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06.12.2002 - 

Entlassungen und schlechte Aussichten

In Brocade steckt der Wurm drin

MÜNCHEN (CW) - Der Speicherspezialist Brocade Communications hat eine dürftige Prognose zum Verlauf des aktuellen Quartals abgegeben. An der Börse wurde dies prompt mit einem 25-prozentigen Abschlag bestraft.

Der einstige Überflieger der Speicherszene macht gegenwärtig turbulente Zeiten durch: Die Aktie ist an einem Allzeittief angekommen, mehrere Topmanager verlassen das Unternehmen, die Belegschaft wurde um zwölf Prozent abgebaut und eine Firmenübernahme muss verdaut werden. Brocades CEO Greg Reyes ist dennoch optimistisch; Börsianer haben indes eine andere Meinung.

Dabei lesen sich die Zahlen des vierten Fiskalquartals gar nicht einmal schlecht: Der Nettogewinn betrug 15,7 Millionen Dollar, im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Brocade noch ein Minus von 53,7 Millionen Dollar verzeichnet. Zudem legte der Umsatz um 31 Prozent auf 153,1 Millionen Dollar zu. Im Gesamtjahr steigen die Einnahmen um zehn Prozent auf 562,4 Millionen Dollar, der Nettogewinn wuchs von 2,8 Millionen auf 59,7 Millionen Dollar.

Bestürzt zeigten sich Investoren und Analysten jedoch angesichts des schwachen Ausblicks auf das aktuelle Quartal: Wegen der geringen Nachfrage geht Brocade-CEO Reyes von einem Umsatz zwischen 120 und 125 Millionen Dollar aus, was rund 30 Millionen Dollar unter der durchschnittlichen Wallstreet-Prognose liegt. Zudem erwartet Brocade lediglich den Breakeven. Nach Angaben der Company handelt es sich um ein einmaliges Schwächequartal, 2003 soll es wieder aufwärts gehen. Analysten schenkten der Behauptung nur wenig Glauben, da keiner der Konkurrenten eine ähnliche Investitionszurückhaltung seiner Kunden offiziell gemeldet hat.

Allerdings herrscht unter den Beobachtern Uneinigkeit, worin die Gründe für den angekündigten Umsatzrückgang liegen: Einige spekulieren, die Lager der Vertriebspartner seien voll; andere sprechen von einem Preisdruck, der durch den Konkurrenten McData ausgelöst worden ist. Hinzu kommt die Unsicherheit durch den Kauf des Unternehmens Rhapsody Anfang November durch Brocade für 175 Millionen Dollar, wonach Machtkämpfe im aktuellen Quartal Analysten zufolge für "interne Verwirrung" sorgen könnten.

Das Ende vom Lied: Der Aktienkurs von Brocade stürzte an einem Tag um über 25 Prozent ab, bis Anfang der Woche hatte sich das Papier nur wenig erholt. Innerhalb eines Jahres schrumpfte der Preis von über 41 Dollar auf knapp sechs Dollar. (ajf)