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24.01.1986 - 

Messe-Konzept hat sich bewährt:

In der Beschränkung zeigt sich der Meister

Über Kritik am Messekonzept und die Erwartungen für die zweite Frankfurter "Micro-Computer" '86 sprach Nora Hörmann mit Dr. Horstmar Stauber, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Frankfurt.

- Die zweite "Micro-Computer" Fachmesse öffnet demnächst ihre Pforten. Mit der vorjährigen Veranstaltung - der ersten für die EDV-Branche auf dem Frankfurter Messegelände überhaupt - waren Sie offensichtlich sehr zufrieden. Hat sich Ihr Konzept auch für 1986 bewährt?

Allgemein ist es ja übliche nach einer solchen Premiere für die Folgeveranstaltungen einen Kurswechsel vorzunehmen. Diese Korrektur hat sich bei uns erübrigt. Wir durften durch das Echo seitens der Aussteller und der Besucher feststellen, daß sich das Konzept bewährt hat. Das zeigt sich auch daran, daß sich für dieses Jahr große Namen angesagt haben, die sich verständlicherweise1985 noch abwartend verhalten haben. Wir sind auch dabei- geblieben - und zwar in vollem Einverständnis mit dem Beirat -, daß wir wieder ganz klare Zielgruppen herausgefiltert haben und uns ganz klar nur auf diese Zielgruppen konzentrieren. Wir versprechen aber auch denen, die nicht diesen Gruppen angehören, daß sie auf unserer Veranstaltung das Mikrocomputer-Konzept generell kennenlernen. Die Problemlösungen jedoch beschränken sich auf die von uns fixierten Bereiche Ausbildung, Medizin Handwerk und Einzelhandel. Das sind Richtlinien, die wir auch 1987 beibehalten werden. Dann wird allerdings erneut geprüft, ob nicht auch andere Zielgruppen reif für Problemlösungen sind und welche Unternehmen dann in der Lage sind, entsprechende Lösungansätze zu bieten.

- Es gibt aber auch Unternehmen, die 1986 nicht mehr dabei sind. Hier wurde vielfach die Kritik laut, die Frankfurter Veranstaltung hätte zu regionalen Charakter, obwohl sie als überregional angekündigt wurde.

Meiner Meinung gibt es überhaupt keinen Zweifel an der Überregionalität. Wir können dies dadurch ganz leicht belegen, daß wir hier eine außerordentlich breite Besucher-und Ausstellerbefragung durchgeführt haben und belegen können, daß die Beteiligung weit

über unsere Region hinausgeht, ja sogar das Auslandsinteresse sehr groß war. Wir haben von vornherein bei dieser Messe darauf geachtet, den Interessentenkreis belegen zu können - qualitativ und quantitativ. Die Frage regional, überregional oder international war die erste Entscheidung, die vom Beirat gefällt wurde. Da war die Meinung eindeuting: Die "Mikro-Computer" wird eindeutig national angelegt werden, und so haben wir auch geworben und das haben wir auch erreicht. Einer Internationalität standen die Unterschiedlichen Vertriebspolitiken, wenn man hier einen Plural bilden darf, in den verschiedenen Ländern entgegen.

- Wie unterschieden Sie sich von anderen, gleichartigen Veranstaltungen, die derzeit die Messelandschaft bevölkern?

Es gibt derzeit den Versuch, die verschiedenen Computermessen alle in einen Topf zu werfen und zu sagen, eine Großregion braucht eine solche Messe. Wir weisen aber in unserer Akquisition deutlich darauf hin, daß wir uns nicht als eine regionale Bürofachmesse verstehen, dafür haben wir eine eigene Veranstaltung, sondern daß wir einen Weg gehen, den wir sehr ernst nelinien und der heißt, "Problemlösungen" für bestimmte Bereiche zu bieten, und zwar überregional. Das "Mit-dem-Kopf-des-Nutzers-Denken" hat sich doch bei vielen Herstellern, die auf General-Purpose-Messen den Computer verkaufen wollen, noch nicht durchgesetzt. Mit dem Konzept, unsere Messe an der Problemlösung aufzuhängen, sind wir rundherum zufrieden.

- Auch wenn Sie mit dem Konzept zufrieden sind: Kollidieren Sie nicht mit der jetzt sehr frühen CeBIT-Messe?

Natürlich gibt es hier ganz eindeutige Probleme. Aber ich hätte als Verantwortlicher in Hannover die gleiche Entscheidung getroffen, die eigentlich längst überfällig war. Daß dadurch aber allein durch die personelle Belastung bei den Ausstellern Probleme entstehen, ist ohne Frage. Wir haben dies mit großem Ernst mit unserem Ausstellerbeirat diskutiert und sind zu dem nicht einheitlichen, aber mehrheitlichen Beschluß gekommen, daß die Beibehaltung unseres Termins vorerst wünschenswert sei. Das heißt nicht, daß wir diese Frage nicht auch weiterhin diskutieren werden, um herauszufinden wann generell der günstigste Termin für eine solche Spezialmesse ist.

- Der Rest des Jahres ist doch bereits mit Messen vollgepackt. Im Sommer käme Ihnen dann die Kölner Computer-Show in die Quere.

Dazu muß ich anmerken, daß sowohl Hannover als auch Köln ein völlig anderes Konzept präsentieren. Hannover bleibt der große Garten, wo die gesamten Mikrocomputer-Pflanzen aufgereiht sind und man so einen Überblick über das gesamte Angebot bekommen kann. Da wollen wir aber unter gar keinen Umständen hin. Es kommt uns darauf an, uns in der Beschränkung als Meister zu zeigen.

- Ein Wort noch zu Ihrem Rahmenprogramm, für das dieses Jahr viele renommierte Referenten geworben werden konnten. Dort werden teilweise Themen angesprochen, die auch für professionelle Anwender in Großuntemehmen interessant sind. Widerspricht das nicht dem reinen Ausstellungsniveau, das ja auch den Ausbildungs-, Hobby- und Musikbereich beinhaltet und den Eindruck erweckt, mehr für den EDV-Einsteiger gedacht zu sein?

Wir haben eine bestimmte Tagesgewichtung. Die ersten Tage sind den Händlern reserviert, also den "Professionals", die noch eine Reihe von Argumentationshilfen benötigen, um den Mikrocomputer erfolgreich verkaufen zu können. Die Ware ist da, die Nachfrage ist da, das Know-how ist da, und dennoch gibt es noch Vertriebsprobleme, weil man einfach nicht - wie vorhin angeschnitten - "mit dem Kopf des zukünftigen Nutzers denkt". Diese Veranstaltungen sollen dazu beitragen, den Nutzwert an denjenigen zu bringen, der ja kaufbereit ist. Daß auf den meisten Veranstaltungen lediglich das Angebot präsentiert wird, ist meiner Ansicht nach der Grund dafür, daß Messen an Renommee verloren haben. Es ist doch heute nicht mehr neu, daß niemand ein Produkt haben will, sondern immer nur den Nutzen eines Produkts. In unseren herstellerneutralen Vorträgen wird deshalb immer noch darauf hingewiesen, wo in der Ausstellung man sich die entsprechenden Hilfen und Lösungen praxisnah ansehen kann.