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30.06.2006

In Europa und Deutschland gibt es kaum noch große Outsourcing-Deals

Die im ersten Quartal 2006 vereinbarten Projekte belegen den Trend zur selektiven Auslagerung.
Nahezu die Hälfte der betrachteten 75 europäischen Outsourcing-Deals hatten im ersten Quartal 2006 die Auslagerung der IT-Infra- struktur zum Ziel.
Nahezu die Hälfte der betrachteten 75 europäischen Outsourcing-Deals hatten im ersten Quartal 2006 die Auslagerung der IT-Infra- struktur zum Ziel.

Das Marktforschungshaus Forrester Research hat 75 europäische Outsourcing-Deals mit einem Vertragswert von mehr als zehn Millionen Euro einer näheren Betrachtung unterzogen. Dabei haben sich alte Muster bestätigt (etwa: am häufigsten lagern Anwender ihre IT-Infrastruktur aus; die meisten Deals werden in Großbritannien unterzeichnet), aber auch einige Neuheiten ergeben. So erwiesen sich beispielsweise in früheren Erhebungen die Finanzdienstleister als zuverlässigste Kundenbranche, doch das hat sich geändert: Im ersten Quartal 2005 gingen 20 Prozent der vereinbarten Auslagerungs-Abkommen auf das Konto von Banken, im ersten Quartal 2006 waren es nur zwölf Prozent.

Carrier lager kaum aus

Ähnlich zurückhaltend zeigten sich die Versicherungsunternehmen. Ihr Anteil an den Auslagerungs-Deals sackte von acht Prozent im Vorjahresquartal auf nun vier Prozent. Auch die TK-Branche, die gewöhnlich kaum Hemmungen hat, externe Dienstleister zu verpflichten, hielt sich zurück. Forrester registrierte nur ein Abkommen, das ein TK-Betreiber im ersten Quartal 2006 unterschrieben hat. Gute Absatzzahlen garantierten hingegen Handelsunternehmen: 13 Prozent aller Aufträge bekamen Outsourcing-Anbieter aus der Retail-Branche üblicherweise sind Händler eher zurückhaltende Outsourcing-Kunden.

Knapp die Hälfte aller Projekte hatte die Auslagerung der IT-Infrastruktur zum Ziel (siehe Grafik). Gerne (30 Prozent aller Abkommen) haben die Anwender zudem ihre lokalen und TK-Netze ausgelagert. Die Dominanz der infrastrukturnahen Dienste ist nichts Neues, ein Wandel in der Sourcing-Strategie der Anwender ist dennoch erkennbar: In den letzten zwei Jahren hatten sie sich auffallend zurückhaltend gegenüber dem Fremdbetrieb ihrer Applikationsentwicklung und -wartung gezeigt, doch dieser Trend wurde laut aktueller Erhebung gestoppt. Während im ersten Quartal 2005 nur elf Prozent aller Kontrakte die Unternehmens-Applikationen berührten, waren es im jüngsten Vergleichszeitraum 20 Prozent.

BPO gewinnt an Fahrt

Die Liste der Anbieter, die in Beobachtungszeitraum mit wenigsten einem Abschluss über zehn Millionen Euro erfolg- reich waren, führt 25 Service-Provider. Als Bester ging der britische BPO-Dienstleister (Business Process Outsourcing) Capita aus dem Vergleich hervor, er konnte Verträge im Wert von insgesamt 539 Millionen Euro gewinnen. Auf den Rängen folgen Fujitsu Services (453 Millionen Euro), CSC (292 Millionen Euro), Getronics (237 Millionen Euro) und EDS (225 Millionen Euro).

IBM erhält türkischen Auftrag

Eine besondere Erwähnung war den Experten IBM Global Services wert: Big Blue hat einen Auftrag mit siebenjähriger Laufzeit und einem Volumen von 25 Millionen Euro vom türkischen Fertiger Zorlu bekommen. "Das ist zwar nicht der größte Deal", kommentierten die Forrester-Analysten, "aber Big Blue ist dort hingegangen, wohin sich andere europäische Unternehmen noch nicht trauen."

Die Forrester-Analyse bestätigte zudem das Ende der Ära der Mega-Deals. Lediglich einen europäischen Abschluss mit einem Volumen von mehr als 250 Millionen Dollar haben die Marktforscher entdeckt. "Das ist ein klares Zeichen dafür, dass europäische Firmen sich von großen One-Stopp-Shops im Outsourcing verabschiedet haben", schrieben die Analysten in ihrer Auswertung. Populär seien derzeit kurze und fokussierte Projekte. (jha)