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10.10.1980 - 

Der Fernmeldefachmann als Partner der DV-Abteilung:

In Großunternehmen ein Ganztagsjob

MÜNCHEN (gr) - Großunternehmen könnten mindestens einen Kommunikationsmanager ganzjährig beschäftigen. Hatte der Verwalter einer Telefon-Nebenstellenanlage mit dem DV-Leiter noch wenig abzustimmen, so ändert sich das Bild mit Einführung der Datenfernverarbeitung. Der Datenverarbeitung erschließen sich neue Anwendungsgebiete, wenn sie das öffentliche Leitungsnetz der Deutschen Bundespost - die Datel-Dienste - das hausinterne Leitungsnetz, die Bildschirm- und Teletext sowie die Textverarbeitung im Büro der Zukunft als Sonder und Empfänger von Informationen integrieren.

Mit Nutzung der Datenfernverarbeitung wurden verschiedene andere Kommunikationsbereiche in die Datenverarbeitung integriert. "Unter Umständen war die Handhabung, die Planung, Organisation und der Betrieb der verschiedenen Systeme gar nicht so leicht", überlegt Walter Tietz, Referent für Kundenberatung der Datel-Dienste im Fernmeldetechnischen Zentralamt, Darmstadt, in einem Gespräch über den Fernmeldefachmann in seinem Verhältnis zur DV-Abteilung. "Es ging eigentlich nur so recht und schlecht." Die Arbeit in diesen verschiedenen Disziplinen erfordere einen neuen Berufstypus.

Bisher reichte Nachrichtentechniker

Auch bisher gab es in den Unternehmen einen Fernmeldefachmann. In großen Häusern war dieser Spezialist voll ausgelastet, berichtet Tietz von seinen Erfahrungen.

Angesiedelt an unterschiedlichen Stellen der Organisation kümmere er sich um die Fernsprechanschlüsse, sorgte für Nebenstellenanlagen, ihm unterstand die organisatorische Seite des Telex-Verkehrs. Er betreut jetzt auch die Faksimile-Geräte. Ihm fällt die Aufgabe zu, ausreichend Kopierapparate zur Verfügung zu stellen und sich auszudenken, wo die Apparate am günstigsten plaziert sind. Meist wurden dem Nachrichtentechniker noch weitere Aufgaben zugewiesen. Als Beispiele nannte Tietz technische Systeme wie die interne Zugangskontrolle .

Mit der Schnittstelle zur Datenverarbeitung ist dieser "Fernmeldespezialist", meist ein Ingenieur elektrotechnischer Fachrichtung oder jemand, der aus der Organisationsabteilung hervorgegangen ist, leicht überfordert. Der DV-Chef als Kenner seiner Systeme bedarf zur Klärung der Schnittstellenprobleme eines Partners, der von beiden Bereichen etwas versteht: von der Datenverarbeitung wie von Netzfragen. Der Anschluß der Datenverarbeitung an die Fernmeldenetze macht den Kommunikationsmanager notwendig, ein neuer Berufstypus, dem notwendigerweise eine neuartige Ausbildung vorangehen muß.

Kommunikationsmanager gefragt

In der Hierarchie müßte der Kommunikationsmanager dem DV-Chef nebengeordnet sein, meint Tietz. Er kennt beide Systeme ausreichend genau. Er weiß um die Konfiguration, kennt die Anwendungen. Vor dem Hintergrund von Büroautomation, Tele- und Videotext, den neuen Dienstleistungen der Bundespost wie dem jetzt ins Versuchsstadium gegangenen Paketvermittlungsdienst Datex-P soll er "machbare Systeme" schaffen. Ihm obliegen Planung, Organisation, Realisierung und der Betrieb der Kommunikationsnetze, beschreibt Tietz das Aufgabenspektrum des neuen Spezialisten, der in den USA bereits häufiger zu finden sei als in der Bundesrepublik. "Seine Beziehungen zur Post stehen fast in der zweiten Linie."

Organisatorisch wäre der neue Mann - oder die neue Frau - nahe der Datenverarbeitung anzusiedeln. Durch die Bereitstellung von Hilfsmitteln zur Kommunikation kommen dem Kommunikationsmanager übergreifende Funktionen zu. Eine Unterordnung unter den DV-Chef führe zu Problemen, da DV-Belange dann vorrangig behandelt würden und die Netzfragen zurückstünden. Die Sachzwänge der Datenverarbeitung erhielten das Übergewicht.

Beratung für die kleinen Anwender

Für mittlere Unternehmen mag das Organisationskonzept der Konzerne noch anwendbar sein, überlegt Tietz. Eine Person könnte sich als Kommunikationsmanager betätigen und nebenbei mit anderen Aufgaben ausgelastet werden. Kleinbetriebe aber seinen organisatorisch mit der Verbindung von Datenverarbeitung und Fernmeldenetzen oft überfordert. "Häufig wenden sie sich an die Post um Hilfe", erzählt Tietz. "Doch aus ihrem Auftrag heraus geht die Deutsche Bundespost diese Fragen nichts an." Diese Dienstleistung sprenge auch beim besten Willen den Rahmen, den der gesetzliche Auftrag der Deutschen Bundespost steckte. In Großbritannien sei der Post eine Beratungsabteilung angegliedert. Durch eine genossenschaftliche Lösung beispielsweise aber könnten sich auch die kleinen und mittleren Unternehmen anteilig einen Kommunikationsmanager leisten. "Als die Datenverarbeitung mit der Datenfernverarbeitung zusammenwuchs, wurden die Datel-Dienste zum sensitiven Bereich." Übergeordnete Probleme, die sich aus den Schnittstellen ergeben, harrten der Lösung. Der Anschluß der Textverarbeitung werde die empfindliche Stelle hoch kritischer werden lassen.