Umfrage von PwC

In was der Mittelstand investieren würde

Christiane Pütter ist Journalistin aus München.
Innovationen, Digitalisierung und IT stehen bei deutschen Mittelständlern dieses Jahr deutlich weiter oben auf der Wunschliste als noch im Jahr zuvor. PwC hat ihnen fiktive 1 Million Euro geschenkt.
 
  • Mittelständler halten Innovationsfähigkeit für die wichtigste Eigenschaft eines guten Managers, trauen ihrem eigenen Unternehmen diese Fähigkeit aber nur bedingt zu
  • Als größte Konkurrenz gelten nicht Startups, sondern der direkte Wettbewerb
  • Jeder vierte Mittelständler will einen digitalen Think Tank aufbauen

Genauigkeit und fachliches Können sieht der deutsche Mittelstand als seine Tugenden an. Doch Digitalisierungs-bedingt sind auch Kreativität und Veränderungsbereitschaft gefragt. Das dokumentiert PwC in den Umfragen "Wie digital sind die deutschen Mittelständler?" und "Die Neujahrswünsche des deutschen Mittelstands".

Bekämen deutsche Mittelständler eine siebenstellige Summe geschenkt, würden sie vor allem in IT, Innovation und Digitalisierung investieren.
Bekämen deutsche Mittelständler eine siebenstellige Summe geschenkt, würden sie vor allem in IT, Innovation und Digitalisierung investieren.
Foto: PwC

PwC hat 220 Mittelständler (von 50 Millionen bis 500 Millionen Euro Umsatz, von unter 250 bis über 500 Mitarbeiter) vor eine fiktive Situation gestellt: Sie hätten zu Weihnachten eine siebenstellige Summe geschenkt bekommen. 62 Prozent würden das Geld in "Bessere IT/IT-Sicherheit" fließen lassen. Damit ist die IT deutlich wichtiger geworden: In der Vorjahresstudie hätten nur 49 Prozent der Befragten das Geld dafür ausgegeben.

Digitalisierung macht den größten Sprung nach vorne

Die nächsten Punkte auf der Wunschliste folgen dicht: Innovation/Forschung und Entwicklung (59 Prozent, 2015: 50 Prozent) sowie Digitalisierung (58 Prozent, 2015: 38 Prozent) und die Mitarbeiter (56 Prozent, 2015: 52 Prozent). Den größten Sprung nach oben verzeichnet also das Digitalisierungsthema. Jeweils die Hälfte der Befragten erklärt denn auch, die Produkte des Unternehmens digitalisieren und die Mitarbeiter "intensiv weiterbilden" zu wollen.

Vier von zehn Befragten (40 Prozent) wollen ihr bisheriges Geschäftsmodell überdenken. Sie fragen sich, ob es in der digitalen Transformation noch besteht. Ebenso viele werden ihre Vertriebswege digitalisieren.

35 Prozent glauben, die Digitalisierung nicht alleine zu stemmen und suchen externe Kooperationspartner. 25 Prozent sprechen vom Aufbau eines internen digitalen Think Tanks.

Als gute Manager betrachten deutsche Mittelständler insbesondere innovationsfähige und kreative Köpfe.
Als gute Manager betrachten deutsche Mittelständler insbesondere innovationsfähige und kreative Köpfe.
Foto: PwC

Was gute Manager auszeichnet

PwC wollte von den Studienteilnehmern außerdem wissen, was einen fähigen Manager auszeichnet. 63 Prozent nennen Innovationsfähigkeit als wichtigsten Skill, 55 Prozent Kreativität, 52 Prozent Veränderungsbereitschaft. Hard Skills wie die fachliche Expertise folgen mit 50 Prozent erst auf Platz vier.

Das sind Eigenschaften, die sich die Mittelständler zumindest zurzeit nur bedingt zutrauen. Für Innovationsfähig halten sich 51 Prozent, für kreativ nur 40 Prozent und für veränderungsbereit lediglich 33 Prozent. Sie sehen ihre Stärken eher in Genauigkeit (54 Prozent) und fachlichem Können (50 Prozent).

Die Selbsteinschätzung deutscher Mittelständler hängt von der Firmengröße ab.
Die Selbsteinschätzung deutscher Mittelständler hängt von der Firmengröße ab.
Foto: PwC

Allerdings hängt diese Einschätzung stark von der Firmengröße ab. So schreiben sich fast zwei Drittel (64 Prozent) der großen Mittelständler Innovationsfähigkeit zu, unter den kleinen ist es nur gut die Hälfte (53 Prozent). Und während sich 48 Prozent der Größeren Kreativität zubilligen, sind es unter den Kleinen lediglich 35 Prozent.

Mittelständler machen sich keine großen Sorgen wegen Startups

Die größte Konkurrenz sehen die Mittelständler nicht bei Startups. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) nennt solche jungen Firmen als Gefahr für sich. Deutlich mehr fürchten sie sich vor dem direkten Wettbewerb (56 Prozent). Die verbleibenden 24 Prozent nennen Konzerne.

Zur Startseite