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20.02.1987 - 

Garantieanspruch kann bei selbst ausgeführter Installation erlöschen:

Inboard 386 paßt nicht in alle AT-Clones

20.02.1987

MÜNCHEN (cp) - Auf einer Einsteckplatine präsentierte Intel jetzt ihren Prozessor 80388 für IBM PC AT und Kompatible. Allerdings hat auch hier die vielbeschworene Kompatibilität ihre Grenzen: In Großbritannien wurde inzwischen bekannt, daß sich die Steckkarte nicht in jeden AT-Clone reibungslos integrieren läßt. Probleme gibt es bei Systemen, in denen der 80286 - der dem Inboard weichen muß -eingelötet ist.

Interesse wird das Inboard 386/AT derzeit wahrscheinlich auch nur bei den Anwendern wecken, die auf ihrem AT sofort eine höhere Rechenleistung benötigen. Schließlich ist noch immer kein Betriebssystem auf dem Markt, mit dem der Anwender alle Vorteile des 386 ausschöpfen kann. Microsoft - als Entwicklungspartner ebenfalls bei der Produktvorstellung zugegen - mochte auch diesmal keinen Termin für das Protected Mode DOS nennen.

Anwender müssen sich noch einige Monate gedulden

So ist es nicht weiter verwunderlich, daß Intel vor allem mit Beispielen für die hohe Geschwindigkeit des Inboard zu beeindrucken sucht. Nach Angaben des Herstellers ergibt sich im Durchschnitt eine zwei bis dreieinhalbfache Geschwindigkeitssteigerung verglichen mit 80286-Systemen. Diese beruht auf der 32-Bit-Architektur und der Taktrate von 16 Megahertz. Beispielsweise benötige ein mit dem Inboard 386 aufgerüsteter Rechner zum Sortieren einer dBase-Datei statt einer Minute nur noch 30 Sekunden. Um die Geschwindigkeit des Prozessors voll ausnutzen zu können, hat Intel die Platine mit einem Zwischenspeicher (Cache Memory) mit 64 KB ausgestattet.

Der Hersteller verspricht des weiteren Softwarekompatibilität zu Anwendungen, die für den Protected Mode des 80286 beziehungsweise 386 geschrieben wurden. Dasselbe gelte für Applikationen auf 8088-Maschinen. Die Realität ist jedoch noch in ebensoweiter Ferne wie das für diese Anwendung erforderliche Betriebssystem.

Das Feature Multitasking erhält der Anwender auch mit der 386-Steckkarte nicht so ohne weiteres. Um aber die Käufer bei Laune zu halten, bastelt Intel zusammen mit einigen Software-Entwicklern gegenwärtig an einer Zwischenlösung: Ab Juni/Juli dieses Jahres will der US-Hersteller die 386-Control Software auf den Markt bringen, die unter den verfügbaren MS-DOS-Versionen läuft und den sogenannten Virtual 86-Mode des R0386-Prozessors verwendet. In dieser Betriebsart emuliere der 80386 simultan mehrere 8086/286-Prozessoren, erklärte ein Sprecher.

In der Grundversion faßt das Inboard 1 MB Speicher, erweiterbar auf 3 MB. Bisher konnten Anwenderprogramme aufgrund der 640-KB-Zwangsjacke von MS-DOS den Speicherbereich oberhalb

1 MB nicht nutzen. Diesen Engpaß glauben Intel und Microsoft mit einer gemeinsam entwickelten Software, dem Intel-Expanded Memory Manager (I-EMM), überwunden zu haben. Damit könnten bis zu 8 MB zusätzlicher Arbeitsspeicher auch schon unter jetzigen MS-DOS-Versionen trotz ihrer Beschränkung auf 640 KB genutzt werden.

Inzwischen warnen britische DV-Anbieter davor, daß Steckplatinen auf Basis des 80386-Prozessors in vielen AT-Kompatiblen Systemen versagen könnten. Auch könne mit dem Ausbau des 80286 aus einem AT-Kompatiblen der Garantieanspruch vieler Hersteller verfallen, hieß es in einer Meldung des internationalen CW-Netzes.

Intel hat das Inboard/386 auf dem IBM PC AT, dem Tandy 3000 und dem Compaq Deskpro 286 getestet. Die Zeit habe nicht mehr dazu gereicht, das Produkt auch auf billigen AT-Clones auszuprobieren, erklärte Steve DeWindt, Vice President des US-Unternehmens. Falls die Steckkarte in AT-Clones nicht funktioniere, liege der Grund dafür wahrscheinlich in der Mechanik. Bei der Installation des Inboard müsse der 80286-Mikroprozessor herausgenommen werden, der in manchen Geräten eingelötet ist. Der Anschluß erfolgt über ein Kabel, das beispielsweise nicht in einem Olivetti M28 installiert werden könne, teilte DeWindt mit. Inboard 386 ist ab Ende März bei Computer 2000 erhältlich.