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13.08.1999 - 

Verlustreduzierung macht Fortschritte

Info AG weiter auf dem Weg zum ganzheitlichen IT-Dienstleister

Von Beate Kneuse* HAMBURG - Mit Hochdruck arbeitet das Management der Info AG daran, das bisherige Portfolio (Netzdienste und Ausweich-Rechenzentren) auf eine breitere Basis zu stellen. Durch Unternehmenszukäufe und einer Neugründung sind die Hamburger im Geschäftsjahr 1998 diesem Vorhaben ein gutes Stück näher gekommen. Fortschritte machten die Hamburger zudem in Sachen Ergebnisverbesserung.

Vorsichtig stellten Ernst Müller und Klaus-Olaf Zehle im Mai 1997 ihre Fünf-Jahresplanung auf, nachdem sie kurz zuvor die Info AG im Rahmen eines Management-Buyouts aus den Reihen der France Télécom losgeeist hatten - unterstützt von einer Finanzspritze seitens der französischen Mutter von 60 Millionen Mark. Heute können die beiden Info-AG-Lenker zufrieden registrieren, daß ihre Company bei den Verlustzahlen über Plan liegt. Waren sie 1997 für das Geschäftsjahr 1998 noch von einem Minus von 16,8 Millionen Mark ausgegangen, so belief sich der tatsächliche Fehlbetrag auf 11,7 Millionen. Und anstatt des seinerzeit für 1999 einkalkulierten Verlusts von 8,8 Millionen Mark hat man nun sogar eine schwarze Null ins Visier genommen.

Allerdings will sich Vorstandschef Müller auf das Erreichen dieses Ziels noch nicht 100prozentig festlegen. Denn Verzögerungen bei der im vergangenen Jahr zwecks Kosteneinsparung beschlossenen Zusammenlegung des eigenen Datennetzes mit dem des US-amerikanischen Kooperationspartners Equant Network Services könnten sich möglicherweise noch negativ auswirken, erklärte Müller auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Hamburg. Allerdings gehe er davon aus, daß die Info AG in fünf Jahren mit einer Umsatzrendite von zehn Prozent "tiefschwarze Zahlen" schreiben werde.

Bis dahin soll sich der Konzernumsatz auf rund 350 Millionen Mark verdoppelt haben - was voraussetzt, daß man im laufenden Jahr die angepeilten Einnahmen von rund 174 Millionen erreicht. Der Gruppenumsatz belief sich 1998 auf 118,5 Millionen Mark. Eine solche Bilanzkennziffer wiesen die Hamburger, die in der AG auf Einnahmen von 93,5 (Vorjahr: 82,4) Millionen Mark kamen, erstmals aus, da man 1998 nicht nur zwei Unternehmen kaufte, sondern eines auch selbst gründete. Die im September übernommene Systematics Business Systems GmbH (SBS) steuerte dabei den Löwenanteil zum Gruppenumsatz bei, wenngleich von ihr nur das vierte Quartal im Jahresabschluß Berücksichtigung fand. Kleinere Einkünfte verzeichnete bereits auch die im Mai 1998 gegründete Netreletion IT Sales and Integration GmbH, mit der die Info AG, bislang vornehmlich im WAN-Umfeld aktiv, den Einstieg in die LAN-Szene realisierte. Noch nicht im letztjährigen Konzernabschluß enthalten sind indes die Zahlen der im Dezember erworbenen Consulting-Gesellschaft Heinrich & Partner GmbH, die auf Beratung für Unternehmens- und IT-Sicherheit spezialisiert ist und für 1998 einen Umsatz von 3,2 Millionen Mark ausweist.

Vor allem in die SBS setzt Müller große Hoffnungen für die Zukunft. Das Unternehmen, früher eine Tochter der Hamburger Systematics-Gruppe, verzeichnete 1998 einen Umsatz von 72,4 Millionen Mark und bereichert das Angebotsspektrum der Info AG um Know-how im operativen Rechenzentrumsbetrieb, bei R/3-Services, im Data-Warehousing, in der Vertriebsautomatisierung sowie bei Internet-/Extranet-Anwendungen. Damit sei man, so der Info-AG-Vorstandschef, nun in der Lage, ganzheitliche IuK-Services bis hin zum Komplett-Outsourcing anzubieten. Im ersten Quartal 1999 benannte man die SBS in "Info Business Systems GmbH" um und kreierte als neuen Markennamen "Satisfactory". Zudem will man mit der Systematics-Gruppe, deren Management im Gegenzug einen Anteil von 23 Prozent an der Info AG erwarb, in Sachen Vertrieb kooperieren. "Allerdings ist diese Zusammenarbeit noch nicht so recht mit Leben gefüllt", erklärte Müller. Will heißen: Man hatte zuerst seine eigenen Hausaufgaben zu erledigen - Integration der Zukäufe bei der Info AG beziehungsweise Vorbereitung des Börsengangs bei Systematics (zu letzterem siehe auch CW Nr. 30/99, Seite 35).

Die Ausdehnung der Aktivitäten veranlaßte die Info-AG-Verantwortlichen auch, dem Konzern eine neuen Struktur zu geben. Beschlossen wurde Aufgliederung in die Felder "Business Continuity", "Business Applications" sowie "Corporate Networks". Dabei beinhalten die Business Applications besagte "Satisfactory"-Lösungen, während sich die Division Business Continuity aus den angestammten Verfügbarkeits-Services, also dem einschlägigen Beratungsgeschäft und sämtlichen RZ-Backup-Aktivitäten, zusammensetzt. Dieser Bereich ist nach wie vor laut Müller "gut profitabel", wenngleich der Umsatz dort auch 1998 mit 30,2 Millionen Mark (zuzüglich 2,4 Millionen für die Beratungsleistungen) weiterhin deutlich unter den Einkünften der Netz-Services rangiert, mit denen die Info AG im abgelaufenen Geschäftsjahr 60,1 Millionen Mark einnahm. Dafür aber, gestand Müller ein, habe man hier noch immer damit zu kämpfen, in die Ertragszone zu kommen. Deshalb werde man alles daran setzen, im Laufe dieses Jahres die Netzoptimierung mit Equant "hinzubekommen" und die Ablauforganisation zu verbessern.

Für den neuen Bereich Business Applications heißen die Ziele für das laufende Jahr in erster Linie Stabilisierung plus Ausbau. Welchen Stellenwert die Hamburger diesem neuen Standbein beimessen, zeigt sich auch daran, daß sie sich bei weiteren Akquisitionen zwar vorerst zurückhalten wollen, andererseits aber durchaus zu Deals geneigt sind - zum Beispiel, wenn sich eine Übernahmemöglichkeit im hierfür relevanten E-Commerce-Sektor ergibt.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.