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Im Großunternehmen erprobte Einsatzmöglichkeiten neuester IuK-Techniken


27.04.1990 - 

In Binnenmarkt-Wettbewerb Mehrwertdienste unabdingbar

"Wie Sand am Meer" gibt es Checklisten, Hochglanz-Broschüren und Fachbücher, die den Segen der modernen Informations- und Kommunikationsmittel als Wettbewerbsinstrument preisen. Die meisten haben den Nachteil, diese Techniken hochzujubeln, "wie Blinde die Farbe". Die Autoren dieser CW-Artikelserie sind Leute aus der Praxis. Sie haben das, was sie hier systematisch darstellen, im eigenen Hause realisiert oder projektiert.

Gerade bei der Clearing-House-Anwendung wird deutlich, daß bei vielen Mehrwertdiensten der Zwischenspeicher-Aspekt charakteristisch ist. Diese Funktion wird immer dann notwendig, wenn zwei oder mehr Rechner zeitliche Engpässe in der Synchronisation zueinander aufweisen. Im Zuge ständig wachsender Kommunikationsverbindungen steigt damit die Bedeutung derartiger Puffermöglichkeiten.

Erweitert wird diese Bedeutung durch ein zunehmendes Sicherheitsbedürfnis auf Anwenderseite, das sich vor allem auf die Kommunikation beziehungsweise Empfangsbereitschaft bezieht. Nicht jeder Anwender ist bereit, seinen Rechner für jeden "Datenzulieferer" öffnen. So ist der Wunsch nur konsequent, ein "Sicherheits-Gateway" für die Fülle von Zulieferdaten einzurichten, von dem dann nach entsprechender Prüfung die Daten auf den Host überspielt werden können.

Eine Anwendung, die in diesem Zusammenhang als VAS diskutiert wird, ist die DFÜ-Box. Dabei handelt es sich in der Regel um einen PC. Dieser Rechner empfängt Daten-Files über die unterschiedlichen öffentlichen Netze. Während der Dauer ist der Empfang zum Host des eigentlichen Kommunikationspartners unterbrochen. Erst wenn die Verbindung zum Netz abgebaut wird, kann unternehmensintern der Host adressiert werden.

Für viele Unternehmen ist es notwendig, permanent empfangsbereit zu sein. Dem entspricht die DFÜ-Box, indem sie auch während der Nachtstunden arbeitet, wenn im Rechenzentrum die Operator-lose Schicht gefahren wird beziehungsweise Batch-Läufe initiiert werden.

Zudem gewinnt die DFÜ-Box zusätzliche Bedeutung in bezug auf papierloses Arbeiten. Die direkte Kommunikation zwischen zwei Anwendungen verhindert die potentiellen Fehlerursachen aufgrund manueller Eingriffe und spart Zeit.

Schließlich greift die DFÜ-Box bei der Darstellung unterschiedlicher Datenformate hilfreich ein, die je nach Anzahl von Datenzulieferern differieren können. Sie kann die Übertragung in die verlangten Datenformate automatisch initiieren.

Ein Carrier kann nun über die ständig wachsende Zahl von derartigen Anwendungen für zahlreiche Anwender eine DFÜ-Box als Serviceleistung bereitstellen. Dies erspart den Nutzern die Notwendigkeit, eine DFÜ-Box individuell einzusetzen, die gegebenenfalls nicht ausgelastet wird und darüber hinaus personelle Ressourcen bindet. Außerdem kann die DFÜ-Box über die Bereitstellung von Konvertierungsleistungen, wie etwa die Konvertierung in den EDI-Standard, zahlreichen Nutzern entsprechende Leistungen anbieten.

Als weitere mögliche Datenanwendung, die im Zusammenhang mit Clearing-House-Anwendungen und der DFÜ-Box steht ist die Protokollkonvertierung für folgende Bereiche zu nennen:

a) bilaterale Datenkommunikation, zum Beispiel IBM/Siemens,

b) Konvertierung: herstellerspezifisch in OSI-Profil,

c) Konvertierung: OSI-Profil in herstellerspezifisch,

d) Konvertierung: OSI-Profil/OSI-Profil.

Ermöglicht werden Verknüpfungen beispielsweise zwischen der SNA- mit der Transdata-Welt über OSI sowie der OSI-Welt selbst, wobei darauf hinzuweisen ist, daß innerhalb der ISO-Schichten eine Vielzahl von Protokollen resident ist, so daß die Fülle möglicher OSI-Profile miteinander gekoppelt werden können.

Bei der Vielfalt möglicher Kombinationen mit fortschreitender Automatisierung im Sinne von Programm-Programm-Kommunikation bindet die Protokollkonvertierung mit entsprechender Wartung in einem Unternehmen sehr viel Ressourcen, so daß es sinnvoll erscheinen kann, diese Anwendung ebenfalls über einen Carrier zu beziehen.

Im Grunde mag die Überschrift irritieren, werden doch mit X.400 und X.500 im folgenden eine Reihe von Anwendungen aus dem Bereich von OSI; für Corporate Networks ausführlich dargestellt. Betrachtet man jedoch das OSI-Modell mit seinen zahlreichen bereits verabschiedeten Standards sowie die ständig wachsende Zahl von OSI-Produkten unterschiedlicher Hersteller, so wird in der siebten Ebene deutlich, daß hier eine Reihe weiterer Möglichkeiten für lukrative Angebote von Mehrwertdiensten für Serviceanbieter liegen.

Hier soll nicht auf die Möglichkeiten von FTAM, TP, VTS oder MMS eingegangen werden. Wohl aber auf "Service Elements" der Anwendungsschicht, die von vielen anderen "Application Service Elements" verwendet werden und die zugleich für Corporate Networks beziehungsweise Serviceanbieter Angebotspotentiale erschließen.

Angesprochen sind hier:

- ACSE (Association Control Service Elements) zur Unterstützung des Verbindungsaufbaus,

- RTSE (Reliable Transfer Service Elements) für den zuverlässigen Transfer zwischen einer sendenden und empfangenen Instanz und

- ROSE (Remote Operation Service Elements) als Grundlage für das Client-Server-Modell.

Dabei handelt es sich um nützliche Grundfunktionen für nahezu jede OSI-Anwendung auf der siebten Ebene.

Vor allem ROSE soll hier kurz skizziert werden. ROSE ist im OSI-Modell die Grundlage für das Client-Server-Modell, also mithin die Basis für verteilte Anwendungen, wo beispielsweise ein Serviceanbieter für zahlreiche Nutzer Serviceleistungen erbringen kann, ohne daß jeder einzelne User selbst in seinem Bereich entsprechende Datenanwendungen vorhalten müßte. ROSE ist ein allgemein nutzbares Mittel zur Unterstützung interaktiver Kommunikation. Eine Anwendungsinstanz, beispielsweise bei einem Anwender, stellt dabei eine bestimmte Anforderung, eine definierte Operation auszuführen. Der Kommunikationspartner, etwa eine Applikation beim Serviceanbieter, versucht dabei, die Operation auszuführen, und berichtet über die Ergebnisse des Versuchs.

ROSE ist im Grunde mit eine Voraussetzung für das Funktionieren von X.400- und X.500-Anwendungen, wie im weiteren Verlauf der Serie zu verdeutlichen sein wird.

(wird fortgesetzt)