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12.03.1976

In fünf Jahren hat sich unser Fremd-Sort längst rentiert

- Die Swissair hat sich vor fünf Jahren entschlossen, den ersten CA-Sort zu installieren. Bestand damals ein so dringendes Bedürfnis nach einem anderen Sortierprogramm, daß man bereit war, die Pilot-Kunden-Rolle zu übernehmen?

Der IBM-Sort, der normalerweise mit dem OS geliefert wurde, war für uns nicht befriedigend, weil er zuviel Core und zuviel temporären Data Space brauchte. Wir suchten damals ein Produkt, das weniger Speicherplatz benötigt und auch schneller läuft. Wir machten 1971 eine Evaluation - dabei erfüllte der CA-Sort unsere Anforderungen.

- Können Sie dazu Zahlen angeben? Beispielsweise, wieviel Prozent die Geschwindigkeit höher ist als beim IBM-Sort?

Ich kann da nur sagen, daß wir vor fünf Jahren herausgefunden haben, daß zirka 15 bis 20 Prozent weniger Durchlaufzeit gebraucht wurde. Im Hauptspeicher braucht der CA-Sort zirka 5 Kilos. Beim IBM-Sort kann man in einem Parameter angeben, wieviel Platz man zur Verfügung stellen will, und je nachdem läuft das Programm schneller oder langsamer. Wir wenden den CA-Sort nur an, wenn er intern aus einem Programm aufgerufen wird. Mit einem IBM-Sort innerhalb eines PL/1-Programms haben Sie Probleme mit den Exits. Sie brauchen einen Exit 15 und 35 und müssen da immer Parameter übergeben. Das ist sehr umständlich. Beim CA-Sort eröffnen Sie sozusagen ein File und Sie machen einen Call auf dieses File und wieder einen Call, um das File zu füllen und einen Call-Sort-Get, um wieder einen Record zu holen. Und am Schluß machen Sie ein Close, was viel angenehmer ist für den Programmierer. Ich würde sagen, das ist zehnmal einfacher als beim IBM-Sort.

- Welche sonstigen Vorteile sehen sie beim CA-Sort?

Auch die Speicher-Ersparnis ist enorm - wir sparen mit dem CA-Sort wahrscheinlich 50 Prozent. Wenn für den IBM-Sort nur soviel Hauptspeicher angegeben wird wie für den CA-Sort erforderlich ist, dann macht die Durchlaufzeit-Ersparnis etwa 50 Prozent oder mehr aus.

- Erledigen Sie nun alle Sortierarbeiten mit dem CA-Sort oder haben Sie daneben auch noch IBM-Produkte?

Nein, wir erledigen nur die internen Sorts mit CA-Paket. Für Stand-Alone-Sorts nehmen wir das lizenzpflichtige IBM-Programm-Product S/M. Dieser Stand-Alone-Sort ist wiederum einfacher anzuwenden als der CA-Sort, weil Sie nur Job Control und eine Steuerkarte brauchen. Zeitlich kommt es sozusagen auf dasselbe raus, ob Sie CA-Sort oder IBM-Sort brauchen.

- Würden Sie daraus schließen, daß der CA-Sort als Stand-Alone-Sort nicht unbedingt vorteilhaft ist?

Früher wurde der IBM-Sort als Stand-Alone angewendet, und da wir eine Abteilung haben, die nur für Job Control zuständig ist, gebrauchen diese Leute immer nur den IBM-Sort. Man kann sich fragen, ob der CA-Sort auf Stand-Alone vorteilhaft wäre , ich würde das eher verneinen.

- Dazu wird vielleicht auch die Gewöhnung kommen. Kann das eine wesentliche Rolle beim Umgang mit den Programmen spielen?

Es ist sicher auch Gewohnheit, daß der CA-Sort nicht als Stand-Alone angewendet wird. Dazu kommt noch daß bei uns Programmierhandbücher bestehen, in denen alles festgelegt wird. Darin ist zum Beispiel der CA-Sort detailliert mit einem Beispiel beschrieben, woran sich der Programmierer orientieren kann. Ein Programmierer, der sich auf die vorgeschlagene Arbeitsweise eingestellt hat codiert schneller - und vernachlässigt andere Möglichkeiten. Unter OS war noch ein Grund, daß wir den IBM-Sort als Stand-Alone-Sort gebrauchten, der Dedicated Work Space. Wir gebrauchten immer denselben Work Space, was man unter OS ja kann, indem man Dedicated Data Sets verwendet. Mit CA-Sort wären immer wieder neue Work Spaces auf dem Disk draußen alloziert worden, und das wollten wir auch vermeiden, weil wir zeitweise richtige Engpässe mit den Platten hatten.

- Benutzt die Swissair noch andere zugekaufte Systemprogrammpakete?

Auf der Batch-Seite haben wir noch das Programmwartungs- und -bibliothekspaket The Librarian. Mit diesem Paket sind wir sehr zufrieden, da wir die Karten nicht mehr durchnumerieren müssen und überhaupt nicht mehr mit Karten arbeiten, außer wir ersetzen einen Record. Wir haben einmal noch Versuche mit einem Autoflow-Programm gemacht das ein Blockdiagramm herauszeichnet. Wir haben dieses Prograrmmprodukt immer noch, aber es wird sozusagen nicht angewendet, da das damit erzeugte Blockdiagramm übel mehrere Seiten hinweg geht und so unübersichtlich wird.

- Zeichnen Sie dann die Diagramme aus Platzersparnis lieber von Hand?

Nicht unbedingt aus Platzersparnis, sondern aus Gründen der Übersichtlichkeit. Wenn Sie ein Blockdiagramm von Hand zeichnen, dann können Sie Subroutinen auf einem speziellen Blatt aufzeichnen und ein Kästchen für eine Subroutine im Hauptblockdiagramm festlegen. Wenn sie mit dem Auto-Flow-Programm Ihre Karten durchlassen und das Blockdiagramm vom Computer gezeichnet wird, dann haben Sie auch Subroutinen auf einer speziellen Seite, aber die Anschlußpunkte sind so unübersichtlich, daß sie da wirklich 50 Prozent der Zeit brauchen, nur um die Anschlußpunkte zu finden. Der Computer zeichnet zwar schneller, aber um irgend etwas später herauszufinden, brauchen Sie wieder mehr Zeit, was die Ersparnis vollkommen aufhebt.

- Insgesamt sind Sie aber mit der Software, wenn man den Aufwand vergleicht, doch wohl eher IBM-orientiert als nach zugekauften Programmen von Software-Häusern hin?

Ja, ich würde sagen, daß 95 Prozent unserer Software IBM-Software ist. Bei Programmprodukten sehen Sie ja nicht von außen, wie die programmiert sind, und da müssen Sie ein bißchen vorsichtig sein.

Rudolf Fischer (27)

ist Systemprogrammierer bei der Swissair und hat seit 1971 die Geschichte der Sortierprogramme in der DV-Abteilung der Schweizer Luftfahrtgesellschaft miterlebt.

Swissair-DV

Im Rechenzentrum in Zürich stehen als wichtigste Hardware 2X370/168 für das Online-Reservierungs-System (davon eine 168 als Stand-by-Anlage), je eine 370/158 für IMS-Online-Betrieb und für Batch sowie je eine 360/40 und 360/65. Sorts laufen auf der 158 im Batch und sporadisch auf dem 168- Stand-by-System. Als Programmiersprache wird im wesentlichen PL/1 verwendet. Nach den Feststellungen von Hans Lüthi, Abteilungsleiter EDV-Dienste bei der Swissair, betrugen die Einsparungen - gemessen an produktiven Programmen - gegenüber dem PL/1-Sort-Interface durch Verwendung der "Sort Access Method" des CA-Sort: Beim Sortieren von 4000 Records a 65 Bytes 68 Prozent CPU-Zeit und 37 Prozent beim Kernspeicherbedarf Lüthi: Wir haben die CA-Sort-Methode außer in Neuentwicklungen auch in 100 alte Programme eingebaut und bei der Verarbeitungszeit bis zu 80 Prozent gespart.

CA-Sort

Das Sortierprogramm wurde im Gründungsjahr 1970 von dem Schweizer Softwarehaus Computer Associates entwickelt und 1971 zum erstenmal bei der Swissair installiert. 1973 wurde der CA-Sort II herausgebracht, der voll zu entsprechenden IBM-Paketen kompatibel ist. Damit begann der eigentliche Erfolg des heute auch in den USA bekannten System-Software-Pakets.

Der 500. Anwender

Gleich acht CA-Sort kaufte im Dezember 1975 Brown Boveri - drei für Tochtergesellschaften in Frankreich je zwei für Deutschland und Italien sowie eines für Österreich, wo jeweils eine IBM 370/135 bzw. 145 unter DOS laufen. Darunter war die 500. Installation dieses Softwarepaketes. Die Schweizer Zentrale mit 370/158 und 168 soll Mitte des Jahres folgen - angepeilt werden langfristig zehn bis zwölf CA-Sort-Installationen im Konzernbereich. Mitentscheidend die Möglichkeit des Kaufes: "Die Miete ist im Vergleich zu den IBM-Sorts relativ hoch."