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02.12.1988

Imponiergehabe

Ein Personal Computer ist immer nur so gut wie der Benutzer, der mit ihm arbeitet. Das heißt, der PC muß, was seine Toolfunktion betrifft, vom Anwender, nicht vom DV-Spezialisten her gedacht sein - wahrlich eine Binse, nur wird sie von den Herstellern und Software-Anbietern nicht beachtet.

Das Defizit an Anwenderdenke bei der PC-Industrie ist unübersehbar: Die Mikrokanal-Diskussion und der Streit um die "richtige" Benutzeroberfläche sind Beispiele dafür. Es mutet grotesk an, was da in Werbebroschüren und Produktblättern etwa über die "Micro Channel Architecture" (MCA) oder den "Presentation Manager" in übelstem Spezialisten-Kauderwelsch alles zusammengeschrieben wird. Man will etwas vorzeigen, um sich gegenüber der Konkurrenz wichtig zu tun (Imponiergehabe) - die Unverständlichkeit dient als Alibi für fehlende Lösungskompetenz. In der Klemme sitzt der PC-Benutzer, dem der "Burst-Fill-Modus" so böhmisch vorkommt wie das "X Window Applications Programmers Interface".

Die Informatik-Manager in großen und mittleren Unternehmen haben mittlerweile dazugelernt, lassen sich durch das Hersteller-Gefasel von Expertensystemen (XPS) und ISDN-Integration nicht mehr verrückt machen. Ihre Forderung, IS-Systeme unter Gesichtspunkten des Anwendungsnutzens und unter Berücksichtigung der kritischen Erfolgsfaktoren (Firmenstrategie) zu gestalten, und nicht nach althergebrachten technischen Mustern (MIPS-Masche), muß von den Computer-Herstellern ernstgenommen werden.

Es ist töricht, beim PC die Komplexität der Technik (siehe MCA) ins Blickfeld des Benutzers zu zerren. Nicht von ungefähr sind diejenigen Hersteller erfolgreich (siehe Apple), die die Sprache des Anwenders sprechen.