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23.03.2001 - 

Steuerbefreiung für Softwareexporte

Indiens IT-Industrie erhält neuen Antrieb

MÜNCHEN (CW) - Indiens Softwareindustrie ist zwar ein starker, aber trotz ihres guten Rufes im Ausland bisher kein bestimmender Faktor der Gesamtwirtschaft des Subkontinents. Die indische Regierung hat daher steuerliche Zugeständnisse für Firmen und weitere Maßnahmen angekündigt, die den Wirtschaftszweig voranbringen sollen.

Um den Ausbau der IT-Branche voranzutreiben, sollen die Importzölle auf Telekommunikations- und Computerequipment und entsprechende Produkte um rund die Hälfte auf 15 Prozent gesenkt werden. Außerdem sind für bestimmte Geschäftszweige Steuererleichterungen vorgesehen. Dies betrifft vor allem ausländische Internet-Service-Provider, Anbieter von Telekommunikations-Services und Firmen, die Breitbandtechnik im Land verbreiten. Sie sind in den ersten fünf Jahren ganz von der Einkommensteuer befreit. Die für Indien wichtige Auftragsprogrammierung ist rückwirkend für das vergangene Jahr von der Einkommensteuer ausgenommen. Da sie mehr als 60 Prozent der durch Softwareexporte erwirtschafteten Einnahmen generiert, sieht Dewang Mehta, Präsident der National Association of Software and Services Companies (Nasscom), dem Verband der IT-Firmen in Indien, in diesen Maßnahmen einen Anreiz für weitere Investitionen und das Wachstum des E-Commerce.

Neben den neuen Regelungen bekräftigte die Regierung in Neu Delhi frühere Zugeständnisse an die IT-Branche, darunter die im Vergleich zu anderen Staaten sehr niedrigen Steuersätze auf Exportgewinne. Investitionserleichterungen, unter anderem in Form eines beschleunigten Procedere, sollen den IT-Firmen die Expansion ins Ausland erleichtern. Um die Branche zu unterstützen, will die Regierung außerdem bis zum Jahr 2002 alle Ministerien mit IT-Technik ausstatten. Die Ausbildung von Fachkräften wird durch Stipendien und Bildungsinitiativen weiter gefördert.

Kritik an den Regierungsmaßnahmen wurde laut, weil die Verbrauchsabgaben nicht grundlegend gesenkt werden. Einheimisch hergestellte Computer seien nur unwesentlich billiger zu produzieren als ausländische. Weiter wiesen Branchenexperten auf die immer noch gravierenden Lücken in der Infrastruktur hin, vor allem bei Stromversorgung und Telekommunikation. Besorgt zeigt sich Nasscom wegen der angekündigten Einführung einer Servicesteuer für Software-Technologieparks, Berater und Informationsdienste. Dennoch habe die Regierung einen wesentlichen Schritt voran getan, so der Verband. Er zeigt sich daher optimistisch und sagt einen Anstieg der Softwareexporte auf 6,3 Milliarden Dollar (Vorjahr vier Milliarden) voraus. Für das vergangenene Geschäftsjahr 2000/01, das am 31. März endet, rechnet die Nasscom mit Gesamteinnahmen der indischen Softwareindustrie von 8,6 Milliarden Dollar (Vorjahr 5,7 Milliarden). Insgesamt sind in Indien nach Zählung des Verbandes über fünf Millionen PCs installiert, 3,7 Millionen davon sind Internet-fähig. Bis zum März sollen sich die Verbindungen verdreifacht haben.

Abb: Internet-Boom in Indien

Die Zahl der Internet-Nutzer auf dem Subkontinent steigt rasant. Quelle: Nasscon