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14.12.2001 - 

Trowbridge erwartet Angleichung der Speicherprotokolle bis 2003

"Infiniband kommt zu spät für SANs"

Mit Paul Trowbridge, Marketing Manager bei Brocade Communications, sprach CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter über die alten und neuen Speicherprotokolle Fibre Channel, iSCSI und Infiniband.

CW: Einige Industrievertreter prognostizieren, dass die Kosten für denAufbau einer iSCSI-Infrastruktur geringer sind als die bei Verwendung des Fibre Channel (FC) im Speichernetz.

TROWBRIDGE: Das wird von gewissen Herstellern propagiert. Allerdings sind das Spekulationen, die auf der Annahme beruhen, dass iSCSI ein Riesenerfolg wird und durch die Massenfertigung die Preise für die Komponenten sinken. Ich glaube, dass das erstens noch lange dauern kann und zweitens die Herstellungskosten für beide Techniken gleich sind. Außerdem steigt die Nachfrage nach FC-Hostbus-Adaptern so stark, dass die Preise ebenfalls fallen.

CW: Wie geeignet ist das Internet Protocol (IP) für die Datenspeicherung, da ja die Reihenfolge der übermittelten Datenpakete dort keine Rolle spielt?

TROWBRIDGE: Das iSCSI-Lager verbirgt die TCP-Attribute des Internet Protocol hinter darüber gelegten Layern. Allerdings ist iSCSI noch nicht standardisiert.

CW: Was sind denn die Vorteile von SCSI über IP? Ist es schneller als der Fibre Channel?

TROWBRIDGE: Nein, eher ein bisschen langsamer, weil man bei der Verarbeitung durch mehr Layer gehen muss. Mitte 2003 werden beide Techniken vergleichbar sein: selbe Leistung, gleicher Preis und ähnliche Funktionalität.

CW: Wo ist Infiniband einzuordnen?

TROWBRIDGE: Auf dem Papier ist es die technisch beste Lösung, eine sehr solide Switching-Architektur. Das Problem ist, dass alles ersetzt werden muss. Nichts, was Sie heute verwenden, unterstützt Infiniband.

CW: Das gilt aber auch für den FC.

TROWBRIDGE: Damals hatte man nichts anderes. Es gab kein Storage Area Network (SAN) ohne FC. Jetzt haben die Unternehmen aber bereits in die Infrastruktur auf Basis des Fibre Channel investiert und werden wahrscheinlich keinen teuren Umstieg vornehmen.

CW: Aber die Server-Hersteller benötigen dringend eine schnellere Busarchitektur.

TROWBRIDGE: Stimmt, deshalb wird Infiniband etwa für Clusters verwendet werden. Vielleicht wird es auch einige Speicherlösungen geben mit nativem Infiniband. Aber auch hier gilt wieder: Infiniband ist noch weiter entfernt als iSCSI. In der Praxis treffe ich zunehmend auf Unternehmen, die zwar wissen wollen, was in drei Jahren sein wird, die aber heute ihre Probleme mit den knappen Ressourcen lösen müssen.

CW: Wie wird sich der Markt für SANs entwickeln?

TROWBRIDGE: Heute haben etwa 30 Prozent der größeren Unternehmen in Europa ein Speichernetz implementiert. Und der Anteil verdoppelt sich jedes Jahr. Das bedeutet, dass Mitte 2003 mindestens 60 Prozent der Firmen ein SAN haben werden. Die restlichen 40 Prozent werden dann entscheiden, ob sie eine Fibre-Channel-, eine IP- oder eine Infiniband-Lösung nutzen wollen.

CW: Wie wichtig ist die Virtualisierung der Speicher?

TROWBRIDGE: Da geht der Trend hin. Die Anwender wollen einen einzigen Speicherpool.

CW: Ist Brocade hier aktiv?

TROWBRIDGE: Wir produzieren keine Virtualisierungssoftware. Das machen Firmen wie Data Core, Falconstor oder Veritas.

CW: Es gibt aber die Meinung, dass die Virtualisierungslogik im Switch sitzen sollte.

TROWBRIDGE: Unser Silkworm 12000 beinhaltet einen Applikationsprozessor. Das ist ein Blade-Rechner, auf dem die Virtualisierungssoftware ablaufen kann.

SpeicherprotokolleFibre Channel: Bei Speichernetzen auf Basis des Fibre Channel (FC) werden als I/O-Protokoll das Small Computer Systems Interface (SCSI) und als Netzwerkprotokoll der FC unterstützt. Das Medium ist dabei der Fibre Channel. Die Speicherressourcen sind direkt über ein SAN angebunden. Der Transfer von Datenblöcken erfolgt direkt, der File-I/O indirekt über Software. Derzeit liegt die Übertragungsgeschwindigkeit bei 100 MB/s.

iSCSI: Auch hier wird SCSI als I/O-Protokoll unterstützt. Als Netzprotokoll kommt aber TCP/IP zum Zug, das über das Medium Ethernet abläuft. Die Speicherressourcen sind so über das TCP/IP-Netz oder ein SAN angeschlossen. Der Transfer von Datenblöcken erfolgt über ein iSCSI-SAN. Für den File-Transfer können CIFS und NFS über Network Attached Storage (NAS) oder ein NAS-Gateway genutzt werden. Die Bandbreite reicht derzeit bis 1 Gbit/s, was einem Durchsatz von 100 MB/s entspricht.

Infiniband: Infiniband ist eine serielle Switch-Fabric-Architektur, bei der die angeschlossenen Systeme über einen I/O-Switch verbunden sind. Pro Kabelverbindung stehen ein, vier oder zwölf Kanäle zur Verfügung. Das ergibt Durchsatzraten von 500 MB/s, 2 GB/s oder 6 GB/s. Derzeit sind noch keine Geräte auf Basis von Infiniband im Handel.

WachstumsmarktDie Marktforscher von Gartner Dataquest erwarten, dass im Jahr 2005 weltweit 3,8 Millionen TB an Daten extern gespeichert werden. Davon sollen fast drei Viertel (72 Prozent) in Speichersysteme fließen, die in ein SAN eingebunden sind. Den Markt für SAN-Infrastrukturprodukte (beispielsweise FC-Hubs, Switches, Hostbus-Adapter) schätzen die Analysten auf knapp 17 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil (sechs Milliarden Dollar) wird nach der Prognose für "Hochverfügbarkeits-Core-Switching"-Produkte ausgegeben werden. Dieser Bereich soll bis 2005 jährlich um rund 100 Prozent wachsen. Das mittlere Segment der Fabric-Switches mit bis zu 16 Ports soll mit jährlichen Steigerungsraten von 60 Prozent etwa fünf Milliarden Dollar zum gesamten Infrastrukturvolumen beitragen.

Ähnliches melden die Analysten von IDC: Im Zeitraum 2000 bis 2004 wird sich die Anzahl der ausgelieferten Switch-Ports jährlich um knapp 70 Prozent steigern. Die Marktforscher der IDC benennen Brocade als Marktführer für Fabric Switches im Jahr 2000: 93 Prozent der damit erzielten Umsätze und der ausgelieferten Ports vereinte das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose auf sich. In diesem Jahr konnten der stärkste Konkurrent McData sowie Inrange und die Anbieter kleinerer Systeme, etwa Gadzoox, Q-Logic und Vixel, offenbar Marktanteile dazugewinnen: Brocade selbst beziffert den Anteil der ausgelieferten Ports auf 72 Prozent und erzielte damit 62 Prozent aller Umsätze in diesem Bereich.