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11.05.1990 - 

Herkömmliches Beratungsgeschäft wirft nichts mehr ab

Info AG plant Expansion mit Mehrwert-Netzdiensten

11.05.1990

HAMBURG (see) - Nur noch 117 Millionen Mark (Vorjahr: 142) setzte die Hamburger Info AG im Geschäftsjahr 1989 um. Faktoren des Rückganges sind der Verkauf des Leasing-Portfolios sowie das geschrumpfte Software- und Beratungsgeschäft. Der operative Gewinn fiel gleichwohl mit 3,7 (2,2) Millionen Mark höher aus als im Vorjahr.

Expandieren wollen die Hanseaten künftig im Bereich Netzservice: Das unternehmenseigene X.25-Netz - derzeit mit 15 Knotenrechnern und 20 Netzkunden - soll auf 26 Vermittlungsstellen ausgebaut werden und das Gebiet der DDR per Satellit an internationale Netze anbinden. Bisher hat die AG 5,4 Millionen Mark in das Paketnetz investiert.

Vorstandsmitglied Frank Winkler bezeichnete das Beratungsgeschäft als ergänzende Abrundung des Gesamtangebotes von Netz- und Backup-Services; eine internationale Expansion in Form von Partnerschaften oder Beteiligungen sei hier nicht vorgesehen. Die AG beabsichtige, sich vom herkömmlichen Unterstützungsgeschäft zugunsten projektorientierter Aufträge zu entfernen. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte dem Software- und Beratungsbereich einen Umsatzrückgang von 33,9 Millionen Mark im Vorjahr auf 23 Millionen Mark. Nach Angaben des Unternehmens gab es keine Verluste im Beratungsgeschäft.

Der Verkauf des Leasing-Portfolios im Wert von 91,5 Millionen Mark an die New Yorker Computer Equipment Investors Inc., eine Tochter der Hongkong and Shanghai Banking Group, hat sich nach den Worten von Info-Vorstand Günther Schulte als richtige Entscheidung erwiesen. Die Restwertrisiken seien für Unternehmen von der Größe der Info AG kaum noch zu tragen. Die zusätzliche

Liquidität von 20 Millionen Mark aus dem Portfolio-Verkauf wolle man für Investitionen in den zukunftsträchtigen Netzemarkt verwenden; hier sei mit Mehrwertdiensten und der Ausnutzungen von Bedarfsnischen noch etwas zu verdienen. Die Info AG bietet weiterhin Leasing-Geschäfte an, tritt aber nunmehr als Agent der Computer Equipment Investors auf.

Durch eine Kooperation mit einem großen US-Anbieter will das Unternehmen seinen Kunden den Zugang zu internationalen X.25-Netzen ermöglichen. Eine Absichtserklärung sei bereits abgefaßt, so Winkler, und noch im Mai werde der Deal abgeschlossen werden.

Im Backup-Bereich, dem ursprünglichen Geschäft der Hamburger, wurde kürzlich eine Zusammenarbeit mit der schwedischen Backup Centrale, Stockholm, vereinbart. Schwedischen Anwendern stehen damit Backup-Kapazitäten in Hamburg zur Verfügung. Ein weiteres Abkommen dieser Art soll demnächst mit einem anderen westeuropäischen RZ-Betreiber getroffen werden.