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12.05.1978

IMS-Kritik: Eine Sache der Mündigkeit?

Immer wieder laufen Informationen in die Redaktion, daß IMS nicht das Wahre sei. Mag sein, daß je nach Mündigkeit (und IBM-Gläubigkeit) das Urteil mehr oder weniger scharf ausfällt. Einmal hat die Computerwoche schon IMS zum Thema der Woche gemacht: Auch damals wurden, wie diesmal, mehr als zwei Dutzend Anwender kontaktiert - und damals wie heute wollten nur wenige IMS-Anwender über ihre Erfahrungen berichten.

Symptomatisch vielleicht der Satz: "Was ist Zufriedenheit des Anwenders?" Oder auch: "Das Management muß sich ja irgendwie verantworten." Wesentlich scheint uns zu sein, daß bis auf eine Ausnahme die Tendenz und die Berechtigung der Computerwoche-Fragen bestätigt wurden. Da wir diese Anregung selbst von unseren Lesern erhalten haben, muß ja irgend etwas dran sein.

Simon Pichlmayer,

Systemprogrammierer, Interunfall Versicherung

Wir haben nur eine kleine Anwendung. Ich kann die Fragen im großen und ganzen nicht ad hoc beantworten. Wir haben IMS eingeführt 1975. Wir haben es mit einer kleinen Applikation gemacht, haben aber dann das Ganze nicht mehr weiter betrieben. Was Sie über Speicherbedarf und Response-Zeiten gesagt haben, das scheint bei uns auch zu stimmen. Die anderen Fragen können wir nicht beantworten, weil wir das viel zu wenig vertieft und weitergeführt haben.

Horst Seppelt,

Abteilungsleiter Systemprogrammierung,Bausparkasse Schwäbisch Hall

Die Frage, ob IMS einen zu hohen Schulungsaufwand erfordert, kann ich nicht beantworten, da ich keine vergleichbaren Maßstäbe habe. Aber wenn Sie ein anderes System einsetzen, nehme ich an, daß das den gleichen Aufwand bedeutet. Es stimmt, daß IMS keine Kompatibilität (...)

anderen TP-Monitoren und anderen Datenbanken hat.

Der Hauptspeicher-Bedarf ist hoch. Wenn man ein DC- System oder ein IMS-DC-System einsetzt, wird man mindestens doppelt bis dreimal so viel Kernspeicher benötigen, als bisher.

Die Antwortzeiten - das kommt auf die Anwendungen an. Wir haben im Moment Response-Zeiten von weniger als 0,1 Sekunde. Das hängt mit der Größe des Systems zusammen und das hängt mit den Anforderungen zusammen, die Sie an das System stellen. Wenn Sie ein kleines System haben, dann haben Sie lange Response-Zeiten. Das System muß in seiner Größenordnung im Verhältnis zum IMS-System ausgewogen sein. Wir haben im Moment eigentlich gute Antwortzeiten. Wenn Sie natürlich schlecht planen und die Größe des Kernspeichers zu gering ist für die Aufgaben, die Sie bewältigen wollen, dann stimmt es, daß IMS hohe Response-Zeiten beansprucht.

Die Frage nach der Hardware-Planung ist schwierig. Ich nehme an, das ist bei jedem DC-System so. Das trifft auch zu. Die Hardware-Planung ist schwierig, weil die Belastung des Systems nicht so ausgewogen erkannt werden kann.

Daß bei neuen Maschinen lange Lieferzeiten bestehen, das stimmt auch. Die Fragen, die Sie gestellt haben, sind an und für sich berechtigt.

Heinz Novak,

Projektleiter, Abteilung für, Programmentwicklung, Zentralsparkasse der

Gemeinde Wien

Global kann man nicht sagen, daß IMS eine Nummer zu groß ist, das kommt auf die Anwendung an. Spezifisch für den einzelnen User gibt es sicherlich Anwendungen, für die IMS sinnvoll ist. Der Anwender muß sich aber genau überlegen, wie er das Ganze einsetzen will. Er muß von vorneherein wissen, wofür er das machen will und muß versuchen, das zu simulieren, um zu den Zeiten zu kommen. Und das hängt mit den ganzen Dingen wie hoher Hauptspeicher-Bedarf zusammen, hängt davon ab, ob er sein Projekt in Zukunft ausbauen will. Und natürlich müßte man sich auch alternative Systeme ansehen. Da gibt es eine ganze Menge, wie Adabas, IDMS, um einige zu nennen. Es kommt immer auf die Anwender selbst an, ob sie ein hierarchischen System vorziehen oder ob sie ein anderes System nehmen. Ich kenne ein paar Anwendungen bei uns und in der Schweiz die riesengroße Datenbanken haben. Die haben lange Schwierigkeiten gehabt,

haben lange entwickelt und hatten hohe Aufwendungen. Die sagen aber, sie seien momentan zufrieden. Das ist halt immer so beim User: Was ist Zufriedenheit und was steckt wirklich dahinter? Das Management muß sich ja auch irgendwie verantworten. Das ist ganz klar. Es stimmt, daß ein verhältnismäßig hoher Hauptspeicher nötig ist für IMS, nur stellt sich die Frage was man sich dafür einhandelt. Andere Systeme sind weder billiger noch teurer, das sind immer die gleichen Kosten.

Wir setzen IMS vorsichtig ein - nicht im Online-Betrieb, wir haben eigene Online-Interfaces geschrieben und wir haben eigene Sofware, um schnelle Antwortzeiten garantieren zu können.

Zum Schulungsaufwand meine ich, daß das nicht ausschIaggebend ist. Sie müssen bei jedem System dahinterschauen, um das, was dahintersteckt, kennenzulernen. Bei der Vorstellung sagt jeder, er ist der beste. Jeder sagt, wie es geht, beschönigt, läßt weg, und so weiter. Das ist überall so. Ich glaube, der Schulungsaufwand sollte es nicht sein, der dagegen spricht. Da ist vielleicht eine Sache, die man untersuchen müßte. Es gibt ja gewisse Datenbanksysteme, die ihre Performance besonders unter gewissen Programmiersprachen ausspielen. Das ist vielleicht bei IDMS der Fall, daß Cobol die Anwendungsmöglichkeiten forciert, während man bei PL/1 und Assembler mit Calls arbeiten muß. Ich habe aber das nicht genau untersucht, ich habe nur eine schriftliche Information darüber gelesen. Man müßte auch, wenn man ein Datenbanksystem auswählt, sich dahingehend informieren, ob die eigene Programmier-Abteilung jetzt umlernen muß oder mit den Programmiersprachen, die momentan angewendet werden, überhaupt gearbeitet werden kann.

Alfred Tauchnitz,

Leiter der Systemtechnik, Eternit AG, Berlin

Den zu hohen Schulungsaufwand halten wir nicht für gerechtfertigt oder umgekehrt: Wir meinen, es ist kein zu hoher Schulungsaufwand. Die Behauptung, daß IMS keine Kompatibilität zu anderen TP-Monitoren und anderen Datenbanken besitzt - dazu kann ich nichts sagen weil diese Frage in diesem Zusammenhang nicht relevant ist. Der hohe Hauptspeicher-Bedarf ist relativ. Was heißt, IMS benötigt einen hohen Hauptspeicher-Bedarf? Wenn Sie einen Mercedes kaufen, dann müssen Sie auch eine gewisse Menge Geld ausgeben. Das hat damit nichts zu tun, daß er relativ gesehen teuer ist. Zu hohe Response- Zeiten bei online-Betrieb - das kann ich ganz und gar nicht unterstreichen. Im Gegenteil, wir sind mit den Antwortzeiten sehr zufrieden. Das ist die Frage, wie man das IMS betreibt. Daß IMS keine genaue Hardware-Planung ermöglicht, das ist auch nicht wahr: Es ist eine genaue Hardware-Planung möglich. Und die letzte Frage, daß durch neue Maschinen das Problem nicht gehoben werden könne, da zu lange Lieferzeiten bestehen, hat mit dem Problem IMS absolut nichts zu tun.