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21.05.1999 - 

Kolumne

"Immer wieder die gleiche Geschichte"

Wie im Rausch kauft Microsoft-Boß Bill Gates Anteile an TV-Kabelnetzbetreibern und TK-Anbietern. Mit einer Beteiligung in Milliardenhöhe an der amerikanischen Comcast vor zwei Jahren fing es an, mit dem Investment von fünf Milliarden Dollar in AT&T erreichte es seinen vorläufigen Höhepunkt. Das bedeutet aber keineswegs das Ende der Einkaufstour. Der Einstieg beim Mobilfunk- und Internet-Anbieter Nextel ist beschlossene Sache (siehe Seite 12), mit der britischen Cable & Wireless verhandeln die Redmonder definitiv und gerüchteweise auch mit der deutschen Telekom. Dabei geht es nicht um Mehrheitsbeteiligungen, vielmehr scheint Microsoft sich durch die Investitionen vor allem die Position eines bevorzugten Technologielieferanten sichern zu wollen.

Hat Gates diesen Aufwand nötig? Trotz Linux- und Internet-Euphorie kommt nach wie vor kaum jemand an den verschiedenen Windows-Ausführungen vorbei. Nur die abgespeckte, für Handhelds, Personal Digital Assistants (PDAs), TV-Set-top-Boxen und Smartphones gedachte Version Windows CE ist nach Installationen gemessen im Vergleich zu NT und Windows 9x noch ein Zwerg. Lediglich im Handheld- und PDA-Segment hat Microsoft große PC-Hersteller für das Betriebssystem gewonnen.

Will Microsoft jedoch Benutzer von TV-Set-top-Boxen und Smartphones ins Netz bringen, muß das Unternehmen kräftig investieren, um Marktanteile zu kaufen. Rechnet man - wie es das "Wall Street Journal" getan hat - die fünf Milliarden Dollar für die AT&T-Beteiligung auf die 2,5 Millionen Set-top-Boxen um, die der TK-Riese mit Windows CE ausstatten will, dann zahlt Gates für jeden Nutzer 2000 Dollar.

Selbst angesichts prall gefüllter Kriegskasse - Experten reden von 20 Milliarden Dollar in cash - scheint dieser Preis zu hoch. Sollte allerdings diese eine Software für Set-top-Boxen, Smartphones, PDAs und andersartige Internet-Devices den wichtigsten Zugang zum Web darstellen, kommt Microsoft auch hier wie im PC-Geschäft mit Windows in eine Schlüsselposition. Wenn sich nämlich Internet-Inhalte wie TV, Text, Audio, Spiele, Auktionen oder auch Transaktionen nur noch an den Konsumenten bringen lassen, sofern sie CE-konform sind, lassen sich für Microsoft die Geschäfte genauso lukrativ gestalten wie im Desktop-Business: The same old story.