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20.08.1982

Importe machten ungarische DV-Industrie schlau: Auch Magyaren-Software ist attraktiv

BUDAPEST - Mikrorechner und entsprechende Peripheriegeräte machen den Großteil der Hardwareprodukte der ungarischen DV-Industrie aus. Eigenentwicklungen, aber auch Lizenzbau und ausländisches Know-how ließen in Ungarn ein zwar schmales, aber leistungsfähiges Produktangebot entstehen. Über die Entwicklung der EDV und das aktuelle Produktspektrum seines Landes berichtet Karoly Stuka, Fachjournalist aus Budapest.

Zwei Ziele verfolgte der ungarische Staat, als er zu Beginn der siebziger Jahre das "zentrale Computer-Entwicklungsprogramm" startete: Es sollte eine eigenständige EDV-Industrie entstehen und die Anwendung der Datenverarbeitung in allen Bereichen der Wirtschaft gefördert und durchgesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit anderen sozialistischen Ländern beschleunigte hierbei die Durchführung der anstehenden Entwicklungen. Die ersten Schritte der ungarischen EDV mit eigenen Rechnern wurden hauptsächlich im technisch-wissenschaftlichen Bereich unternommen.

Der größte Anteil der gegenwärtigen Produktion ist für den Export in andere Ostblockstaaten bestimmt. Die Ausfuhr in westliche Länder ist zwar gering, weist jedoch steigende Tendenz auf. Andererseits kann die relativ geringe Produktbreite der ungarischen DV-Branche die Bedürfnisse der einheimischen Anwender nicht befriedigen. Die Magyaren sind deshalb auf den Import bestimmter Produkte angewiesen. Zum größten Teil werden diese aus den RGW-Staaten eingeführt. Im Westen kauft Ungarn indes weniger Standardprodukte als vielmehr komplette Systeme oder auch Softwarepakete für spezielle Anwendungsgebiete. Parallel zur Errichtung der Computerindustrie hat sich auch im Bereich der Softwareentwicklung einiges getan. Neben großen Softwarehäusern mit einigen hundert Mitarbeitern entstanden gerade in den letzten Jahren viele kleine, sehr aktive derartige Unternehmen. Ungarische Programmpakete sind inzwischen auch in westlichen Ländern gefragt.

Neben Videoton ist MOM der wichtigste Hardwarehersteller. Die Spezialität dieses Unternehmens sind Festkopf-Plattenlaufwerke und Floppy-Disks, die dem westlichen Standard entsprechen. Auf Basis einer ungarischen Lizenz läuft gerade bei BRG die Produktion einer Mikrodiskette an. Daneben werden von verschiedenen Unternehmen Bildverarbeitungssysteme, Grafik und alphanumerische Terminals entwickelt und hergestellt.

Kooperationen mit Siemens, Ericsson und CiiHB

Eines der wichtigsten Häuser für die Hard- und Softwareentwicklung ist das Institut für Koordinierung der Computertechnik SZKI mit über 500 Beschäftigten. Dieses Institut steht in Kooperation mit Unternehmen wie Siemens, Ericsson und Cii-Honeywell Bull. Große Anstrengungen im Bereich der Software unternimmt auch das neugegründete Unternehmen Szamalk mit rund 1200 Mitarbeitern. Unter ihren Entwicklungen befindet sich eines der ersten ADA-Systeme in Europa, das auf verschiedenen Hardwaresystemen ablauffähig ist.