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28.07.1978 - 

Anwenderbericht Fiducia Datenverarbeitung, Karlsruhe:

In jede Außenstelle das maßgeschneiderte DE Geräl

Vielseitige Konfigurierbarkeit und Wirtschaftlichkeit - diese Kriterien bestimmten die Auswahl bildschirmorientierter Datenerfassungssysteme bei der Fiducia Datenverarbeitung Aktiengesellschaft, Karlsruhe. Die genossenschaftliche Rechenzentrale entschied sich für das intelligente DE-System 700 von Olivetti. Hier der Bericht von Walter Lönneker*:

Die Fiducia Datenverarbeitung Aktiengesellschaft ist die älteste und eine der größten genossenschaftlichen Rechenzentralen in der Bundesrepublik. Ihr Einzugsbereich erstreckt sich über Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz; Sitz der Gesellschaft mit Hauptverwaltung und Zentralrechenzentrum ist Karlsruhe. Träger und Aktionäre der Fiducia sind die von ihr hauptsächlich betreuten 339 Kreditgenossenschaften und deren Zentralbank, für die bei einer Gesamtbilanzsumme von über zwanzig Milliarden Mark (Ende 1975) über sechs Millionen Konten geführt und täglich bis zu zwei Millionen Buchungsposten verarbeitet werden.

Bereits im Jahre 1960 hat sich die Fiducia an die Realisierung der Idee von Buchungsgemeinschaften herangewagt, _n damit Kreditgenossenschaften jeder Größenordnung den Weg zu leistungsfähiger Informationstechnologie zu ebnen. Zwölf Jahre später, im Jahre 1972, wurde von der Fiducia ein Dialog-Konzept für die von ihr betreuten Kreditgenossenschaften auf Basis der Datenfernübertragung und -fernverarbeitung entwickelt. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, war es erforderlich, die vorher dezentrale Struktur durch eine Zentralisierung zu ersetzen. In diesem Rahmen kam es zu erheblichen Investitionen, um die räumlichen und technischen Voraussetzungen für ein zentrales Großrechenzentrum in Karlsruhe zu schaffen.

Konverter in den Außenstellen

Das Zentral-Rechenzentrum ist mit drei IBM-Großsystemen einschließlich der jeweiligen Peripherie (Platten- und Bandeinheiten, Belegsortier-, Klarschrift- und Kartenleser, Schnelldrucker,Konvertiersystem und Datenverarbeitungs-Steuer-Einheiten) ausgestattet. Für die Mikroverfilmung stehen darüber hinaus intelligente COM-Recorder, Entwicklungsmaschinen für Fiches, Dupliziergeräte zur Verfügung. Außerdem wurden im Zentral-Rechenzentrum in Karlsruhe und in den Außenstellen, die als Verbindungsglieder zwischen der Zentrale und den angeschlossenen Kreditgenossenschaften dienen, sieben Konvertiersysteme vom Typ Olivetti SP 600 lnstalliert.

Bei den Kreditgenossenschaften der Fiducia sowie im Bereich allgemeiner EDV-Anwendungen werden insgesamt 500 displayorientierte Datenerfassungssysteme Olivetti DE 700 eingesetzt, und zwar sowohl als Einzel- (DE 730) als auch als Doppelplätze (DE 760). Schließich arbeiten in den Außenstellen noch elf Remote-Job-Entry-Systeme vom Typ Olivetti SP 600 RJE. Im Bereich "Allgemeine EDV-Anwendungen" wird das Olivetti-System A 50 eingesetzt.

Die Entscheidung zugunsten von Olivetti fiel nach eingehenden Marktuntersuchungen, in die alle wichtigen MDTund Terminalhersteller einbezogen wurden. "Olivetti bekam schließlich den Zuschlag", berichtet Walter Bausch, Vorsitzender des Vorstandes der Fiducia "weil das Angebot aus den nahezu identischen Produktofferten der Mitbewerber durch seine Wirtschaftlichkeit hervortrat." Gleichzeitig vermerkten die Karlsruher, daß der "Funktionsumfang der Olivetti-Terminals dem Leistungsanspruch der Kreditinstitute voll gerecht wird".

Disketten-Kurierdienst zur Zentrale

Das Basissystem DE 700 ist ein intelligentes, modulares System zur Erfassung Verarbeitung und Prüfung von Daten; es ist frei programmierbar, bildschirmorientiert und mit einer alphanumerischen Tastatur sowie Disketten zur Speicherung von Programmen und Daten ausgestattet. Als Vorzug des Systems preist Olivetti die "vielseitige Konfigurierbarkeit", da kleine, mittlere und große Bildschirme, Einzel- und Doppelplätze, bis zu vier Floppy-Disk-Einheiten sowie verschiedene Drucker und Datenfernübertragungs-Prozeduren eingesetzt werden können. Um das System so flexibel wie möglich zu halten und es den betriebsindividuellen Anforderungen anpassen zu können, wurden insgesamt sechs Modelle des Systems DE 700 entwickelt.

Die der Fiducia angeschlossenen Kreditgenossenschaften bearbeiten mit dem System DE 700 zur Zeit folgende Bereiche: in der Primanotisierung zum Beispiel Kontokorrent, Sparkonten, Geschäftsguthaben, Darlehen, Daueraufträge, Termingeld und TOP-Sparen; im Bereich der Bestandsdaten-Erfassung (numerisch und alphanumerisch), Kontoeröffnung sowie Löschung und Änderung und im Bereich von Prüf- und Serviceprogrammen Korrektur, Errechnen von Prüfziffern, Disketten-Initialisierung, Wahl des Prüfziffern-Modus etc.

Dieses Programmpaket verhindert Manipulationen und schafft aufgrund von Plausibilitätskontrollen die Voraussetzung für eine schnelle und fehlerfreie Datenverarbeitung. Gegenwärtig werden die Disketten des Systems DE 700 mit den erfaßten Daten am Abend per Kurierdienst zur jeweiligen Konvertierstelle gebracht. In einer späteren Ausbaustufe ist eine Datenverarbeitung über Wählleitungen vorgesehen.

Kommunikation via RJE - Stationen

Die im Zentral-Rechenzentrum in Karlsruhe und in den Außenstellen (in Denzlingen, Villingen, Wiesbaden, Bad Homburg, Kassel und Neuwied) installierten Konvertiersysteme SP 600 empfangen ihre Daten über die Diskettenlesestation DE 700 mit automatischer Stapelzuführung (19 200 bps unter BSC I) und über das öffentliche Datexnetz (2400 bps unter BCS II). Während die Disketten zur Konvertierung eingelesen werden, überprüft das System SP 600 den logischen Aufbau (Label record, Date records und EOF record).

Die SP 600-Stationen mit Remote-Job-Entry-Funktion haben die Aufgabe, die gesamte Kommunikation zwischen den Fiducia-Außenstellen und dem Zentralrechner in Karlsruhe abzuwickeln. Nach der Verarbeitung im Zentralsystem werden die ruckübertragenen Auswertungen über die an den RJE-Stationen angeschlossenen Schnelldrucker dezentral ausgedruckt oder zur Mikroverfilmung auf Magnetband übertragen.

Die Peripherieeinheiten (Lochkartenleser, Schnelldrucker und Magnetbandstation) arbeiten dabei, als wären sie direkt an das Zentralsystem angeschlossen. Die Kreditgenossenschaften im Bereich Karlsruhe erhalten ihre Ergebnisdaten (zum Beispiel Kontoauszüge, Tagesbilanzen, Überziehungslisten) direkt vom Zentral-Rechenzentrum.