Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.07.2003 - 

Zahlen von Goldman Sachs, IDC und Bitkom

In den IT-Markt kommt Bewegung

18.07.2003
MÜNCHEN (CW) - Marktforscher erwarten eine langsame Verbesserung des IT-Investitionsklimas. Der deutsche Branchenverband Bitkom meldet, dass knapp die Hälfte seiner Mitglieder in diesem Jahr mit Umsatzwachstum rechnet.

Ein mediales Missverständnis ging vergangene Woche rund um den Globus. Cisco-Chef John Chambers wurde vom niederländischen "Het Financieele Dagblad" so zitiert, dass der Eindruck entstand, das Unternehmen erwarte in den nächsten zwei bis vier Monaten eine durchgreifende Erholung im IT-Markt. Prompt folgte das Dementi: Chambers sei falsch verstanden worden, stellte eine PR-Managerin richtig. Er habe lediglich gesagt, dass sich die IT-Märkte erfahrungsgemäß mit rund zwei- bis viermonatiger Verzögerung nach einer Stabilisierung der Gesamtkonjunktur belebten.

Demnach dürfte noch einige Zeit ins Land gehen, ehe wieder deutlich mehr in Informationstechnik investiert wird - und darauf deuten auch die Marktforschungsprognosen hin. Die Investment-Banker von Goldman Sachs, die regelmäßig 100 CIOs um eine Stellungnahme zu ihren IT-Investitionsplänen bitten, registrieren in ihrer Juni-Umfrage zwar erstmals seit Herbst 2001 Anzeichen für einen bevorstehenden Anstieg der IT-Investitionen. Eine spürbare Steigerung sei allerdings erst im kommenden Jahr realistisch. Für 2003 sagt die Überschrift des Berichts alles: "At Last The Bleeding Stops".

2004: 3,5 Prozent mehr für IT

Erste IT-Manager planten jedoch schon für die zweite Jahreshälfte 2003 erhöhte IT-Ausgaben. Im kommenden Jahr sollen die Budgets dann im weltweiten Durchschnitt um 3,5 Prozent ansteigen. Für Hardware- und Softwareprodukte wird sogar ein Ausgabenplus von fünf Prozent prognostiziert. Zu den Investitionsschwerpunkten zählen Sicherheitssoftware, Speicher-Management, Web-Applikationen und WLANs.

Vorsichtige Zuversicht legen auch die Marktforscher von IDC an den Tag. Ihren Analysen zufolge werden die IT-Ausgaben in Westeuropa nach dem Einbruch im Vorjahr 2003 wieder um 0,4 Prozent ansteigen. Weltweit prophezeien die Analysten ein 1,5-prozentiges IT-Marktwachstum. 2004 soll sich die Erholung - wenn auch nur moderat - fortsetzen.

IDC geht davon aus, dass eine Reihe von negativen Faktoren, die den IT-Markt bereits im Vorjahr beeinträchtigten, noch bis zum Jahresende 2003 das Investitionsklima belasten werden. IT werde deshalb vorerst nur selektiv angeschafft, es gehe meist um Lösungen für spezifische Probleme entlang der Wertschöpfungskette der Unternehmen. Profitieren sollen davon vor allem Software- und Serviceanbieter.

Besonderen Investitionsbedarf sieht IDC-Analystin Giuliana Folco in der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen sowie bei Banken, Versorgern und Dienstleistern. Folco rechnet damit, dass in diesen Branchen noch in diesem Jahr drei Prozent mehr Geld für IT ausgegeben wird. Weniger attraktiv für Anbieter seien die Bereiche Kommunikation und Transport. Negativ auf die Gesamtstatistik wirkt sich die geringe Investitionsbereitschaft der produzierenden Unternehmen aus, die als Hauptabnehmer der ITK-Industrie in diesem Jahr weniger für IT ausgeben werden als im Vorjahr.

Auch in Deutschland beginnt vorsichtige Zuversicht um sich zu greifen. Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, sieht eine "allmähliche Erholung des ITK-Markts" kommen.

"Reifeprozess" abgeschlossen

Für 2004 geht Rohleder von einem Wachstum der Ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnik in Höhe von einem bis drei Prozent aus. In Westeuropa werde das Plus rund vier Prozent betragen. Der Verband merkt an, dass die ITK-Branche derzeit einen "Konsolidierungs- und Reifeprozess" abschließe. Umsätze und Auftragseingänge näherten sich der allgemeinwirtschaftlichen Entwicklung an.

Nie zuvor haben sich so viele Bitkom-Mitglieder über die Politik in Deutschland beschwert wie in der Juni-Umfrage. 64,7 Prozent der Unternehmen sehen in den gegenwärtigen Rahmenbedingungen ein Markthemmnis. Dieser Wert lag im Vorjahr bei 24,3 Prozent und 2001 bei 15,4 Prozent. (hv)

Abb: Prognose 2003

Bei deutschen Unternehmen der Informations- und Telekommunikationstechnik wächst die Zuversicht. Knapp die Hälfte glaubt an eine Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte 2003. Quelle: Bitkom