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19.11.1998 - 

IT in Banken/"Wir kümmern uns um die Details ..."

IMS-Tools für die Mainframes der Hypo-Vereinsbank

Steigende Systemanforderungen nach der Fusion zur Hypo-Vereinsbank in München waren der Grund, warum BV-Info, ein spezieller DV-Dienstleister der neuen Großbank, nach einer besonders leistungsfähigen Lösung für Systemgenerierung suchen mußte. Jost Attenberger* und Helmut Veith* skizzieren Vorüberlegungen und Einführung von ETA (Extended Terminal Assist).

Die bisher größte Bankenfusion in Deutschland - Hypobank und Vereinsbank wurden zur Hypo-Vereinsbank - hat nicht nur organisatorisch einige Veränderungen zur Folge. In besonders hohem Maße sind auch die vorhandenen IT-Landschaften von der Umstellung betroffen.

Unterschiedliche Software in den Rechenzentren wird nun von einem eigenen gemeinsamen IT-Dienstleistungszentrum gewartet und unterstützt. Die Vielzahl der Datenbankanwendungen erfordert ein noch gezielteres Management der Reorganisationen und Systemgenerierungen, die ohne entsprechende externe IMS-Tools nicht zu schaffen wären.

Die Zusammenführung zweier Großbanken mit einem kumulierten Bilanzvolumen von über 850 Milliarden Mark ist eine Aufgabe, die von allen Beteiligten enormes Engagement fordert. Dabei muß von den Mitarbeitern nicht nur ein erweitertes Produktportfolio beherrscht werden, sondern auch die Informationstechnologie. "Banking is a technology-driven business" - dieses englische Statement mußte verinnerlicht werden.

Bei der Verschmelzung zur neuen Großbank mußte man gerade diesem Aspekt besondere Beachtung schenken, da in absehbarer Zeit zwei separate Rechenzentren zusammengeführt werden. Aber schon vor diesem Zeitpunkt, Mitte 1999, müssen IT-Dienstleistungen im Hause in immer kürzerer Zeit erledigt werden, da die Nachtschicht trotz doppelter Arbeit nicht länger geworden ist.

Im Sommer 1999 soll es bereits einen gemeinsamen Datenbestand und gemeinsame Anwendungen geben. Doch ist bis dahin noch viel Arbeit zu leisten. Parallel zu den Konsolidierungen muß außerdem dafür Sorge getragen werden, daß der normale produktive Betrieb keinesfalls unterbrochen oder behindert wird.

Aufgrund des Zeitdrucks müssen einige Tools eingesetzt werden, ohne die heute die Datenbank-Reorganisationen im vorgegebenen Zeitrahmen nicht mehr zu schaffen wäre. Darüber hinaus wird zur Optimierung der Datenströme Ultraopt/IMS genutzt. Sie werden um bis zu 90 Prozent reduziert, entlasten somit das Netzwerk und verkürzen die Antwortzeiten für die Anwender.

Rund zwölf Millionen Transaktionen pro Tag

Im Vergleich zum entsprechenden IBM-Produkt wurde damit eine deutlich höhere Performance erreicht, denn ohne Komprimierung der Messages hätte man den normalen Tagesbetrieb nicht mehr aufrechterhalten können.

Eine Zahl, die manches deutlicher macht: In den zwei Rechenzentren der Bank werden über die Mainframe-Systeme rund zwölf Millionen Transaktionen pro Tag abgewickelt. Ergänzend sei hinzugefügt, daß nach der Zusammenführung des Datenbestands im Jahr 1999 ein doppeltes Datenvolumen bereitgehalten und verarbeitet werden muß. Dazu wird mittels neuer Hardware eines der vorhandenen Rechenzentren erweitert und das andere parallel zu Backup-Zwecken umgestellt.

Zum Zuständigkeitsbereich der Autoren gehört insbesondere auch der Bereich IMS (Integriertes Management-System) in beiden Rechenzentren. Die Tagesarbeit im IMS erfordert - besonders in der noch nicht abgeschlossenen Umstellungsphase - häufige und kurzfristige Anpassungen von Anwenderwünschen hinsichtlich Definition der Terminals und weitere Systemgenerierungen. Wegen des laufenden Betriebs kommt dabei ein IMS-Restart nicht in Frage. Schon in der Vergangenheit wurde deshalb ein weiteres Tool, Delta IMS/VT, eingesetzt, das die notwendigen Arbeiten unter einer benutzerfreundlichen Anwenderoberfläche ermöglicht.

In den Jahren, als beide Banken noch eigenständig waren, hatte man mit den Produkten bereits Erfahrungen gesammelt. Sie wurden und werden überall dort eingesetzt, wo es auf hohe Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ankommt.

Hinzu kommt heue ein durchgängiger 24-Stunden-Support des Anbieters. Denn der unterbrechungsfreie RZ-Betrieb ist Voraussetzung für das Kerngeschäft der Bank. Allein ein Ausfall von wenigen Stunden würde einen Verlust in mehrstelliger Millionenhöhe bedeuten.

Steigende Systemanforderungen nach der Bankenfusion waren der Grund, warum bei BV-Info nach einer noch leistungsfähigeren Lösung für Systemgenerierungen gesucht wurde. In die Überlegungen wurden die Produkte ETO mit angepaßten ETO-Exits von IBM und ETA (Extended Terminal Assist) von BMC einbezogen.

Migrationshilfsmittel unterstützten BV-Info

Als Vorteil der ETA-Lösung stellte sich heraus, daß nach allen wesentlichen Arbeiten wie Hinzufügen oder Löschen von Descriptoren oder Ändern von Exits und Exit-Tabellen kein IMS-Restart erfolgen muß. Der ließe sich in einem täglichen 24-Stunden-Betrieb nur schwer realisieren.

Auch die Konvertierung der zuvor eingesetzten Delta/VT-Lösung sollte mit möglichst geringem Aufwand abzuwickeln sein.

Die IBM-Lösung hätte Assembler-Exits erfordert, die die Namenskonventionen von Vereinsbank und Hypobank abdecken und mit dem vorhandenen Delta/ VT integrieren.

Mit dem anderen in Frage kommenden Produkt, ETA, war der schnellste Umstieg zu realisieren. Denn das Handling ist dem des Vorgängers sehr verwandt und erfordert daher kaum Schulung. Außerdem machte die Installation nur wenig Aufwand. Darüber hinaus wurde die BV-Info durch Migrationshilfsmittel unterstützt, die beispielsweise die TSS-Tabellen in ETA übertragen. Der Gesamtaufwand für die Migration war mit knapp zwei Wochen vergleichsweise gering.

In der Integrationsphase kommt es häufiger vor, daß ein Hypo-Terminal beziehungsweise -Drucker im IMS der Vereinsbank arbeiten muß, jedoch von der Namenskonvention noch nicht umgestellt ist. Im Gegensatz zum Vorgängerprodukt ist das jetzt möglich, da die Funktio- nen der Logon-per-Node-Tabelle (Vereinsbank) mit denen einer Logon-per-Type-Tabelle (Hypobank) gemischt werden können. Es läßt sich also definieren, daß beim Logon eines Geräts zuerst eine Tabelle durchsucht wird. Ist dort keine Übereinstimmung zu finden, erfolgt die weitere Suche in der anderen Tabelle. Eine solche Lösung hätte man beim Einsatz von ETO nur mit erheblichem Programmieraufwand umsetzen können. Für den Endkunden bedeutet dies, daß er an jedem Terminal der Hypo-Vereinsbank seinen Kontostand abfragen oder Überweisungen tätigen kann, unabhängig davon, ob dieser Terminal DV-technisch noch nach Hypo- oder nach Vereinsbank-Konventionen benannt ist.

ETA bietet im Gegensatz zu ETO alle Funktionen auf einer übersichtlichen und von Delta/ VT bekannten ISPF-Oberfläche. Änderungen in Exits sind nicht notwendig. BV-Info nutzt bereits multiple Sign-on-per-User-ID. Auch diese Funktionen hätten mit einer ETO-Exits-Lösung neu programmiert werden müssen. Gleiches gilt für die Dqueue/Exit-Funktion.

BV-Info nutzt im Delta/VT eine Funktion, die bei jedem Sign-on für ein Terminal die User-Queue bereinigt und eine eventuell aktive Kommunikation beendet. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Benutzer keinen "sauberen" Logoff durchfüh- ren und damit ungewollte Output-Nachrichten auf der User-Queue zurücklassen. Früher hätten diese Funktionen im Sign-on-Exit neu programmiert werden müssen.

Angeklickt

Eine Delta/VT-Installation von Hypo- beziehungsweise Vereinsbank konnte per ETA (Extended Terminal Assist) mit dem gesamten Funktionsumfang in eine neue Lösung eingebracht werden. Zusätzliche Assembler-Exits müssen weder erstellt, noch gewartet werden. Die neue Vorgehensweise bietet nach Aussage der BV-Info zusätzliche Funktionen (beispielsweise Reload-LU-6.2-Descriptoren) und weitere Vorteile während der Integrationsphase, da in dieser Zeit häufiger Änderungen anfallen, die mit den wechseln- den Anforderungen verbunden sind. Reaktionen können mit Hilfe des neuen Tools erfolgen. Eine Vergleichstabelle zwischen den zur Wahl stehenden Produkten und entsprechender Gewichtung bestimmter Funktionen fiel klar zu Gunsten des Extended Terminal Assist aus.

BV-Info

Mit BV-Info wurde ein eigener DV-Dienstleister gegründet, der sich aus zirka 450 IT-Mitarbeitern der beiden Banken Vereinsbank und Hypobank zusammensetzt und seit Frühjahr dieses Jahres für die gemeinsame Informationsverarbeitung verantwortlich ist - getreu dem neuen Werbemotto der Hypo-VB: "Wir kümmern uns um die Details."

*Jost Attenberger ist Senior Berater, Helmut Veith Berater der BV-Info GmbH in München.