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19.04.1996 - 

Marktindikator Book-to-bill-Ratio auf Tiefstand

In der Halbleiterbranche ist die Krise noch nicht vorueber

Wenn das Verhaeltnis des Werts verkaufter zu bestellten Chips unter 1,0 faellt, signalisiert diese Zahl eine sinkende Nachfrage. Fuenf Jahre lang lag der Book-to-bill-Ratio ueber dieser Zahl, die ausdrueckt, dass fuer jeden 100-Dollar-Chipumsatz Bestellungen in gleicher Hoehe vorliegen.

Im Januar dieses Jahres fiel der fuehrende Indikator auf 0,92, nachdem die PC-Hersteller das Weihnachtsgeschaeft ueberschaetzt und somit in der Folgezeit keinen grossen Bedarf an Chips hatten. Einen Monat spaeter kam es mit einem Wert von 0,89 noch schlimmer. Doch fuer Maerz rechneten die Analysten wieder mit einem leichten Anstieg.

Eingetreten ist das Gegenteil. Der Book-to-bill-Ratio betrug nur noch 0,80, das heisst, pro 100-Dollar-Chipverkauf kommt nur ein 80- Dollar-Auftrag herein. Das ist der niedrigste Wert, seit der Indikator 1987 ins Leben gerufen wurde.

Damit erhaelt die Unsicherheit ueber die kuenftige Entwicklung des Halbleitermarkts neue Nahrung. So hatten bereits die angekuendigte Schwaeche im PC-Markt und der Preisverfall bei den Speicherchips fuer warnende Zeigefinger bei den Analysten gesorgt. Die Semiconductor Industry Association (SIA) wies darauf hin, dass auf die USA nur noch ein Drittel aller weltweit verkauften Mikroprozessoren entfallen, wogegen frueher die Haelfte aller Chips dort zum Einsatz kamen.

Wachstumsrate von 1995 wird 1996 nicht erreichtH4>/H4>

Motorola meldet fuer das erste Quartal des aktuellen Geschaeftsjahres ein Wachstum des Halbleiterumsatzes um 14 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar, registrierte aber einen Rueckgang der Auftraege um fuenf Prozent. Insgesamt nahm das Unternehmen sieben Milliarden Dollar ein nach sechs Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Profit lag mit 384 Millionen Dollar oder 63 Cent pro Aktie ueber dem Vorjahreswert (372 Millionen Dollar) sowie ueber den Erwartungen der Analysten, die mit 57 Cent Gewinn je Anteilsschein gerechnet hatten. Motorola begruendete den Gewinnanstieg mit einer niedrigeren Steuerquote. Die Boerse reagierte mit einem Kursanstieg um ueber drei Dollar auf 55 Dollar.

Auf Intel sehen die Analysten angesichts der Marktschwaeche vorerst keine grossen Schwierigkeiten zukommen, sie rechnen allerdings auch nicht mit starken Zuwachsraten. Der Profit im zweiten und dritten Quartal werde nur wenig ueber dem der entsprechenden Vorjahreszeitraeume liegen, zitiert das "Wall Street Journal" die Branchenkenner.

Getroffen hat es dagegen Advanced Micro Devices. Der Chiphersteller hatte zwar schon vor zu hohen Gewinnerwartungen in bezug auf das erste Quartal gewarnt, das Ergebnis lag jedoch unter den niedrigsten Schaetzungen. Statt 627 Millionen Dollar wie im Vorjahr nahm AMD im Berichtszeitraum 544 Millionen Dollar ein. Es wurde ein Betriebsverlust von 22 Millionen Dollar ausgewiesen nach 122 Millionen Dollar Gewinn im Vorjahr. Der Reingewinn belief sich auf 25 Millionen Dollar, wobei der einmalige Aufwand von 9,7 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Nexgen-Uebernahme bereits abgezogen wurde. Der fehlende Prozessor der fuenften Generation wirkte sich wieder negativ aus, erklaerte AMD-Chairman und CEO W.J. Sanders III.

Viele Analysten sehen jedoch zum Jahresende wieder einen Silberstreif am Horizont. So seien die Preise mancher Speicherchips in den letzten Wochen sogar wieder leicht gestiegen. Ausserdem rechnen die Branchenkenner damit, dass die PC-Hersteller ihre Bestaende bis dahin aufgebraucht haben. Vom Wachstum des letzten Jahres, das fast 40 Prozent betrug, wird die Halbleiterindustrie in diesem Jahr nach Branchenmeinung maximal die Haelfte erreichen.