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16.11.2001 - 

Wettbewerb wird sich noch verschärfen

Infineon legt tiefrote Zahlen vor

MÜNCHEN (CW) - Sowohl im vierten Finanzquartal als auch über das gesamte Geschäftsjahr verzeichnet der Halbleiterhersteller Infineon herbe Verluste. Verantwortlich dafür seien die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage sowie der starke Preisverfall im Markt für Speicherchips. Für das nächste Jahr erwartet die Siemens-Tochter allenfalls ein "moderates Wachstum".

Von Erholung keine Spur. Nicht nur, dass Infineon im Jahresvergleich kräftig Federn lassen musste, auch bei der Entwicklung vom dritten zum vierten Quartal gingen die Einnahmen in den meisten Geschäftsbereichen der Münchner zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr sank der Umsatz von 7,28 Milliarden im Vorjahr auf nun 5,67 Milliarden Euro. Gleichzeitig brach das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebit) von 1,12 Milliarden Euro auf minus 591 Millionen Euro ein. Auch im nächsten Halbjahr bleibe der Markt unsicher und durch die politische Lage zusätzlich beeinträchtigt, hieß es.

Am empfindlichsten traf es das Unternehmen in seinem Kerngeschäft, der Herstellung von Speicherchips. Hier sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent von 3,47 Milliarden auf 1,59 Milliarden Euro. Auch das Ergebnis dieser Sparte ging deutlich nach unten: Nachdem der Bereich im vergangenen Jahr noch ein positives Ebit von über einer Milliarde Euro ausgewiesen hatte, verzeichnet Infineon jetzt einen Verlust von über 900 Millionen Euro. Begründet wird dies mit der schwachen Nachfrage nach PCs und vor allem mit dem anhaltenden Preiskampf unter den Chipproduzenten, der nach Ansicht Ulrich Schumachers auch in den nächsten sechs Monaten weitergehen dürfte. Der Infineon-Chef kritisierte vor der Presse in München vor allem die koreanische Konkurrenz, die mithilfe staatlicher Subventionen den Wettbewerb verzerre. Daneben kämpft die gesamte Industrie weiterhin mit Überkapazitäten, die nur langsam abgebaut werden konnten.

Doch nicht nur die Entwicklung am Markt für Speicherkomponenten belastete den Hersteller. Auch von der Schwäche im Telekommunikationsmarkt bleibt Infineon nicht verschont. Wie Schumacher mitteilte, sei der Absatzrückgang von Mobiltelefonen genauso überraschend gewesen wie die Investitionszurückhaltung in Sachen Sprach- und Datenübertragungsdienste. Komponenten für die drahtlose Kommunikation hatten im vergangenen Jahr noch 1,2 Milliarden Euro eingebracht und galten damit als zweitwichtigster Umsatzträger des Konzerns. Im nun abgeschlossenen Geschäftsjahr verringerte sich der Umsatz auf 997 Millionen Euro, erst im vierten Quartal ist hier eine leichte Besserung zu erkennen, gegenüber dem dritten Quartal stiegen die Einnahmen von 176 Millionen auf 188 Millionen Euro.

Genau entgegengesetzt verlief die Geschäftsentwicklung im Segment für drahtgebundene Kommunikation. Hier stieg zwar der Umsatz über das gesamte Jahr um 15 Prozent auf 768 Millionen Euro, ging aber gegen Ende des Geschäftsjahres wieder zurück. Sowohl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als auch zum vorhergehenden dritten Quartal meldet Infineon Umsatzeinbußen von 29 beziehungsweise 24 Prozent. (rs)