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04.09.1992 - 

LSI Logic schließt 1985 eröffnetes Werk

In deutschen Landen ist die Chip-Fertigung zu kostspielig

BRAUNSCHWEIG (CW) - Der Halbleiter-Produktionsstandort Deutschland hat eine weitere Schlappe zu verwinden: Produktivitätsmindernde Arbeitsgesetze und hohe Lohnkosten, so der US-Hersteller LSI Logic Corp., zwingen zur Schließung der Chip-Fabrik in Braunschweig.

Damit ist das Konzept des Herstellers, seine 32-Bit-RISC-Mikroprozessoren, ASICs, ICs für die Bild- und Signalverarbeitung sowie PC-Chip-Sets und -Grafikprodukte marktnah zu produzieren, in Deutschland gescheitert. "Das deutsche Management ist gut, und die Arbeiter sind gut. Es ist nicht ihre Schuld", bedauerte LSI-Präsident Wilfred Corrigan die Ankündigung, während der nächsten sechs Monate die Fertigung in Niedersachsen auslaufen zu lassen, wovon über 250 Arbeitnehmer betroffen sind.

Verantwortlich seien die hierzulande nicht konkurrenzfähigen Möglichkeiten zur Amortisation der hohen Investitionen in eine Halbleiter-Fabrik. Anders als in Japan oder in den USA könne man nahezu in ganz Europa nicht im Dreischicht-Betrieb arbeiten und die Kapazitäten damit nicht auslasten, klagte Corrigan. "Unter dem Strich können sie in Europa wöchentlich zehn Schichten fahren gegenüber 21 in Japan, Amerika oder Fernost", rechnete der LSI-Chef vor. Die Lohnkosten in Deutschland lägen außerdem ein Drittel über den amerikanischen und seien annähernd siebenmal so hoch wie etwa in Hongkong. Auf diese Weise könne man im Wettbewerb nicht mithalten.

Den letzten Stoß versetzte der Braunschweiger Fabrik indes der schwindsüchtige Dollar: Als 1985 die Produktion aufgenommen wurde, kostete die US-Währung 2,50 Mark, während sie mittlerweile bei 1,40 Mark liegt. Die überwiegend in Dollar abgewickelten Exporte bringen so kaum noch etwas ein.

Kosten in einer Höhe zwischen 95 und 110 Millionen Dollar erwartet LSI Logic im Zusammenhang mit Restrukturierung der Produktion, die auch Abschreibungen auf obsolet gewordene Produktionseinrichtungen an anderen Standorten umfaßt. Der Hersteller rechnet deshalb im dritten Quartal 1992 mit einem Nettoverlust von zirka 100 Millionen Dollar. Den erhofften Spareffekt pro Quartal beziffert man auf zehn Millionen Dollar.