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15.03.1991 - 

Computerberufe in der Volkszählung 1987 (Teil 2)

In der Software-Entwicklung dominiert der Programmierer

Die meisten der rund 230 000 Beschäftigten, die auf dem Volkszählungsbogen 1987 einen Beruf rund um den Computer angegeben hatten, sind der Software-Entwicklung zuzuordnen. Der meistgenannte Beruf bleibt nach wie vor der des Programmierers.

Der Programmierer ist sozusagen das "Leitfossil" der Computerberufe. Mit ihm begannen die Computerberufe, und auch heute dominiert diese Berufsbezeichnung. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von ähnlichen Berufsbezeichnungen, die in dieses Berufsfeld mit hineingehören. Folgende Bezeichnungen aus dein Berufsfeld der Software-Entwicklung sind in der Volkszählung angegeben worden:

Im Berufsfeld Software-Entwicklung gibt es eine große Zahl unterschiedlichster Berufsbezeichnungen, obwohl zwei Drittel der Berufsangehörigen die traditionelle Berufsbezeichnung "Programmierer" ohne alle Zusätze angeben. Diese Berufsbezeichnung herrscht immer noch vor, obwohl sich die Aufgaben doch deutlich von der Programmierung weg in andere Aufgabenbereiche verschoben haben dürften. Die Auffächerung und neue Aufgabenbreite wird in den vielen speziellen Angaben deutlich, die mit "Software-" oder" System-" beginnen.

Die neue Berufsbezeichnung "Software-Entwickler" beginnt sich erst allmählich durchzusetzen. Organisationsprogrammierer und Systemprogrammierer sind Berufsbezeichnungen, die schon länger bekannt sind und wohl aus diesem Grunde von so vielen Befragten genannt wurden.

Als Codierer bezeichnen sich weniger als ein Prozent der Computerfachleute; vorwiegend Frauen hatten diese Berufsbezeichnung angegeben. Drei Viertel der Berufsangehörigen sind Frauen. Auch Berufsbezeichnungen mit dem Zusatz "'Assistent" sind mehrheitlich von Frauen angegeben worden, während der Zusatz "Ingenieur" einen unterdurchschnittlichen Frauenanteil aufweist.

Also entwickelt sich auch in den Computerberufen dieselbe Struktur, wie wir sie aus anderen qualifizierten Berufen kennen: Frauen sind vor allem in geringer eingestuften Positionen und Berufen zu finden. Der Beruf des Codierers (besser: der Codiererin) markiert eine untergeordnete Funktion, die dem "Vollprogrammierer" zuarbeitet. Bezeichnenderweise gibt es keine weiblichen Chef-Programmierer.

Der durchschnittliche Frauenanteil im Berufsfeld Software-Entwicklung liegt mit 18,6 Prozent leicht unterhalb des Frauenanteils bei allen Computerberufen, von 21,7 Prozent.

Insgesamt geben 33,5 Prozent aller Datenverarbeiter eine Berufsbezeichnung an, die auf eine Tätigkeit in der Software. Entwicklung hindeuten.

Damit handelt es sich um das größte tätigkeitsbezogene Berufsfeld innerhalb der Computerberufe.

Die traditionelle Bezeichnung "Programmierer" führen knapp 20 Prozent aller Datenverarbeiter. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sich die neueren Bezeichnungen durchgesetzt haben.

Aus den Berufsbezeichnungen wird erkennbar, daß heute nicht eindeutig geklärt ist, ob die CIM-Aktivitäten im Softwarebereich nun zu den Computerberufen oder zu den technischen Berufen gezählt werden. Es sind nur etwa 2000 Personen gewesen, die sich diesen Berufen zugeordnet haben. Die weite Verbreitung entsprechender Hard- und Software wurde eigentlich eine höhere Zahl er, fordern. Vielleicht sind auch die Techniker und Ingenieure im Softwarebereich speziell für diese Aufgaben zuständig.

Programmierung beziehungsweise Software-Entwicklung bildet also auch heute noch das Rückgrat im Computerwesen. Trotzdem scheint sich inhaltlich ein Wandel vollzogen zu haben: Programmierung und Software. Entwicklung sind nicht mehr so sehr auf die Neuerstellung von Software konzentriert, sondern umfassen häufig Wartungs- und Aktualisierungsaufgaben.

Dies wird einerseits markiert durch, die Bezeichnung Software-Entwickler, die semantisch deutlich breiter ist als die Bezeichnung Programmierer, andererseits durch die weitere Differenzierung der Berufsbezeichnungen im Bereich der Software-Erstellung. Doch scheint Entwicklung wesentlich die langsamer zu erfolgen, als dies vermutet wird: Die überragende Bedeutung des Programmierers ohne weitere Spezialisierung (hier knapp 60 Prozent aller Berufsangaben) zeigt, daß dieses Berufsfeld recht traditionell strukturiert ist.

DV-Berufe In Deutschland

In einer mehrteiligen Serie analysiert Werner Dostal die Ergebnisse der Volkszählung 1987 in bezug auf Computerberufe. Im ersten Teil stellte der Autor die "Hitliste" der am häufigsten angegeben Berufsbezeichnungen vor. Er weist jedoch darauf hin, daß die tatsächliche Zahl der DV-Beschäftigen viel höher ist, da viele Befragten keine Angaben zum Beruf machten. In den folgenden Teilen dieser Serie werden die einzelnen Berufsfelder mit den jeweiligen Berufen beschrieben.