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Laserdrucker unterliegen anwendungsabhängig den mechanischen Modellen:


26.09.1986 - 

Impact-Drucker arbeiten oft kostengünstiger

Trotz eines stetig wachsenden Marktanteils der Laser Printer im Druckermarkt werden Zeilendrucker noch immer weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklung beruht auf der Tatsache daß der Zeilendrucker für einige Anwendungsgebiete eine bessere und günstigere Alternative zum Laserdrucker sein kann. Leo Kistner hält ein Plädoyer für die mechanischen Zeilendrucker.

Die heute auf dem Markt verfügbaren Zeilendrucker im Groß-EDV-Bereich verfügen über einen Leistungsumfang von 1200 bis 5000 Zeilen pro Minute. Dies entspricht 20 bis 84 Seiten pro Minute. Geht man davon aus, daß in vielen Fällen nur 50 bis 75 Prozent einer Seite bedruckt werden, erreicht man Durchsatzwerte von 200 Seiten pro Minute. Aufgrund dieser Tatsache können Zeilendrucker heute durchaus mit Laserdruckern in einigen Anwendungsgebieten konkurrieren, und dies bei einem wesentlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Erreicht werden können diese Werte beispielweise durch eine doppelte Hammerbank und spezielle Druckbänder mit einer sehr hohen Anzahl Zeichen, die in zwei Reihen übereinander angeordnet sind.

Druckband und Hammerbänke bei Impact-Druckern haben heute einen solch hohen Entwicklungsstand und sind technologisch so weit ausgereift, daß sie keine Schwachstellen mehr darstellen. Mikroprozessororientiertes Design erlaubt über Sensoren die permanente Überwachung wichtiger Druckerkomponenten, wie Hammerbank, Drucktuch und Druckband. Daraus ergibt sich neben der hohen mechanischen Zuverlässigkeit eine extrem hohe Verfügbarkeit für den Anwender.

Moderne Zeilendrucker der neuesten Technologiegeneration verfügen über verschiedene Druckgeschwindigkeiten. Die Auswahl der Geschwindigkeit erfolgt durch den Operator oder die Betriebssystem-Software. Dadurch läßt sich der Wirkungsgrad eines Zeilendruckers in bezug auf Druckbild und Geschwindigkeit individuell beeinflussen und gezielt steuern. Eine Vielzahl von Druckbändern mit den unterschiedlichsten Zeichensätzen unterstützt den flexiblen und effizienten Einsatz dieser Technologie noch zusätzlich. Gerade mit solchen Hilfsmitteln kann man den wechselnden Anforderungen eines Rechenzentrums gerecht werden. Die Anforderungen nach Letter Quality und hohem Durchsatz widersprechen sich in einem solchen Umfeld nicht mehr.

Höherer Durchsatz als zunächst vermutet

Ein globaler Vergleich mit Laser-Printern zeigt, daß neben dem Druckprinzip weitere Unterschiede zwischen den beiden Druckertechnologien bestehen. Während ein Laserdrucker einen konstanten Papiervorschub hat, der unabhängig von der Anzahl der Leerzeilen pro Seite ist, sind die Zeilendrucker hier flexibler. Durch hohe Vorschubgeschwindigkeit (100 Zoll pro Sekunde sind heute Standard), kombiniert mit vielen Leerzeilen, erreicht ein Zeilendrucker einen wesentlich höheren Durchsatz, als man dies aufgrund seiner Basisgeschwindigkeit vermuten würde.

Bekanntlich verursacht ein Laserdrucker neben den hohen Anschaffungs- und Wartungskosten zusätzliche Ausgaben für die Nutzung (im allgemeinen gemessen pro 1000 Seiten) und die Verbrauchsmaterialien, wie Toner und Fixiermittel. Moderne Zeilendrucker dagegen haben geringe Anschaffungs- und Wartungskosten. Sie sind außerdem bei weitem nicht so wartungsintensiv wie Laserdrucker, was sich in den höheren Verfügbarkeitszahlen deutlich ausdrückt und benötigen als Verbrauchsmaterialien im wesentlichen nur Farbtücher und Druckbänder.

In der Vergangenheit gab es nahezu keine Zeilendrucker-Alternative zu den Laserdruckern, da sie nicht an die Geschwindigkeit und Nutzungsvielfalt der Lasertechnik heranreichten. Die drei bestimmenden Faktoren für die effiziente Nutzung der Zeilendrucker, Druckgeschwindigkeit, Druckqualität und Anschaffungskosten standen in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander.

Gutes Schriftbild auch beim Zeilendrucker

Entschied man sich für eine hohe Geschwindigkeit und gute Druckqualität, so mußte man dafür den hohen Preis eines Laserdruckers bezahlen. Akzeptierte man bei einer hohen Geschwindigkeit einen niedrigen Preis und entschied man sich für einen Zeilendrucker, so ging dies zu Lasten der Druckqualität. Mit den modernen Zeilendruckern, die selbst bei einer hohen Druckgeschwindigkeit von bis zu 5000 Zeilen pro Minute ein sehr gutes Schriftbild bieten, lassen sich Applikationen, die bisher eindeutig Laserdruckern zugeordnet waren, wieder mit Zeilendruckern realisieren. Dies befreit den Anwender von dem Geschwindigkeits-Qualitäts-Preis-Dilemma.

Die Vorteile des Laserdruckers liegen in der Verwendung von Einzelblättern, seinem konstanten Schriftbild bei gleichzeitig hoher Druckgeschwindigkeit, beim Einsatz von Grafik (APA) sowie beim Überlagern von Formularen. Nachteile entstehen dadurch, daß der Laserdrucker keine Mehrfachformulare drucken kann und alternativ mit der Erstellung von Kopien arbeiten muß. Dies geht zu Lasten des Durchsatzes. Zwei-Formular-Paralleldruck (186 Print Positionen) kann vom Laserdrucker aufgrund der Einschränkung in der Papierbreite nicht umgesetzt werden.

Bei diesen Einschränkungen beginnen die eigentlichen Vorteile des Zeilendruckers. Sie erstrecken sich weiterhin über den Einsatz vorgedruckter Formulare und stechen besonders beim Druck von Mehrfachformularen (bis zu 6 Durchschläge) hervor. Dies ermöglicht einen sehr hohen Durchsatz. OCR-Druck ist heute bis zu 3000 Zeilen pro Minute möglich. Bei Formularen, die aus Datenschutzgründen ein Deckblatt haben (zum Beispiel Gehaltsabrechnungsformulare), ist der Zeilendrucker nicht zu ersetzen.

Es gibt Applikationen bei denen man ganz einfach nicht um den Einsatz eines Laserprinters herumkommt. Dies sind zum Beispiel Anwendungen, bei denen man mit verschiedenen Schriftgrößen, Grafik und gleichzeitig hohem Durchsatz operieren muß. Geschäftsbriefe (Einzel- und Serienbriefe) beispielsweise bei Versicherungen, Banken, Werbeagenturen und Versandhäusern werden heute von großen Text- beziehungsweise Datenbanksystemen in Massen erstellt und in der Regel von mehreren Laserdruckern in Korrespondenzqualität ausgedruckt.

Stärkere CPU-Belastung durch Laserdrucker

Durch den Einsatz von Laserprintern wird jedoch die CPU stärker belastet als dies beim Zeilendrucker der Fall ist, sofern umfangreiche Software (APA, Grafik) eingesetzt wird, die eine große Zahl CPU-Zyklen benötigen. Zusätzlich steigt die Arbeitsbelastung der Anwendungs- und Systemprogrammierung, die Applikationen und Treibersoftware erstellen und warten müssen. Zeilendrucker hingegen erzeugen keine Mehrbelastung der Hardware und der personellen Ressourcen.

Anhand der Unterschiede ist erkennbar, daß die Entscheidung zwischen Laser- und Zeilendruckertechnologie heute nicht mehr in jedem Anwendungsbereich eindeutig zu treffen ist. Vielmehr ist wichtig, welchen Durchsatz der Drucker erbringen muß, wie streng die Anforderungen an das Schriftbild sind, wie hoch die zu veranschlagenden Kosten pro gedruckter Seite sein sollen und welche Applikationen zum größten Teil mit dem Drucker abgearbeitet werden sollen.

Durch die neue Technologie rücken die Zeilendrucker in die Leistungsklasse der Lasertechnologie vor. Der Anwender hat somit viel mehr Möglichkeiten seinen Drucker-Shop mit den optimalen Geräten zu bestücken.

Leo Kistner arbeitet in der Systemberatung und dem Produktmarketing bei der Storage Technology GmbH, Frankfurt.