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24.08.2001 - 

Patentstreit mit Rambus gewonnen

Infineon lässt kürzer arbeiten

MÜNCHEN (CW) - Der Halbleiterhersteller Infineon kündigte neben bereits bekannt gegebenen Entlassungen nun auch Kurzarbeit an. Unter dem Namen "Impact" (Wirkung) haben die Münchner ein Programm aufgelegt, mit dem sie eine Milliarde Euro einsparen wollen.

Um zirka 60 Milliarden Dollar werde der weltweite Halbleitermarkt im laufenden Jahr gegenüber dem Jahr 2000 zurückgehen, schätzt man bei Infineon. Zudem zeichne sich keine erkennbare Erholung ab. Nachdem Infineon bereits im zweiten Quartal 2001 mit negativen Zahlen aufwarten musste und warnte, dass auch für das gesamte Geschäftjahr ein Defizit unter dem Strich stehen werde, wird nun die Notbremse gezogen. Sparen lautet das oberste Gebot. Kräftig reduziert hat Infineon das Budget für Investitionen. Statt wie geplant 2,8 Milliarden Euro werden im laufenden Jahr nur noch 2,3 Millionen Euro ausgegeben, im kommenden Jahr wird dieser Posten um eine Milliarde Euro auf 1,5 Milliarden Euro gekürzt.

Des Weiteren sollen die Geschäftsprozesse unter anderem von Einkauf, Logistik, IT und Fertigung "optimiert" werden. Dazu dürfte auch der Abschied aus dem Joint Venture Osram Opto Semiconducturs gehören, den Infineon mit der Konzentra-tion auf seine Kernkompetenzen begründet. Wie das Unternehmen mitteilte, erwirbt die Osram GmbH für 565 Millionen Euro 49 Prozent der Anteile und wird damit alleiniger Besitzer.

Bereits im Juli hatte Infineon den Abbau von bis zu 5000 Stellen weltweit verkündet, nun bestätigte man auch Pläne zur Einführung von Kurzarbeit. Über das Ausmaß und die Zahl der Beschäftigten sei noch nicht entschieden, betroffen dürften aber beispielsweise die Werke in München-Perlach sowie Regensburg sein, die mit einer Auslastung von 20 Prozent weit unter der Grenze der Profitabilität arbeiteten. Die Entlassungen verweisen auf eine Fehleinschätzung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher: Seit September vergangenen Jahres hatte das Unternehmen die Belegschaft von 29000 auf über 34500 Mitarbeiter aufgestockt.

Ein kleines Trostpflaster in der derzeit traurigen Situation erhielt Infineon von der US-amerikanischen Justiz. Im Patentrechtsstreit mit dem Konkurrenten Rambus bestätigte nun ein US-Bundesgericht ein Urteil vom 9. Mai dieses Jahres, in dem Rambus des betrügerischen Verhaltens in Verbindung mit SDRAM-Standardisierung für schuldig erklärt worden war. Nicht nur, dass Infineon damit von dem Vorwurf der Patentrechtsverletzung freigesprochen wurde, die Münchner erhalten zudem von ihrem Wettbewerber sieben Millionen Dollar für Anwaltskosten.