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09.11.1984 - 

Neuer Weg zur Auswahl der Anwendungsprogramme:

In der Btx-Datenbank nach Software suchen

Die Aufwendungen für die Auswahl und Beurteilung von Softwareprodukten sind in vielen Unternehmen sehr hoch. In vielen Fällen kostet dies mehr, als die Anschaffung der Programme. Um diesen enormen Aufwand' vieler Unternehmen, die Software suchen, zu reduzieren, bietet sich ein computerunterstütztes Informationssystem über den Softwaremarkt geradezu an. Peter Mahnkopf * beschreibt den Modellversuch einer Btx-fähigen Volltextdatenbank, der in Zusammenarbeit der Btx Südwest Datenbank GmbH (BSD) mit dem Softwaretest e.V. (STEV) entwickelt wurde.

Die Erstauswahl von Softwareprodukten ist für fast alle Anwender, aber auch für sehr viele Unternehmen, die bereits einen Computer eingesetzt haben, zu einer eigenständigen Aufgabe geworden. In vielen Unternehmen und Behörden sind ganze Teams praktisch ständig mit der Auswahl und Beurteilung von Softwareprodukten beschäftigt. Nicht selten kommt es vor, daß die Aufwendungen dafür, also das richtige und geeignete Programm zu finden, größer sind, als die Anschaffungskosten für dieses Programm betragen.

Die Gründe für diese hohen Anfangsinvestitionen schon bei der Suche nach dem richtigen Produkt sind:

1. Der rasche Wandel des Softwareangebotes. Jeden Monat erscheinen nach Beobachtungen des Softwaretest e.V. rund 30 neue Produkte aus den verschiedensten Anwendungen auf dem Markt; die Anzahl der Produkte, die im gleichen Zeitraum wieder vom Markt genommen werden ist nicht ganz so groß, so daß das Gesamtangebot jährlich um rund 200 bis 300 Produkte wächst.

2. Für nur sehr wenige Anwendungsgebiete der Informationstechnik gibt es Standards, das heißt standardisierte Leistungs- und Funktionsanforderungen. Die einzelnen Produktangebote sind deshalb sehr individuell ausgeprägt. Es bleibt praktisch keinem Anwender, der ein Produkt vom Markt kaufen will, erspart, sich durch alle angebotenen Programme durchzuarbeiten um die Abdeckung seiner speziellen Anforderungen durch ein angebotenes Produkt festzustellen.

3. Die Informationen über die Produkte, die für die Erstauswahl zur Verfügung stehen, zum Beispiel aus verschiedenen Softwareverzeichnissen, aus Presseinformationen oder aus Prospekten sind zu knapp, um eine eingrenzende Entscheidung, welches Produkt für eine nähere Betrachtung in Frage kommt, zu treffen. Deshalb fordern die meisten Unternehmer zur Erstauswahl bereits die Programmdokumentation an, die dann einen erheblichen Aufwand verursachen, um die entscheidungsrelevanten Informationen herauszuziehen.

Um diesen Aufwand zu reduzieren, bietet sich ein computergestütztes Informationssystem über den Softwaremarkt an. Eine Datenbank, in der Informationen über alle marktrelevanten Softwareprodukte gespeichert sind, muß jedoch einige Anforderungen erfüllen, wenn sie auf die Akzeptanz durch die Nutzer rechnen will:

1. Die Datenbank muß einfach zugänglich sein, das heißt sie muß eine möglichst allgemeinverständliche Benutzeroberfläche haben.

2. Die Daten müssen zuverlässig und , 'en jour' sein; das bedeutet eine permanente Pflege der gespeicherten Informationen durch den Bearbeiter der Datenbank.

3. Die gespeicherten Daten über die Softwareprodukte müssen alle auswahl- und entscheidungsrelevanten Informationen enthalten, so daß auf der Basis dieser Daten eine Vorauswahl getroffen werden kann.

4. Die Kosten für die Nutzung der Datenbank müssen attraktiv sein im Verhalten zu den Aufwendungen, die man bei einer manuellen Marktrecherche hätte.

Aus diesen Überlegungen heraus entstand Ende 1983 ein Modellversuch mit einer Btx-fähigen Volltextdatenbank bei der Bildschirmtext Südwest Datenbank GmbH in Zusammenarbeit mit dem STEV.

Die Btx-Datenbank erlaubt dem Anwender auch, nur nach Detailinformationen über einzelne Produkte zu suchen, zum Beispiel nach der Hardware- und Softwareumgebung, nach den Vertragskonditionen oder nach der mitgelieferten Dokumentation.

Für die Lösung des doch recht komplexen Problems, in Bildschirmtext (Btx) Detailinformationen zu Softwareproduktbeschreibungen zu recherchieren, muß das Btx-Datenbank-Programm äußerst nutzerfreundlich angelegt sein.

Dies findet seinen Niederschlag beispielsweise bei der Wahl der Formulardialoge: Der Laiennutzer ist darauf angewiesen, Formulare feldweise auszufüllen und zu übertragen, da nach jeder Eingabe unmittelbar auf eventuelle Fehler hingewiesen werden muß. Derartige feldorientierte Dialoge sind aber langsam und in Btx wegen der DATEX-P-Gebühren sehr teuer.

Der Experte benötigt einen schnelleren Dialog. Hierfür ist der maskenorientierte Dialog gut geeignet, bei dem erst alle Felder ausgefüllt werden, bevor sie übertragen werden. Die Unmittelbarkeit der Fehlermeldung ist damit natürlich nicht möglich, und es können mehrere Fehler auftreten. Diese Dialogform ist aber schneller und in Btx preisgünstiger.

An einem Beispiel soll der Ablauf einer Recherche im Dialogsystem "Mobile" demonstriert werden:

Auf der Eingabemaske des Btx-Dialoges zur Softwareauswahl werden die Auswahlkriterien für Software aufgelistet:

- Branche

- Anwendung

- Computersystem

- Betriebssystem

- Anbieter

In dieses Formular, dessen Felder für die Anfrage an die Datenbank logisch "und"-verknüpft sind, trägt der Nutzer die ihn interessierenden Aspekte seiner Frage ein.

Nehmen wir an, der Nutzer käme aus der Bauwirtschaft. Unter dem Begriff Anwendung kann er sich nicht so recht etwas vorstellen. Er verfügt über ein Computersystem IBM 3081 mit dem Betriebssystem DOS/VSE. Das Feld Anbieter läßt er offen, weil gerade hierauf eine Antwort erwartet wird.

Wenn die so ausgefüllte Maske abgeschickt wird, erfolgt zunächst unmittelbar die Reaktion auf das eingetragene Fragezeichen im Feld 'Anwendung': Der Dialogmodus wird vom Eingabedialog zum Menüauswahldialog gewechselt. Der Nutzer wird gefragt, welches Anwendungsgebiet ihn interessiert.

Nach Auswahl des Anwendungsgebietes '3 = Finanz- und Rechnungswesen' wird nochmals die Eingabemaske mit den kompletten Einträgen ausgegeben. Allerdings wurde zwischenzeitlich schon die Datenbank abgefragt, denn mit der Maske wurde ausgegeben, daß für diese Abfrage X Texte vorhanden sind. Auf dieser Maske könnte nun noch eine Korrektur der Eingaben vorgenommen werden.

Als nächstes werden für die Anwendung 'Finanzen' und den Bereich 'Bauwirtschaft' die Anbieter in Form einer Kurztext-Liste ausgegeben. Auch dies ist wieder ein Menüauswahldialog. Der Nutzer kann nun einen Anbieter auswählen und die gesamte Produktbeschreibung am Bildschirm lesen.

Meist wird es jedoch wünschenswert und besonders für Laien notwendig sein, die Struktur der Produktbeschreibung, das heißt deren Kapitelüberschriften, für eine gezielte Textauswahl zur Verfügung zu stellen. So könnte zum Beispiel das Kapitel 9 'Vertragskonditionen' von Bedeutung sein, weil der Nutzer beispielsweise Software nur mieten möchte.

Ebenso könnte die Qualitätsbeurteilung durch Softwaretest e.V. wichtiges Auswahlkriterium sein. Die verwendeten Kürzel sind natürlich in einer ebenfalls in Dialog abfragbaren Legende erläutert.

* Peter Mahnkopf, Rechenzentrum Südwest GmbH & Co. KG, Stuttgart.