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20.04.1979 - 

Systor-Goldesel-Parade:

IMS-Verunsicherung überspielt

STUTTGART (CW) - Der Kunden-Konvent, zu dem die Systor GmbH am 5. April in ein Stuttgarter Nobel-Hotel geladen hatte, brachte den etwa 50 Teilnehmern einen kompakten und informativen Einblick in die Funktionsweise bekannter und weniger bekannter Systor-Softwarepakete. Hochspezialisierte Fachsprache setzte den einen Akzent des Treffens. Der andere war weniger anspruchsvoll: Die meisten der Vorträge endeten mit einer Dia-Karikaturen-Folge aus dem Overhead-Projektor, in der EDV-Bastelstuben vor und nach Systor-Software-Implementierung zu sehen waren; als Schluß-Hammer kam dann noch ganz un-verschämt ein (aktiver) Goldesel ins Bild.

Berichtet wurde über Slick, ein Library-System, und über 0-W-L, eine Slick-Erweiterung mit dem Bundesverwaltungssystem BVS, mit dem Arbeitsvorbereitungssystem AVS sowie Darlegungen zu Filepac, einem EDV-Package zur Datei-Bearbeitung, füllten das Programm.

Zur Systor-Geschäftspolitik äußerte sich Direktor Rene Schärlig:

- Der im vergangenen Oktober vorgenommene Austausch der IBM /370-145 gegen ein Itel-System AS/5-3 habe die Systor-RZ-Kapazität mehr als verdreifacht bei um 10 Prozent verringerten Hardwarekosten.

- Systor sei dazu übergegangen, der EDV-Personalknappheit durch hauseigene Ausbildungsaktivitäten zu begegnen.

- In München werde noch in diesem Jahr eine weitere Geschäftsstelle eröffnet.

- Meldungen, nach denen IBM das Einfrieren seines IMS-Datenbanksystems im Sinne habe, verursachten bei Systor - einem Anbieter von IMS-Utilities - keine kalten Füße; denn "IBM wird doch ausgerechnet seine Großkunden nicht so behandeln". (Die Anzahl der IMS-Installationen beträgt - wie von gut unterrichteter Seite zu hören war - weltweit etwa 2000.)

Schwachstellen ausgemerzt

Max Schneller, Programmier-Chef und stellvertretender EDV-Leiter bei der Augsburger Böwe GmbH, stellte heraus, viele der Schwachstellen der EDV-Organisation alter Schule seien durch die Installation von Slick ausgemerzt worden. Es gebe jetzt eine klare Programm-History und verringerten Änderungsaufwand bei mehr Sicherheit, Transparenz und Revisionsfähigkeit.

Im vergangenen Jahr habe man zur Unterstützung der Online-Programmierung 0-W-L hinzugenommen, nicht nur weil dies von Slick aus ohnehin besonders einfach gewesen sei, sondern auch wegen des günstigen Preises. (Slick und O-W-L werden, wie es bei Systor hieß, "rechtzeitig IBMs DOS/VSE angepaßt".)

Ruedi Weiss, Leiter der Systemprogrammierung bei der Züricher Philips AG, berichtete, am Anfang habe die Erkenntnis gestanden: "RZ-Verbesserungen sind nicht durch Retuschen an der Oberfläche zu erzielen." So holten die Züricher für ihre Tape-Verwaltung BVS zu Hilfe. Nach der Einführung in die Arbeit mit BVS - sie lief für die Dauer eines Monats so nebenher mit - ergab sich eine 40prozentige Entlastung der Arbeitsvorbereitungsabteilung,

Kaufpreis überkompensiert

Dank BVS können 120 Output-Tapes täglich (an Spitzentagen auch 250) pannenfrei erstellt werden, und überschriebene Bänder gehören der Vergangenheit an. Bei Philips-Zürich sind 1350 Bänder im Umlauf.

Dieter Boltjes, stellvertretender RZ-Leiter bei der Nürnberger Versicherung, hob hervor, die Kostenersparnis aus der Veminderung von Fehlern und Wiederholzeiten im gesamten RZ-Bereich, die mit dem Einsatz von AVS erreicht werden konnte, habe den Kaufpreis für das Arbeitsvorbereitungssystem innerhalb weniger Monate überkompesiert.

Zuvor hatten die Nürnberger - sie fahren eine 3033 mit sechs MB und umfangreicher Peripherie - in einer eingehenden Untersuchung die Arbeitsabläufe im RZ durchleuchtet und Fehler auf dem Gebiet der Job-Terminplanung und -Dokumentation, der Maschninenauslastung, Nachbearbeitung, Ausgangskontrolle und beim Operating festgestellt.

Abhilfe dank AVS

Hier hat AVS Abhilfe geschaffen, vornehmlich durch ein klares Formularwesen und die zentrale Verwaltung aller relevanten Job-Daten in einer Datei. Vorläufig ist AVS noch ohne Online-Version (TP-Monitor), doch sind bei Systor entsprechende Bestrebungen im Gange. Fest geplant ist ein AVS-Interface Job Accounting.

Mit Filepac, einem Utility-Programm, das man auch als Multi-Fileprozessor

ansehen könnte, beschäftigten sich gleich drei Redner: Burkhardt Schulz, ein Systor-Mann, und die Herren Tacken und Krispin als Anwender, der eine von den HAKA-Werken, Waldenbuch, der andere von SEL-Nürnberg.

Filepac, das beispielsweise Dateien erstellen, lesen transferieren, modifizieren, reorganisieren, statistisch bearbeiten und auflisten kann oder auch Daten selektioniert, Berechnungen vornimmt und logische Verknüpfungen in die Verarbeitung einfügt, wird in Kürze unter Release 3.6 mit neuen Features erscheinen.

Filepac unterstützt alle IBM-kompatiblen Input-Output-Units; es wurde über 130mal installiert. Von Anwenderseite wurden seine Eignung für Einmal-Programme und Sonderauswertungen, seine Flexibilität und leichte Erlernbarkeit lobend erwähnt. Das DOS-Filepac-Basispaket kostet 9800 Mark, in OS-Version 12 600 Mark.