinn lag Ende Juni bei 52,5 (Vorjahr: 74,3) Millionen Dollar.

Bei der Control Data Corp. (CDC) fiel im vierten Quartal 1985 der Ertrag von 23,4 (1984) auf 3,8-Millionen Dollar. Der Umsatz blieb konstant bei 1,26 Milliarden Dollar. Das in Minneapolis ansässige Unternehmen verzeichnete bei den Computerverkäufen ein Minus von 29,4 Millionen Dollar gegenüber einem Plus von 13 Millionen Dollar aus Verkäufen ihres bargeldlosen Zahlungssystems. CDC konnte seine Fehlbeträge dadurch auffangen, daß das Tochterunternehmen Commercial Credit Co. im letzten Quartal erfolgreich abschnitt.

Zu den nach wie vor gebeutelten Unternehmen gehört Texas Instruments Inc. (TI). Für das zweite Quartal gab der Hersteller von Halbleitern und Rechnern einen Verlust von 3,9 Millionen Dollar gegenüber einem Gewinn von knapp 86 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres bekannt. Gleichzeitig fielen die Verkäufe um 16 Prozent auf 1,24 (Vorjahr: 1,46) Milliarden Dollar. Nach Meinung von Brancheninsidern signalisieren diese Ergebnisse und die von TI angekündigten Entlassungen (1800 Mitarbeiter), daß sich die Situation auf dem Chipmarkt weiter verschlechtern wird.

Einen Nettoverlust von 56 Millionen holländischen Gulden (etwa 50 Millionen Mark) weist die Gemeinschaftsholding AT&T and Philips Telecommunications B.V. für das erste Geschäftsjahr aus. Bei einem Umsatz von 603 Millionen Gulden erwirtschaftete die Holding einen Gewinn vor Steuern von 91 Millionen Gulden. Auch für 1985 wird noch kein Zuwachs erwartet, da die Kosten die Einnahmen erheblich übersteigen dürften.