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28.09.1990 - 

Die strategische Linie: TIRS und Prolog

In IBMs KI-Konzept spielen ESE und KT keine Rolle mehr

28.09.1990

KARLSRUHE (hv) - Entgegen den Erwartungen vieler IBM-Anwender heißt das strategische KI-Werkzeug der Zukunft nicht ESE, sondern TIRS "The Integrated Reasoning Shell". Während dieses Produkt zu einem integralen Bestandteil des AD/Cycle-Konzeptes werden soll, wollen die Armonker ESE und das Know-ledge Tool (KT) langsam sterben lassen.

Eine entsprechende Ankündigung machte Big Blue auf seinem vierten Symposium zum Thema wissensbasierte Systeme in Karlsruhe. "ESE und Know-ledge Tool werden zwar weiter vermerktet, aber nicht mehr entscheidend verbessert", erläuterte IBM-Mitarbeiter Wolfgang Beer in einem Vortrag zum Thema AD/Cycle und TIRS.

Mit Schwierigkeiten müssen jetzt die Anwender der älteren KI-Systeme ESE und Knowledge Tool rechnen: "Wahrscheinlich müssen ESE-Anwendungen umgeschrieben werden", erwartet der IBM-Redner. Eine automatische Migration könne es nicht geben, da die Konzepte zu unterschiedlich seien. Gleichwohl werde sich IBM darum bemühen, zumindest "Migrationshilfen" anzubieten.

Während die in sich abgeschlossene Schale ESE bei den Anwendern als besonders benutzerfreundliches Einstiegssystem galt, soll TIRS ein profesionelles Instrument des Anwendungsentwicklers werden. Als künftige Einsatzgebiete nennt IBM die Bereiche Kapazitätsterminierung, Überwachung, Konfiguration, Simulation, Diagnose und Beratung.

Die Anwendungsentwicklung mit der Expertensystem-Shell erfolgt auf Workstations: entweder unter OS/2 auf einem PS/2-Rechner oder unter AIX auf einem 6150-System. Mit Hilfe entsprechender Werkzeuge sollen sich die fertigen Anwendungen dann auf den Mainframe laden lassen.

Komplikationen dürfte es nach Einschätzung KI-erfahrener Anwender bei der Integration von TIRS-Anwendungen geben. Die Verbindung zu verschiedenen Anwendungsumgebungen und zu anderen Werkzeugen, die möglicherweise in eine TIRS-Anwendung eingebunden werden sollen, erfolgt auf zwei verschiedenen Wegen: entweder über eine C-Prozedur auf einer 6150-Workstation unter den Betriebssystemen OS/2 und AIX oder über ein PL/1-Unterprogramm unter MVS beziehungsweise VM.

Im Rahmen des AD/Cycle-Konzeptes sollen mit TIRS wissensbasierte Anwendungen erstellt werden, die sich auf IBM-6150-Systemen sowie auf verschiedenen SAA-Rechnern unter den Betriebssystemen OS/2, MVS (TSO, CICS/MVS, IMS/VS) und VM (CMS) einsetzen lassen. Auf RS 6000-Rechnern wird TIRS zunächst nicht unter AIX laufen. Auch die AS/400 wird für wissensbasierte Anwendungen keine Plattform sein. Gleichrangig neben der Shell unterstützt IBM - zur Verwirrung ihrer Anwender - ein neu implementiertes Prolog für die Plattformen VM, MVS und OS/2. Die Armonker wollen nicht nur die Portabilität der Anwendungen zwischen den Plattformen ermöglichen, sondern sie bieten auch einen inkrementellen und einen vollen Compiler zur Beschleunigung der Programme an.

Die Sprache verfügt über Schnittstellen zu den Systemprogrammen, zu anderen Programmiersprachen und zu relationalen Datenbanken. Unklar ist, ob nun TIRS oder IBM-Prolog im AD/Cycle-Konzept eine strategische Rolle spielen soll; IBM-Mitarbeiter Beer spricht von zwei alternativen Konzepten. So ist auf /370-Rechnern die Entwicklung kommerzieller und wissenschaftlicher Anwendungen mit der sogenannten "IBM Prolog Language Workbench/ VM (IPW)" möglich.