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16.07.1999 - 

Mit schwarzen Zahlen an die Börse

Infineon will sich im Halbleitermarkt etablieren

MÜNCHEN (CW) - Die Infineon Technologies AG, München, sieht sich in der Lage, noch in diesem Jahr in den USA und in Deutschland an die Börse zu gehen. Die zum 1. April dieses Jahres ausgegliederte Halbleitersparte der Siemens AG erhob erneut den Anspruch, zu einem Global Player zu avancieren, und betrachtet die erste "Investitionslawine" als beendet.

Infineon-Vorstandschef Ulrich Schuhmacher hält es sogar für denkbar, daß das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 1998/99 (30. September) und damit vor dem Börsengang schwarze Zahlen ausweisen wird. In den ersten sechs Monaten hatte der Verlust noch bei 104 Millionen Mark gelegen. Investitionen sowie Ausgaben für Forschung und Entwicklung müßten allerdings auf das Branchenniveau zurückgefahren werden. Allein die Investitionen beliefen sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 1,91 Milliarden Mark, im ersten Halbjahr 1998/99 auf 520 Millionen Mark. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre investierte der Chipspezialist damit 35 Prozent seines Umsatzes, während amerikanische und europäische Wettbewerber 22 beziehungsweise 21 Prozent anlegten.

Dennoch werde Infineon schneller wachsen als die Märkte, in denen man tätig sei, betonte Schuhmacher vor der Presse in München. Zumindest wenn es gelingt, die jetzt erreichte Kostenführerschaft zu halten und außerdem die Spitzenposition in der Technologieentwicklung zu erreichen. Laut Dataquest ist Infineon mittlerweile der zehntgrößte Halbleiterhersteller der Welt. Die mit dem Börsengang verbundene Abnabelung vom Mutterkonzern soll dem Unternehmen mehr Beweglichkeit und damit eine größere Wettbewerbsfähigkeit in einem hochspezialisierten und kapitalintensiven Markt verleihen. Außerdem verfüge das Unternehmen auch über die nötige Akquisitionswährung in Form von Aktien.

Priorität habe der Ausbau bereits bestehender Kooperationen wie etwa mit Motorola, mit dem Infineon im Rahmen eines Joint-Ventures an einer Fertigungstechnik für 300-Millimeter-Wafer arbeitet. Weitere Schwerpunkte sollen in der Kommunikationstechnik, bei Computern, Chipkarten und als Zulieferer der Autoindustrie gesetzt werden. Der endgültige Börsenplatz in Amerika, ob Nyse oder Nasdaq, steht bisher ebensowenig fest wie der genaue Zeitpunkt. Beide Entscheidungen obliegten der Konzernmutter. Für Deutschland gilt lediglich, daß man nicht an den Neuen Markt gehen werde.